STROMBERG. Wo während der Freibadsaison normalerweise Badegäste ihre Bahnen ziehen, gehörte das Becken am Dienstag ganz besonderen Schwimmern: Die Diensthundestaffel des Polizeipräsidiums Mainz nutzte das Stromberger Panoramabad für einen außergewöhnlichen Ausbildungstag. Im Mittelpunkt standen Übungen, bei denen die Polizeihunde mit dem Element Wasser und realitätsnahen Einsatzsituationen konfrontiert wurden.
Unter den Beobachtern des Trainings war auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie war mit ihrer Hündin „Ella“ nach Stromberg gekommen. Während die Diensthunde konzentriert ihr Ausbildungsprogramm absolvierten, durfte auch Ella die Gelegenheit nutzen und ein paar Runden im Freibad drehen.

Training für den Ernstfall am Wasser
Geleitet wurde der Ausbildungstag von PHK’in Silke Kölz-Rieneckert und PHK Markus Ruelius. Ziel war es, unterschiedliche Situationen zu simulieren, bei denen die Hunde im späteren Polizeieinsatz mit Wasser konfrontiert werden können.
Eine der Übungen hatte es besonders in sich: Die Hunde mussten das Schwimmbecken durchqueren, um auf der gegenüberliegenden Seite beziehungsweise im Wasser einen vermeintlichen Tatverdächtigen zu stellen. Dabei sollen sie die Person durch Anbellen fixieren, bis der Hundeführer eingreifen und die Festnahme durchführen kann. Wird der Hund oder sein Hundeführer angegriffen, kann der Diensthund den Angreifer auch durch einen Biss festhalten.
Solche Übungen bereiten die Teams auf Einsätze an Flüssen, Seen und anderen Gewässern vor. Gerade die ungewohnte Umgebung eines Schwimmbeckens bietet dafür besondere Trainingsmöglichkeiten.
Spezialisten auf vier Pfoten
Die Diensthundestaffel Mainz ist eine spezialisierte Unterstützungseinheit für Schutz- und Kriminalpolizei. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich über den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums mit den Polizeidirektionen Mainz, Bad Kreuznach und Worms. Die Teams unterstützen unter anderem bei Fahndungen, Durchsuchungen und besonderen Einsatzlagen.
Dabei können die vierbeinigen Polizeibeamten weit mehr als die klassische Arbeit eines Schutzhundes. Die Mainzer Diensthunde werden sowohl für den Schutz- und Fährtenbereich als auch für Spezialaufgaben ausgebildet. Zu den Spezialisierungen zählen unter anderem Rauschgift-, Sprengstoff-, Leichen-, Brandmittel- und Datenträgerspürhunde. Ihre Einsatzfähigkeit wird regelmäßig überprüft.
Eine zunehmend bedeutende Aufgabe übernehmen Datenträgerspürhunde. Bei Durchsuchungen können sie beispielsweise USB-Sticks, Speicherkarten und andere versteckte elektronische Speichermedien aufspüren. Damit können sie auch Ermittlungen unterstützen, bei denen Datenträger als mögliche Beweismittel eine Rolle spielen.

Bei den Polizeihunden handelt es sich häufig um Belgische Schäferhunde, insbesondere Malinois – sowie Deutsche Schäferhunde. Neben ihren speziellen Fähigkeiten kommt es auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer an. Die Diensthunde begleiten ihre Hundeführer nicht nur während des Dienstes, sondern leben auch bei ihnen in der Familie.
Julia Klöckner zeigte sich nach dem Besuch beeindruckt von der Arbeit der Diensthundestaffel. Sie bezeichnete den Ausbildungstag als besonderen Termin an einem ungewöhnlichen Ort. Es sei interessant und aufschlussreich gewesen zu sehen, wie intensiv Mensch und Tier gemeinsam trainierten und welche vielfältigen Aufgaben die Hunde übernehmen.
Dabei verwies die Bundestagspräsidentin unter anderem auf die Suche nach Drogen und Sprengstoff, die Arbeit von Leichenspür- und Datenträgerspürhunden sowie den Einsatz bei Demonstrationen und Hochrisikospielen im Fußball. Besonders hob sie das Zusammenspiel zwischen den Diensthunden und ihren Hundeführern hervor.

Für Klöckners Begleiterin Ella ging der Besuch schließlich wesentlich entspannter zu Ende. Nachdem die Polizeihunde gezeigt hatten, was sie im Ernstfall leisten müssen, durfte die Hündin selbst ins Wasser, allerdings ganz ohne Einsatzauftrag.
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