StartNachrichtenKreis Bad Kreuznach„Tag der gewaltfreien Erziehung“ am 30. April

„Tag der gewaltfreien Erziehung“ am 30. April

BAD KREUZNACH. Zum Tag der gewaltfreien Erziehung warnt der Kinderschutzbund vor Fehlentwicklungen bei der geplanten Reform des SGB VIII. Die notwendige inklusive Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe dürfe nicht als Feigenblatt genutzt werden, dass Hilfen zur Erziehung geschwächt, Jugendämter weiter belastet und fachliche Standards abgesenkt werden.

„Eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist richtig und überfällig. Aber die angekündigten Reformen werden hier klammheimlich genutzt, um Einsparungen durch die Hintertür in der gesamten Kinder- und Jugendhilfe zu ermöglichen. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erleben, brauchen Unterstützung – und keine Zuständigkeitsdebatten oder Kürzungen“, sagt Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes.

Der Kinderschutzbund kritisiert insbesondere, dass Hilfen zur Erziehung durch allgemeine Angebote in Kitas oder Schulen ersetzt oder zurückgedrängt werden könnten.

„Dies ist insbesondere relevant, da Themen, die das Kindeswohl betreffen, auch im außerschulischen Raum zur Sprache kommen.“, benennt Steffi Meffert Geschäftsführender Vorstand des Kinderschutzbund Orts- und Kreisverband Bad Kreuznach, die Thematik. „In unserem offenen Kindertreff Knallfrosch-Club finden regelmäßig Kinderkonferenzen statt in denen die Kinder die Möglichkeit haben in der Gemeinschaft für sie wichtige Dinge anzusprechen und das Programm mitzugestalten.“

Michaela Monz, Leiterin des Knallfrosch-Club ergänzt: „Hier entstand auch unser Motto für dieses Jahr: Kinder sind unschlagbar. Ein Kind berichtete in einer solchen Konferenz über häusliche Gewalt, so dass die Überlegung aufkam, dieses Motto zu wählen welches durchaus als Paradoxon verstanden werden kann.“

„Wenn ein Kind zu Hause massive Gewalt oder Vernachlässigung erfährt, können Kita und Schule wichtige Orte des Hinsehens sein – sie können gezielte Hilfen und Interventionen aber nicht ersetzen. Der Gesetzentwurf birgt die Gefahr, dass vernachlässigte oder von Gewalt betroffene Kinder keine, oder erst viel zu spät Hilfe bekommen“, sagt Grein weiter.

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Seit Jahren steigen die Anforderungen im Kinderschutz. „Mehr Sensibilität in der Gesellschaft und damit mehr Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen führen natürlich zu Kostensteigerungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Man kann eine Kindeswohlgefährdung aber nicht wegsparen. Wir brauchen im Gegenteil starke Jugendämter, verlässliche Strukturen und ausreichend qualifiziertes Personal, um dem zu begegnen“ so Grein.

„In unserem offenen Kindertreff ist der Betreuungsschlüssel viel engmaschiger als er in der Schule umsetzbar ist, was insbesondere das Vertrauen in unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter verdichtet. Hierdurch öffnen sich auch Kinder, die es in der Schule oder im Einzelgespräch vielleicht eher nicht tun würden. Dies gibt uns die Möglichkeit, sowohl Schulen als auch Jugendämter und externe Beratungsstellen verstärkt im Kindesschutz zu unterstützen.“, erklärt Catalina Geiser, Geschäftsstellenleiterin des Kinderschutzbund Orts- und Kreisverband Bad Kreuznach.

Besonders kritisch sieht der Kinderschutzbund, dass der Gesetzentwurf Sparlogiken und Fachlichkeit enger miteinander verknüpft. Wenn in Leistungsvereinbarungen künftig Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit stärker betont und Anforderungen an die Qualifikation des Personals neu gefasst werden, wächst in der Praxis der Druck auf Träger, mit weniger oder geringer qualifiziertem Personal arbeiten zu müssen.

„Wir erleben vor Ort jeden Tag, wie hoch der Bedarf ist. Familien in Krisen, Kinder nach Gewalterfahrungen und Eltern in hoch belasteten Trennungssituationen brauchen qualifizierte Beratung und verlässliche Hilfen. Wer hier spart, verschiebt die Probleme nicht nur – er verschärft sie“, sagt Steffi Meffert.

Der Kinderschutzbund fordert deshalb, die Reform des SGB VIII konsequent an Kinderrechten, Gewaltschutz und fachlicher Qualität auszurichten. Inklusion muss gestärkt werden – ohne Kürzungen durch die Hintertür.

Somit lautet das Motto des Kinderschutzbundes Bad Kreuznach zum Tag der gewaltfreien Erziehung, „Kinder sind unschlagbar“. Im Knallfrosch-Club werden die Kinder viele bunte Smileys basteln und in den Fenstern aufzuhängen. Das Spielmobil wird am 30. April von 14:00 bis 17:00 Uhr auf dem Eiermarkt für Spiel, Spaß und gute Laune sorgen. Zudem bekommen Sie Informationen zum Thema „Grenzsetzung in Bezug auf den eigenen Körper“.

Alle Kinder und Eltern sind herzlich eingeladen!


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