StartNachrichtenKreis Bad KreuznachDEHOGA stellt Weichen für die Zukunft: Haumann fordert verlässliche Rahmenbedingungen

DEHOGA stellt Weichen für die Zukunft: Haumann fordert verlässliche Rahmenbedingungen

BAD KREUZNACH / RLP. Mit klaren Forderungen an die Politik und einer langfristigen Zukunftsstrategie will der DEHOGA Rheinland-Pfalz die Hotellerie und Gastronomie im Land für die kommenden Jahre stärken. Bei der Delegiertenversammlung am 12. August wurden neben aktuellen politischen Themen auch die Eckpunkte des Gesamtkonzepts „DEHOGA RLP 2030 – Zukunft gestalten. Mitglieder begeistern. Branche stärken.“ beraten.
Im Mittelpunkt stehen dabei bessere politische Rahmenbedingungen, mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten, der Erhalt von Minijobs sowie die Herausforderungen durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Ziel des Verbandes ist es, die Betriebe auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und technologische Veränderungen vorzubereiten.
DEHOGA-Präsident Gereon Haumann machte bei der Delegiertenversammlung deutlich, dass die Branche sowohl Unterstützung durch die Politik als auch eigene Veränderungsbereitschaft benötigt.
„Unsere Betriebe brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen – gleichzeitig müssen wir die Chancen der Zukunft entschlossen nutzen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Innovation und eine starke Tourismuspolitik sind längst entscheidende Wettbewerbsfaktoren“, betonte Haumann.

DEHOGA fordert flexiblere Wochenarbeitszeit
Eine zentrale politische Forderung bleibt die Einführung einer gesetzlichen Wochenarbeitszeit. Nach Ansicht des Verbandes passen starre tägliche Höchstarbeitszeiten oftmals nicht zu den besonderen Bedingungen in Gastronomie und Hotellerie. Saisonale Schwankungen, Veranstaltungen und wechselnde Gästezahlen verlangten eine größere Flexibilität.Eine Wochenarbeitszeit könne nach Auffassung des DEHOGA sowohl den Betrieben als auch den Beschäftigten entgegenkommen. Der Verband sieht darin unter anderem Möglichkeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Besonders in Branchen, in denen Homeoffice oder mobiles Arbeiten naturgemäß nicht möglich sind, dürften die Betriebe nicht gegenüber anderen Wirtschaftszweigen benachteiligt werden.

Verband spricht sich klar für Erhalt der Minijobs aus
Ein weiteres wichtiges Thema der Delegiertenversammlung waren die Minijobs. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz lehnt Einschränkungen bei dieser Beschäftigungsform ab. Gerade im Gastgewerbe seien Minijobber wichtig, um saisonale Schwankungen und Arbeitsspitzen bewältigen zu können.
Gleichzeitig verweist der Verband darauf, dass diese Beschäftigungsform für viele Menschen eine Möglichkeit darstellt, Familie, Studium, Ausbildung oder Ruhestand mit einer Erwerbstätigkeit zu verbinden. Der DEHOGA appelliert deshalb an die Politik, das bestehende Modell nicht aufgrund falscher Annahmen oder irreführender Statistiken zu schwächen. 

Wirtschaftsminister Michael Ebling zu Gast
An der Delegiertenversammlung nahm auch der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima, Michael Ebling, teil. Er hob die Bedeutung des Gastgewerbes für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Rheinland-Pfalz sowie den regelmäßigen Austausch zwischen Landesregierung und DEHOGA hervor.
Ebling machte deutlich, dass Rheinland-Pfalz als attraktiver Tourismusstandort weiterentwickelt werden müsse. Gleichzeitig müssten Gastgeber Rahmenbedingungen erhalten, die ihnen wirtschaftlichen Erfolg ermöglichen.

„DEHOGA RLP 2030“ soll Betriebe fit für die Zukunft machen
Neben den politischen Forderungen beschäftigten sich die Delegierten intensiv mit dem strategischen Gesamtkonzept „DEHOGA RLP 2030“. Der Verband will sich künftig nicht ausschließlich als politische Interessenvertretung verstehen, sondern seine Mitgliedsbetriebe verstärkt als „Zukunftspartner“ bei den großen Veränderungen der Branche begleiten.
Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Digitalisierung. Mitgliedsbetriebe sollen unter anderem dabei unterstützt werden, ihre Sichtbarkeit im Internet auszubauen und künstliche Intelligenz sinnvoll in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Moderne digitale Werkzeuge sollen verstärkt beim Marketing, bei der Personalgewinnung, bei Reservierungssystemen und bei betrieblichen Abläufen eingesetzt werden.
Nach Einschätzung des Verbandes werden eine professionelle Rund-um-die-Uhr-Sichtbarkeit im Internet, eine moderne digitale Gästekommunikation und datenbasierte Entscheidungen künftig noch stärker über den wirtschaftlichen Erfolg von Hotels und Gastronomiebetrieben entscheiden.
Auch bestehende digitale Angebote des Verbandes sollen weiterentwickelt werden. Dazu gehören unter anderem die oneDEHOGA App, KI-gestützte Anwendungen mit der GastroKI sowie digitale Beratungs- und Informationsangebote.

Nachhaltigkeit wird zum Wirtschaftsfaktor
Neben der Digitalisierung nimmt die Nachhaltigkeit einen wichtigen Platz in der Zukunftsstrategie ein. Der DEHOGA sieht nachhaltiges Wirtschaften inzwischen nicht mehr ausschließlich als Umwelt- und Klimathema, sondern zunehmend als wirtschaftlichen Faktor.
Immer mehr Gäste würden bei der Wahl eines Hotels oder Restaurants darauf achten, wie nachhaltig ein Betrieb handelt. Energieeffizienz, ein schonender Umgang mit Ressourcen, regionale Wertschöpfung und verantwortungsvolles Unternehmertum könnten nach Einschätzung des Verbandes nicht nur das Image verbessern, sondern langfristig auch Kosten reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Für Präsident Gereon Haumann steht fest, dass sich auch die Rolle des Verbandes weiterentwickeln muss. Neben der politischen Interessenvertretung sollen konkrete Hilfestellungen und wirtschaftliche Vorteile für die Mitgliedsbetriebe stärker in den Mittelpunkt rücken.
„Unser Verband versteht sich nicht nur als politische Interessenvertretung, sondern zunehmend als Zukunftspartner seiner Mitglieder. Wer auch morgen erfolgreich Gastgeber sein will, braucht gute politische Rahmenbedingungen ebenso wie innovative Ideen, exklusiven Mehrwert und direkte Einsparpotenziale sowie digitale Kompetenzen und nachhaltige Konzepte. Genau dabei werden wir unsere Mitglieder mit voller Kraft begleiten“, so Haumann.

Mit der Strategie „DEHOGA RLP 2030“ will der Verband den Wandel in Hotellerie und Gastronomie aktiv begleiten. Gleichzeitig soll der DEHOGA seine Rolle als Partner der Landesregierung innerhalb der Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz weiter ausbauen und die Interessen der Branche frühzeitig in politische Entscheidungen einbringen. 


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