TRAISEN. Nach dem schweren Waldbrand am Rotenfels und den während des Einsatzes aufgetretenen Munitionsexplosionen fordert das Kreistagsmitglied Stefan Boxler eine umfassende Aufarbeitung der Ereignisse. In einer Pressemitteilung spricht Boxler von einem „völlig inakzeptablen Behördenversagen auf dem Rücken unserer ehrenamtlichen Feuerwehrleute“ und verlangt konkrete Konsequenzen.
Auslöser seiner Kritik sind Berichte, wonach der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bereits seit 2024 detaillierte Informationen über die Kampfmittelbelastung im betroffenen Waldgebiet vorgelegen haben sollen. Diese Informationen seien nach Ansicht Boxlers den Einsatzkräften vor Ort jedoch nicht bekannt gewesen.
„Unsere Feuerwehrfrauen und -männer wurden ahnungslos in ein hochexplosives Minenfeld geschickt, weil sensible Sicherheitsdaten zwischen Land und Kreis im bürokratischen Dickicht versickert sind“, erklärte Boxler. Das Argument, entsprechende Gefahrenkarten aus Sorge vor illegalen Sondengängern unter Verschluss zu halten, bezeichnete er als fahrlässig. Im Katastrophenschutz müsse der Schutz von Menschenleben stets Vorrang vor dem Schutz sensibler Daten haben.
Kritik übte Boxler auch an der Kreisverwaltung um Landrätin Bettina Dickes. Sich im Krisenmanagement auf jahrzehntealte mündliche Überlieferungen zu verlassen, sei nicht ausreichend. Vielmehr gehöre es zu den Aufgaben einer Verwaltung, bestehende Gefahrenquellen aktiv zu überprüfen und aktuelle Informationen bereitzustellen.
Vor diesem Hintergrund fordert das Kreistagsmitglied mehrere konkrete Maßnahmen. So spricht er sich für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Kreistag aus, der klären soll, an welcher Stelle die Informationsweitergabe zwischen der ADD und der Kreisverwaltung versagt habe oder ob die digitale Übermittlung der Daten unterblieben sei.
Darüber hinaus fordert Boxler, dass Informationen über Kampfmittel künftig automatisiert in die Einsatzleitsysteme der Feuerwehren eingespielt werden. Solche Daten dürften nicht lediglich als Informationen im BKS-Portal hinterlegt sein, sondern müssten den Einsatzkräften unmittelbar zur Verfügung stehen.
Außerdem plädiert er für ein Sonderbudget zur Anschaffung moderner Technik. Der Landkreis solle eigene Löschroboter und Aufklärungsdrohnen beschaffen, um Einsätze in gefährlichen Bereichen künftig sicherer durchführen zu können.
Abschließend fordert Boxler, dass Einsatzkräfte den ungesicherten Bereich am Rotenfels künftig nicht mehr betreten dürfen. „Der Schutz der Einsatzkräfte muss oberste Priorität haben“, betont das Kreistagsmitglied.





