RHEINLAND-PFALZ. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz schlägt Alarm: Die jüngst bekannt gewordenen Vorschläge der Rentenkommission könnten nach Ansicht des Branchenverbandes gravierende Folgen für das Gastgewerbe haben. Sollte der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten, wären bundesweit rund 1,1 Millionen Minijobs im Gastgewerbe gefährdet.

Der rheinland-pfälzische DEHOGA-Präsident Gereon Haumann bezeichnete die Überlegungen als realitätsfern und warnte vor erheblichen Auswirkungen auf Gastronomie und Hotellerie. Bereits die geplanten höheren Sozialabgaben würden Minijobs verteuern. Eine weitergehende Einschränkung oder gar Abschaffung dieses Beschäftigungsmodells wäre für viele Betriebe ein schwerer Schlag. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen seien auf die flexible Einsatzmöglichkeit geringfügig Beschäftigter angewiesen, um Abend- und Wochenendschichten, Veranstaltungen oder saisonale Spitzenzeiten abzudecken. Aktuell sei dies insbesondere während der Biergartensaison von großer Bedeutung.
Nach Angaben des Verbandes entsprechen Minijobs häufig auch den Wünschen der Beschäftigten. Sie böten flexible Arbeitsmöglichkeiten für Studierende, Nebenbeschäftigte oder Menschen, die sich etwas hinzuverdienen möchten. Zudem trügen sie dazu bei, Schwarzarbeit zu verhindern. Die geplante Beschränkung auf Schülerinnen und Schüler greife nach Auffassung des DEHOGA zu kurz. Viele Jugendliche seien minderjährig und könnten aufgrund gesetzlicher Vorgaben gerade die in Gastronomie und Hotellerie besonders wichtigen Abend- und Wochenendschichten nicht übernehmen.
Der Verband weist außerdem darauf hin, dass Minijobs sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse nicht verdrängen würden. Vielmehr unterstützten sie diese. Aufgrund des oftmals geringen Stundenumfangs sei eine Umwandlung in reguläre Arbeitsverhältnisse in vielen Fällen gar nicht möglich.
Der DEHOGA Rheinland-Pfalz fordert daher, bewährte Beschäftigungsformen nicht infrage zu stellen. Statt zusätzlicher Belastungen brauche Deutschland mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, stärkere Anreize für Beschäftigung und eine höhere Nettoentlastung für Arbeitnehmer.





