BIRKENFELD. Der Festsaal des Schlosses war vor wenigen Tagen Schauplatz der mittlerweile 13. offiziellen Einbürgerungsfeier des Nationalparklandkreises Birkenfeld. Seit Sommer 2024 lädt der Landkreis regelmäßig zu diesen feierlichen Veranstaltungen ein. Diesmal standen 28 Frauen, Männer und Kinder im Alter zwischen drei und 54 Jahren im Mittelpunkt. Sie stammen aus zwölf verschiedenen Herkunftsländern – darunter Afghanistan, Aserbaidschan, Brasilien, Eritrea, Kenia, Kirgisistan, Pakistan, Rumänien, Russland, Somalia, Syrien und die Türkei. Manche von ihnen leben bereits seit Jahrzehnten in Deutschland und sind nun offiziell deutsche Staatsangehörige.
„Dazu gratuliere ich Ihnen sehr herzlich“, betonte Landrat Miroslaw Kowalski in seiner Begrüßungsrede. Für den aus Polen stammenden Kreischef sind die Einbürgerungsfeiern, die erst mit seinem Amtsantritt eingeführt wurden, auch aufgrund seiner eigenen Einwanderungsgeschichte eine persönliche Herzensangelegenheit. Als er und seine Frau Eva vor 34 Jahren ihre Einbürgerungsurkunden erhielten, fand die Übergabe noch in einem schlichten Büro der Kreisverwaltung statt, blickte Kowalski zurück. Heute bietet der Landkreis mit dem Festsaal im Schloss ein würdiges und dem besonderen Anlass angemessenes Ambiente. Für viele sei es ein ganz besonderer Tag, auf den sie oft jahrelang gewartet hätten und der ihnen sowie ihren Familien mehr Rechte, Sicherheit und Teilhabemöglichkeiten gebe. Zugleich verwies der Landrat darauf, dass damit auch die Pflicht verbunden sei, Verantwortung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu übernehmen.
Um die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben, mussten die Absolventen strenge gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen eine in der Regel mindestens fünfjährige Aufenthaltszeit, der Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse sowie das Bestehen des Tests „Leben in Deutschland“. Geprüft wurden diese Kriterien von der Ausländerbehörde der Kreisverwaltung unter der Leitung von Referatsleiter Andreas Lueb und Sachbearbeiter Karsten Kloos.
Viele der erwachsenen Neubürger sind beruflich längst fest etabliert: Unter ihnen befinden sich ein Allgemeinmediziner, eine Buchhaltungsassistentin, ein Kfz-Mechatroniker, ein Busfahrer, ein Lkw-Berufskraftfahrer, ein Chemielaborant, ein Maschinenbediener, eine Helferin im Erziehungsdienst, eine Haushaltshilfe sowie ein Helfer bei der Schadstoffsammlung. Zudem erhielten elf Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen sind und hier Kitas oder Schulen besuchen, ihre Urkunden.
Für eine besondere Überraschung sorgte einer der frischgebackenen Staatsangehörigen: Er bedankte sich beim Landrat und dem Team der Kreisverwaltung mit einer großen Sahnetorte, die mit dem Logo des Landkreises verziert war, sowie mit traditionellem Süßgebäck aus seiner syrischen Heimat.

Die musikalische Gestaltung der Feier übernahm Clara Dicke, die Leiterin der Kreismusikschule. Sie begleitete die Veranstaltung auf der Harfe mit zwei Musikstücken und stimmte zum Abschluss die deutsche Nationalhymne an, die von allen Anwesenden im Festsaal gemeinsam gesungen wurde.
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