StartNachrichtenKreis Bad KreuznachDEHOGA kontert NGG-Kritik: „7 Prozent sichern Betriebe und Arbeitsplätze“

DEHOGA kontert NGG-Kritik: „7 Prozent sichern Betriebe und Arbeitsplätze“

RHEINLAND-PFALZ. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz weist die Kritik der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an der reduzierten Mehrwertsteuer für Speisen zurück. Nach Auffassung des Branchenverbandes handelt es sich bei den dauerhaft sieben Prozent nicht um ein „Geschenk“ für die Gastronomie, sondern um eine wichtige Maßnahme zur Stabilisierung der Betriebe, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Begrenzung weiterer Preissteigerungen.
Der DEHOGA beruft sich dabei auf eine aktuelle Umfrage. Demnach bewerten mehr als 90 Prozent der befragten Betriebe die Steuerentlastung als existenzsichernd. 78 Prozent hätten damit gestiegene Personal- und Lohnkosten auffangen können. Mehr als jeder zweite Betrieb habe angegeben, mithilfe der Entlastung Arbeitsplätze sichern zu können.

DEHOGA verweist auf gestiegene Kosten
Auch dem Vorwurf, die steuerliche Entlastung werde von den Betrieben lediglich „eingesteckt“, widerspricht der Verband. Die sieben Prozent würden vor allem dazu beitragen, die deutlich gestiegenen Kosten für Personal, Energie und Waren aufzufangen.

Der DEHOGA verweist dabei auch auf Zahlen der NGG. Demnach seien 91 Prozent der von der Gewerkschaft untersuchten Gerichte im Preis unverändert geblieben. Gleichzeitig sei der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2026 um 8,4 Prozent gestiegen. Die Arbeitskosten im Gastgewerbe hätten im zweiten Quartal 2026 mehr als 53 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals 2022 gelegen. Der durchschnittliche Preis der von der NGG untersuchten Gerichte sei dagegen lediglich um 0,5 Prozent gestiegen.
„Die Vorwürfe der NGG gehen an der wirtschaftlichen Realität des Gastgewerbes vorbei. Die sieben Prozent Mehrwertsteuer sichern Betriebe, stabilisieren Preise und erhalten Arbeitsplätze. Davon profitieren Gäste und Beschäftigte gleichermaßen“, erklärt DEHOGA-Präsident Gereon Haumann.

Verband widerspricht Kritik bei Löhnen und Arbeitszeit
Der DEHOGA weist zudem den Vorwurf zurück, dass Beschäftigte von der Entwicklung nicht profitierten. Nach Angaben des Verbandes seien die Nominallöhne im Gastgewerbe zwischen 2016 und 2025 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Im Juli 2026 seien bundesweit rund 1,12 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in der Branche beschäftigt gewesen. Das seien 1,3 Prozent mehr als im Juli 2019. Stellung bezieht der Verband auch zur Diskussion über eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit. Dies bedeute nach Darstellung des DEHOGA ausdrücklich nicht mehr Arbeit. Vielmehr solle die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit flexibler innerhalb einer Woche verteilt werden können.

Der Verband verweist dabei auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie und argumentiert, dass längere Arbeitszeiten an einzelnen Tagen durch entsprechend kürzere Zeiten an anderen Tagen ausgeglichen werden könnten. Abschließend kritisiert Haumann die Aussagekraft einer NGG-Mitgliederbefragung. Nach seinen Angaben organisiere die Gewerkschaft in Rheinland-Pfalz weniger als 1,5 Prozent der Beschäftigten der Branche. Eine Mitgliederbefragung sei legitim, könne nach Ansicht des DEHOGA-Präsidenten jedoch nicht als Stimmungsbild für die Beschäftigten der gesamten Branche in Deutschland gewertet werden.


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