IDAR-OBERSTEIN. Langsam hebt sich der Stahlmast vom Boden. Wenige Augenblicke später schwebt er über die Baumkronen hinweg, getragen von einem Hubschrauber, der die tonnenschwere Konstruktion präzise durch das enge Tal manövriert. Was wie ein außergewöhnlicher Lastenflug wirkt, ist Teil eines wichtigen Projekts für die Zukunft der regionalen Energieversorgung. Im Bereich der Kama in Idar-Oberstein baut Westnetz, der Verteilnetzbetreiber der OIE, die letzten Masten einer ehemaligen Mittelspannungsfreileitung zurück.
Insgesamt werden neun Strommasten mit Höhen zwischen 13 und 22 Metern zurückgebaut. Sie waren Teil einer Mittelspannungsfreileitung, die von der Umspannanlage Oberstein bis zum Rilchenberg verlief. Nachdem die Leitung schrittweise durch moderne Erdkabel ersetzt wurde, wird die Freileitung nicht mehr benötigt. Besondere Aufmerksamkeit galt drei Masten, die ausschließlich fußläufig erreichbar waren. Hier war ein Einsatz mit schwerem Gerät vor Ort nicht möglich. Deshalb kam ein Hubschrauber zum Einsatz, der Lasten von bis zu 3,8 Tonnen transportieren kann. Der kleinste Mast wurde vollständig in einem Stück ausgeflogen, die beiden anderen wurden aufgrund ihrer Größe zuvor in mehrere Teile zerlegt und anschließend per Lufttransport abtransportiert. Bereits zuvor wurden fünf Masten von Hand demontiert. Für den letzten Mast ist in einem nächsten Schritt der Einsatz eines speziellen Mobilkrans vorgesehen.
Mit der vollständigen Erdverkabelung der bisherigen Mittelspannungsleitung wurde zugleich ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Stromversorgung in Idar-Oberstein vollzogen. Unterirdisch verlegte Leitungen sind deutlich weniger anfällig für Wetterereignisse wie Stürme, Eislasten oder herabfallende Äste. Darüber hinaus verbessert der Rückbau der Freileitung das Landschaftsbild und reduziert den zukünftigen Wartungsaufwand.
Mit dem Abbau der Freileitung investiert die OIE gemeinsam mit ihrem Verteilnetzbetreiber Westnetz in ein leistungsfähiges, zukunftsfähiges Stromnetz und stärkt die Versorgungssicherheit nachhaltig. Angesichts der steigenden Anforderungen durch die Energiewende und die zunehmende Elektrifizierung von Alltag, Mobilität und Wärmeversorgung gewinnen solche Maßnahmen immer mehr an Bedeutung. Auch in den kommenden Jahren wird die OIE gemeinsam mit ihrem Verteilnetzbetreiber Investitionen in den Ausbau und die Verstärkung des regionalen Stromnetzes tätigen. Der Rückbau der alten Freileitung an der Kama zeigt dabei beispielhaft, wie die Energieinfrastruktur Schritt für Schritt modernisiert und fit für die Zukunft gemacht wird.
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