WELGESHEIM. Nach dem Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingbetriebs in Welgesheim am Samstag, 20. Juni, haben die Einsatzkräfte in der Nacht einen entscheidenden Erfolg erzielt: Das Feuer ist gelöscht. Dennoch wird die Einsatzstelle auch am Sonntag weiterhin zahlreiche Feuerwehr- und Hilfskräfte beschäftigen, da umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich sind.
Betroffen war eine Lagerhalle mit rund 100 Tonnen Gewerberestmüll. Um auch die letzten Glutnester zu erreichen, wurde das Brandgut mit schwerem technischem Gerät aus der Halle gezogen, auf einer Freifläche verteilt und dort gezielt abgelöscht. Der offene Brand konnte vollständig bekämpft werden. Aktuell konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf die Kontrolle möglicher Glutnester sowie weitere Sicherungsmaßnahmen.
Die Gesamteinsatzleitung wurde inzwischen wieder an die zuständige Kommune übergeben. Unterstützung erhält sie weiterhin von Einsatzkräften aus Mainz, den Landkreisen Alzey-Worms und Bad Kreuznach, dem Technischen Hilfswerk, dem Rettungsdienst sowie weiteren Hilfsorganisationen. Der Brandschutz für die Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen bleibt trotz des Großaufgebots sichergestellt.Die Warnung an die Bevölkerung wurde nach Auswertung der aktuellen Lage und der Messergebnisse zurückgenommen. Die über Warn-Apps und das Modulare Warnsystem verbreiteten Verhaltensempfehlungen gelten damit nicht mehr.
Im unmittelbaren Umfeld der Einsatzstelle kann es jedoch weiterhin zu Geruchsbelästigungen kommen. Ursache sind die laufenden Nachlöscharbeiten und das Umsetzen des Brandgutes. Die Einsatzleitung bittet die Bevölkerung weiterhin, den Bereich um die Einsatzstelle zu meiden und die Arbeiten der Einsatzkräfte nicht zu behindern.
Keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffwerte festgestellt
Während des gesamten Einsatzes wurde die Umgebungsluft durch spezialisierte Messkräfte und Fachberater überwacht. Nach aktuellem Stand wurden außerhalb des direkten Einsatzbereiches keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt.
13 Einsatzkräfte medizinisch versorgt
Der stundenlange Einsatz forderte die Helfer erheblich. Rauchentwicklung, Arbeiten unter Atemschutz und die hohe körperliche Belastung führten dazu, dass bislang 13 Einsatzkräfte medizinisch versorgt werden mussten. Neun von ihnen wurden zur weiteren Untersuchung in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.
Nach Angaben der Einsatzleitung besteht bei keinem der Betroffenen Lebensgefahr. Um die Belastungen für die Einsatzkräfte möglichst gering zu halten, wird auf regelmäßige Ablösungen, ausreichende Ruhezeiten, Verpflegung, Flüssigkeitsversorgung und hygienische Maßnahmen geachtet.
Bahnstrecke soll wieder freigegeben werden
Wegen der starken Rauchentwicklung und möglicher Sichtbehinderungen war die Bahnstrecke zwischen Bingen und Worms zeitweise gesperrt worden. Zur Brandursache können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Ermittlungen werden erst möglich sein, wenn der betroffene Bereich gefahrlos betreten werden kann.





