StartNachrichtenKreis Bad KreuznachQuer durch die Stadt: 11 Wasservögel sicher in die Nahe begleitet

Quer durch die Stadt: 11 Wasservögel sicher in die Nahe begleitet

BAD KREUZNACH. Bezugnehmend auf die vorangegangene Meldung bei Nahe News, in der grundsätzlich zu mehr Vorsicht und Rücksichtnahme gegenüber der heimischen Tierwelt aufgerufen wurde, kann heute eine besondere Erfolgsgeschichte vermeldet werden. Eine elfköpfige Wasservogelfamilie wurde vor ein paar Tagen von der Naturschutzgruppe Nahe sicher aus dem Stadtgebiet an den Fluss begleitet. Die Tiere hatten sich im Bereich der Diakonie niedergelassen – ein Standort, der weit abseits der schützenden Nahe liegt und für die Küken ohne menschliche Hilfe zur tödlichen Falle geworden wäre. Zudem stellte die unvorhersehbare Route der Tiere mitten durch die belebte Innenstadt eine erhebliche Gefährdung für die allgemeine Straßensicherheit dar.

Simone Fleig beim einsammeln der Tiere – Foto: Marie Fleig

Die Umsiedlung der Vogelfamilie entwickelte sich zu einem emotionalen Erlebnis für alle Beteiligten. Besonders rührend war das ausgeprägte Vertrauen der jungen Elterntiere gegenüber den ehrenamtlichen Helfern. Bereitwillig ließen sie es zu, dass ihre Küken behutsam in einen Transportkarton gesetzt wurden. Die Eltern folgten der Gruppe, der unter anderem Marie und Simone angehörten, auf Schritt und Tritt durch die Stadt und bewältigten dabei sogar Treppenstufen. Ein ausdrücklicher Dank der Naturschutzgruppe gilt den Bürgerinnen und Bürgern von Bad Kreuznach: Zahlreiche Passanten bedankten sich für den Einsatz, während die Autofahrer mit großer Geduld und viel Verständnis auf die kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen reagierten. Diese allgemeine Rücksichtnahme war entscheidend für den Erfolg der Aktion.

Nach dem Erreichen des Flussufers war die Gefahr für die elfköpfige Gruppe jedoch noch nicht gebannt, da die Suche nach einem geeigneten Lebensraum höchste fachliche Expertise erforderte. Da viele Abschnitte der Nahe bereits durch andere Wasservögel besetzt waren, kam es unmittelbar zu Angriffsversuchen der Artgenossen. Ein Aussetzen an der falschen Stelle hätte unweigerlich zu tödlichen Revierkämpfen geführt. Erst nach drei vergeblichen Versuchen konnte schließlich beim vierten Anlauf, fast außerhalb der Stadtgrenze, ein freies Revier gefunden werden. Dort wurden alle elf Tiere wohlbehalten in die Freiheit entlassen. Die Naturschutzgruppe Nahe bittet die Bevölkerung weiterhin um generelle Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Umgang mit Wildtieren. In Notfällen können folgende Kontaktnummern angerufen werden: 0177-6287588, 0176-89091048, 01520-9832061 oder 0176-96103076.


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