BAD KREUZNACH. Die Tage des Bad Kreuznacher Bäderhauses als Sauna- und Wellnessbetrieb sind gezählt. Zum 30. Juni 2027 soll die Einrichtung im Kurgebiet ihren Betrieb einstellen. Eine deutliche Mehrheit des Stadtrates zog damit die Konsequenzen aus den seit Jahren steigenden finanziellen Verlusten. Wie es anschließend mit dem denkmalgeschützten Gebäude weitergeht, steht noch nicht fest.
Der Abstimmung am Donnerstagabend ging eine rund eineinhalbstündige und teilweise emotionale Aussprache voraus. Schließlich sprachen sich 28 Ratsmitglieder für das Ende des Bäderhauses aus. Die Befürworter kamen unter anderem aus SPD, CDU, AfD, Grünen, Fairer Liste und FDP. Acht Mitglieder lehnten die Schließung ab, ein weiteres enthielt sich. Die Entscheidung betrifft ausschließlich das Bäderhaus. Das Salinenbad und die Crucenia Therme sollen weiterhin betrieben und in Zukunft attraktiver gestaltet werden. Für die Zeit nach der Schließung will die Stadt zunächst den Markt erkunden. Vorgesehen ist ein Verfahren, bei dem mögliche Interessenten Nutzungskonzepte für die Immobilie vorlegen sollen. Eine festgelegte Nachfolgelösung gibt es bislang nicht. Damit bleibt offen, welche Funktion das Gebäude künftig übernehmen könnte.
An der Beratung und Abstimmung durften Gerhard Merkelbach von der Fairen Liste und Werner Lorenz von der FDP nicht teilnehmen. Der Stadtrat hatte beide zuvor in einem nicht öffentlichen Sitzungsteil als befangen eingestuft. Merkelbach betreibt mehrere Fitnessstudios, zu denen auch Saunabereiche gehören. Lorenz führt einen Weinladen in den angrenzenden Kolonnaden. Diese sind Bestandteil des Gebäudekomplexes. Beide Ratsmitglieder waren mit der Bewertung ihrer Befangenheit nicht einverstanden. Der Finanzausschuss hatte den Weg für die Entscheidung bereits am 10. August geebnet. Die Mitglieder stimmten der entsprechenden Vorlage bei drei Enthaltungen geschlossen zu.
Wenn das Bäderhaus im Sommer 2027 seine Türen schließt, geht eine 27-jährige Ära zu Ende. Mehr als die Hälfte dieser Zeit beschäftigte der zunehmend verlustreiche Betrieb regelmäßig die Bad Kreuznacher Kommunalpolitik. Nun soll ein neuer Weg für das traditionsreiche Gebäude gefunden werden.





