TRAISEN / REGION. Rund vier Wochen nach dem verheerenden Waldbrand am Rotenfels bei Traisen ziehen Landrätin Bettina Dickes und der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Bad Kreuznach, Alexander Roßkopf, eine erste Bilanz. Im Mittelpunkt steht dabei ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte, Helfer, Unternehmen und Bürger, die während des Großbrandes Außergewöhnliches geleistet haben.
Der Dank gilt insbesondere den Feuerwehrleuten und Einsatzkräften der Hilfsorganisationen, die unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen kämpften. Steile Hänge, große Hitze, das mit Kampfmitteln belastete Gelände sowie Einsätze in der Nacht stellten die Helfer vor enorme Herausforderungen. Unterstützung erhielten die Kräfte aus dem Landkreis Bad Kreuznach von zahlreichen Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus benachbarten Landkreisen und Bundesländern.
„Diese überregionale Solidarität war keine Selbstverständlichkeit – sie war der Schlüssel zum Erfolg“, betont Landrätin Bettina Dickes. Die Leistungen der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte verdienten höchsten Respekt. Nur durch das gemeinsame Handeln sei es gelungen, die Lage unter Kontrolle zu bringen und Menschen sowie Sachwerte zu schützen. Dickes spricht von einer „bemerkenswerten Gemeinschaftsleistung“.
Lob gibt es auch für die Bevölkerung. Die rund 620 Einwohner von Traisen hätten die nächtliche Evakuierung diszipliniert und besonnen mitgetragen, obwohl diese für viele mit erheblichen persönlichen Belastungen verbunden gewesen sei. Auch die Anwohner rund um den Rotenfels hätten die Anweisungen der Behörden konsequent befolgt und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit geleistet.
Ein besonderer Dank richtet sich zudem an zahlreiche Unternehmen und Gastronomiebetriebe aus der Region. Sie unterstützten die Einsatzkräfte spontan und unbürokratisch mit Verpflegung, Unterkünften, technischem Equipment und weiteren Ressourcen.
Trotz des erfolgreichen Einsatzes sehen Landrätin und Alexander Roßkopf auch Verbesserungsbedarf. Die umfassende Nachbereitung des Waldbrandes läuft bereits. So sollen Alarm- und Einsatzpläne angepasst werden. Darüber hinaus hat die Kreisverwaltung beim Kampfmittelräumdienst Karten angefordert, die künftig die Kampfmittelbelastung in betroffenen Gebieten ausweisen sollen. Diese Informationen sollen bei zukünftigen Einsätzen die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen.
Alexander Roßkopf betont, dass auch kritische Stimmen ausdrücklich willkommen seien. Kritik werde ernst genommen und könne helfen, Abläufe weiter zu verbessern. Eine ausführliche Analyse des Einsatzes ist für den Landesübungstag am 26. September 2026 vorgesehen. Anstelle der ursprünglich geplanten kreisweiten Großübung soll an diesem Tag eine umfassende Einsatzreflexion stattfinden.
Als Zeichen der Anerkennung ist außerdem ein großes Dankfest für alle Beteiligten geplant. Über den Kreisfeuerwehrverband wurden hierfür bereits rund 23.000 Euro an Spenden gesammelt. Nach den Sommerferien soll die konkrete Planung beginnen. Eingeladen werden sollen alle Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer sowie Bürgerinnen und Bürger, die zum erfolgreichen Verlauf des Einsatzes beigetragen haben. Weitere Informationen zum Dankfest will der Landkreis rechtzeitig bekannt geben.





