BIRKENFELD. Für die Errichtung eines Katastrophenschutzzentrums auf dem Heinrich-Hertz-Campus am Birkenfelder Stadtrand stellte der Kreisausschuss des Nationalparklandkreises Birkenfeld in seiner Sitzung am 24. August die Weichen. Nach den einstimmigen Empfehlungsbeschlüssen liegt die abschließende Entscheidung beim Kreistag, der am nächsten Montag, 31. August, zusammentritt.
Eine „einmalige Chance“ sehen Landrat Miroslaw Kowalski und der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständige Dezernent Roland Praetorius in der Vollfinanzierung des rund 5 Millionen Euro teuren Projekts aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“. Dem Landkreis steht ein Drittel des Regionalbudget in Höhe von gut 66 Millionen Euro zur Verfügung, also etwa 22 Millionen Euro.
Wie Praetorius dem Kreisausschuss erläuterte, hat das seit 1.Juli 2025 gültige neue rheinland-pfälzische Brand- und Katastrophenschutzgesetz den Landkreisen zusätzliche Aufgaben zugewiesen: „Dadurch stehen wir vor großen Herausforderungen und müssen für diesen Zweck noch mehr Fahrzeuge und Material vorhalten.“ Bisher fehlt im Kreis Birkenfeld ein zentraler Ort, um die Ressourcen für den Katastrophenschutz zu bündeln: „Bislang sind sie auf Feuerwehren und andere Hallen im Kreisgebiet verteilt.“
Hinzu kommt die Notwendigkeit, Räumlichkeiten zu schaffen, die „im Ereignisfall eine sofortige Aktivierung der Stabsstrukturen erlauben“. Kommunikation, Stromversorgung, IT-Infrastruktur und technische Betriebsfähigkeit müssten auch bei einem Ausfall der primären Systeme gewährleistet sein. Geplant ist, ein früheres Ausgabe- und Lagergebäude am Haupttor der ehemaligen Bundeswehrkaserne als Katastrophenschutzzentrum zu nutzen – zum einen als dauerhafte Arbeitsplätze der im Bevölkerungsschutz tätigen Bediensteten der Kreisverwaltung, zum anderen als Stabsräume bei Großschadenslagen. „Das Referat 33 wächst, weil es immer mehr Aufgaben zu bewältigen hat“, sagte Kowalski.
Die Immobilie befinde sich in einem guten Zustand, kostet 310.000 Euro und soll für 290.000 Euro saniert werden. Außer den beiden Etagen, die dem Katastrophenschutz dienen, soll sie im Keller Archiv und Registratur der Kreisverwaltung aufnehmen. Dank der Nähe zur Autobahn und zwei Bundesstraßen sei der Standort ideal, meinte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises, Lukas Klein.
Zudem befürwortete der Kreisausschuss, drei weitere Flurstücke zu erwerben und dort eine 60 mal 20 Meter große Fahrzeug- und Logistikhalle mit zwölf Lkw-Stellplätzen zu bauen. Laut Klein ist unter anderem beabsichtigt, bereits bei den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis dezentral stationierte Wechselladerfahrzeuge und Abrollbehälter des Landkreises zu ersetzen und die vorhandenen Fahrzeuge und Spezialcontainer auf dem Heinrich-Hertz-Campus zu konzentrieren, so zum Beispiel für Tierseuchenfälle oder für die Führungseinheiten in Großschadenslagen.
„Ich kann das nur begrüßen“, unterstützte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld und vormalige BKI Matthias König das Konzept ausdrücklich. Schon im Herbst soll die Baumaßnahme beginnen und bis 2028 vollendet sein, kündigte Praetorius an. „Wir erwerben das Gelände von einer größtenteils kommunalen Gesellschaft“, ergänzte der Landrat.








