BINGEN. Es war eine Selbstverständlichkeit und quasi ein „Heimspiel“ für Oberbürgermeister Thomas Feser, dass er dem SSV Bingen zum 55-jährigen Bestehen gratulierte – schließlich war er selbst einmal Erster Vorsitzender des Schwimmsportvereins. „Schwimmen ist eine lebenswichtige Kompetenz und daher bin ich froh und dankbar, dass der SSV mit seinen Schwimmkursen und den Ausbildungen zu Rettungsschwimmern eine so erfolgreiche Arbeit leistet. Auch die zahlreichen guten Platzierungen bei Wettkämpfen verdeutlichen die großartigen Leistungen“, hob das Binger Stadtoberhaupt in seinem Grußwort hervor.

Lebensretter im Becken: Warum Schwimmenlernen keine Option, sondern Pflicht ist
Die Zahl der Nichtschwimmer steigt, und mit ihr das Risiko schwerer Badeunfälle. Wenn Vereine für ihre Schwimmkurse gewürdigt werden, ist das weit mehr als eine reine Formsache. Es berührt einen Kernbereich der alltäglichen Sicherheit.
Schwimmen zu können ist kein exklusives Hobby und kein bloßer Freizeitsport. Es ist eine Kulturtechnik – eine lebenswichtige Kompetenz, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheidet. Wer nicht schwimmen kann, ist am und im Wasser permanent in Gefahr. Das betrifft in einer Region mit Flüssen wie dem Rhein und der Nahe sowie zahlreichen Baggerseen fast jeden Alltag.
Dass immer weniger Kinder und Erwachsene sicher schwimmen können, ist eine besorgniserregende Entwicklung. Lange Wartelisten für Anfängerkurse und begrenzte Kapazitäten in den Bädern erschweren den Zugang zu dieser essenziellen Ausbildung. Umso bedeutender ist das unermüdliche Engagement von Schwimmvereinen und der DLRG. Die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer, die Woche für Woche am Beckenrand stehen, leisten einen unschätzbaren Dienst an der Gemeinschaft. Sie fangen bestehende Engpässe auf und sorgen dafür, dass Sicherheit im Wasser überhaupt erst vermittelt wird.
Es bleibt eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, das Schwimmenlernen als absolute Priorität zu behandeln. Eltern, Schulen und Institutionen müssen Hand in Hand arbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind die Chance erhält, diese Fähigkeit frühzeitig und sicher zu erwerben. Das Erlernen des Schwimmens darf nicht zur Nebensache werden – es ist die beste und effektivste Vorsorge gegen den Ertrinkungstod.
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