BAD KREUZNACH/NEUWIED. Integrative Kita der Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. und die Abteilung der Frühförderung der Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige (LGS) in Neuwied vernetzen Familien mit hörgeschädigten Kindern. Gemeinsam spielen, neue Kontakte knüpfen und sich mit anderen Familien austauschen: Darum ging es beim ersten gemeinsamen Spielplatztreff für Familien mit hörgeschädigten Kindern in der integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. Organisiert wurde das Treffen gemeinsam mit der Frühförderung der Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige (LGS) in Neuwied.
Die LGS begleitet im Kreis und in der Stadt Bad Kreuznach Kinder mit Hörschädigungen und deren Familien. In der Begleitung wurde immer wieder der Wunsch von Eltern deutlich, andere Familien kennenzulernen, die ähnliche Erfahrungen machen. Gemeinsam mit der integrativen Kita der Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. entstand deshalb die Idee, einen Ort für Begegnung und Austausch zu schaffen.
Für den ersten Spielplatztreff stellte die Lebenshilfe ihre Kita sowie das Außengelände zur Verfügung. Bei gutem Wetter kamen sieben Familien mit ihren Kindern zusammen. Gemeinsam wurden Lieder gesungen und mit Gebärden begleitet. Auch das Schwungtuch kam zum Einsatz und natürlich blieb viel Zeit, um gemeinsam zu spielen und das Spielplatzgelände zu erkunden.
Für die Kinder bot der Nachmittag dabei eine Erfahrung, die im Alltag keineswegs selbstverständlich ist. Viele von ihnen sind in ihrer Kindertagesstätte oder an ihrem Wohnort das einzige Kind mit einer Hörschädigung und tragen beispielsweise Hörgeräte, ein Cochlea -Implantat oder ein Knochenleitungsgerät. Beim Spielplatztreff konnten sie erleben, dass es andere Kinder gibt, die ähnliche Erfahrungen machen wie sie selbst.
„Inklusion bedeutet für uns nicht nur, jedes einzelne Kind in seiner Entwicklung zu begleiten. Genauso wichtig ist es, Begegnungen zu ermöglichen und Familien miteinander in Kontakt zu bringen. Zu sehen, wie selbstverständlich die Kinder an diesem Nachmittag miteinander gespielt haben und wie wertvoll gleichzeitig der Austausch für die Eltern war, hat uns sehr gefreut“, sagt Claudia Berger-Dillschneider, Leitung der integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V.
Während die Kinder miteinander spielten, blieb für die Eltern bei Kaffee und Keksen ausreichend Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie konnten persönliche Erfahrungen rund um das Leben mit einer Hörschädigung teilen, Fragen besprechen und sich gegenseitig Tipps für den Familienalltag geben.
Der erste Spielplatztreff hat gezeigt, wie wertvoll solche Begegnungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern sein können. Sie schaffen das Gefühl, mit den eigenen Erfahrungen nicht allein zu sein, ermöglichen neue Kontakte und stärken die Vernetzung von Familien. Gleichzeitig zeigt die Zusammenarbeit zwischen der Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. und der LGS, wie unterschiedliche Einrichtungen ihre Kompetenzen zusammenbringen und gemeinsam unkomplizierte Begegnungsräume für Familien schaffen können.
Über die Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V.
Die Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen mit Unterstützungs-Bedarf und kognitiver Beeinträchtigung, sowie ihre Angehörigen. Sie ist Teil einer starken Gemeinschaft von rund 550 Lebenshilfe-Vereinigungen in ganz Deutschland, deren Ziel eine Gesellschaft ist, in der alle Menschen gleichberechtigt miteinander leben und an ihr teilhaben. Um Menschen mit Unterstützungs-Bedarf und ihren Familien ein erfülltes und weitgehend selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen, hat die Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. wir in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Dienstleistungs- und Hilfsangebot aufgebaut. Inzwischen gehören zum Angebot zwei Kindertagesstätten , eine Wohnstätte, vier Außenwohngruppen (WGs und Appartements), ein umfangreiches Angebot ambulanter Dienst leistungen, sowie ein Autismus Beratungszentrum.
Über die Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige
Die Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige (LGS) in Neuwied begleitet und fördert Kinder und Jugendliche mit Hörschädigungen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Frühförderung, die Familien bereits im frühen Kindesalter berät und unterstützt. Dabei stehen die individuelle Entwicklung des Kindes, seine kommunikativen Möglichkeiten sowie die Beratung und Begleitung der Familie im Mittelpunkt. Die Fachkräfte der Frühförderung arbeiten dabei auch mit Kindertagesstätten und weiteren Einrichtungen im Lebensumfeld der Kinder zusammen.
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