StartNachrichtenKreis Bad KreuznachSommerhitze im Griff: Gesundheitsämter geben wichtige Tipps und Hilfen für heiße Tage

Sommerhitze im Griff: Gesundheitsämter geben wichtige Tipps und Hilfen für heiße Tage

KREIS MAINZ-BINGEN / KREIS BAD KREUZNACH. Die Sommermonate bringen zunehmend intensivere Hitzewellen mit sich, die für den menschlichen Körper eine erhebliche Belastung darstellen. Besonders die Region Bad Kreuznach gehört regelmäßig zu den Hitzehotspots in Deutschland. Um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen und aufzuklären, setzen die Gesundheitsämter der Kreisverwaltungen Mainz-Bingen und Bad Kreuznach verstärkt auf Prävention. Mit einem neuen Hitzeflyer sowie praktischen Alltagstipps geben die Experten Orientierung für ein gesundes Verhalten bei extremer Wärme.

Neuer Hitzeflyer im Landkreis Mainz-Bingen
Um die Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert zu informieren, hat das Präventionsteam des Gesundheitsamts Mainz-Bingen einen neuen Hitzeflyer entwickelt. Dieser bietet kompakte und leicht verständliche Empfehlungen für den Alltag. Neben Hinweisen zum richtigen UV-Schutz zeigt der Flyer auf, wann bei hitzebedingten Beschwerden ärztliche Hilfe oder sogar ein Notruf erforderlich ist.

Der Flyer liegt ab sofort kostenlos in den Apotheken des Landkreises Mainz-Bingen aus und ist zudem digital unter s.rlp.de/Hitzeflyer abrufbar. Integrierte QR-Codes führen direkt zu weiterführenden Informationen der Kreisverwaltung, darunter zu kühlen Orten im Landkreis, Sport bei Hitze, mentaler Gesundheit sowie der Möglichkeit, sich als Trinkpatin oder Trinkpate für ältere und hilfsbedürftige Menschen zu engagieren.

Praktische Alltagstipps vom Gesundheitsamt Bad Kreuznach
Dr. med. Anja Brilmayer, Leiterin des Gesundheitsamtes Bad Kreuznach, betont: „Hitze beeinträchtigt nicht nur den Komfort, sondern ist ein ernstzunehmender Gesundheitsfaktor. Mit kleinen Verhaltensänderungen kann jede und jeder Einzelne viel für die eigene Gesundheit tun.“ Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Schwangere und Kinder.

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Die Expertinnen und Experten der beiden Landkreise empfehlen folgende Maßnahmen für den Alltag:

  • Richtig und ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag sind Pflicht – bei großer Hitze auch mehr (sofern medizinisch nichts dagegen spricht). Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Saftschorlen. Alkohol und zuckerreiche Getränke belasten den Kreislauf zusätzlich. Tipp: Eine Trinkflasche gut sichtbar aufstellen, um das Trinken nicht zu vergessen.
  • Wohnung kühl halten: Lüften Sie nur früh morgens und spät abends per Stoßlüftung. Tagsüber sollten Fenster und Rollläden (besonders auf der Sonnenseite) geschlossen bleiben. Helle Vorhänge reflektieren das Licht besonders gut. Zudem sollten ungenutzte Elektrogeräte sowie Herd und Backofen in den heißesten Stunden ausgeschaltet bleiben.
  • Anpassung von Kleidung und Tagesablauf: Leichte, helle Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen ist ideal. Sport, Gartenarbeit und andere körperliche Anstrengungen sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wer draußen aktiv sein muss, sollte Pausen im Schatten einlegen, eine Kopfbedeckung tragen und Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 nutzen.
  • Leichte Ernährung: Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt entlasten den Körper. Ideal sind Gemüse, Obst, Salate und leichte Eiweißquellen (Joghurt, Fisch, Hülsenfrüchte). Da der Körper durch das Schwitzen Salz verliert, sollte dieses nicht zu stark reduziert werden. Eine kurze Ruhepause oder ein Mittagsschlaf unterstützen die Regeneration.

Achtsamkeit im Umfeld und Warnsignale beachten
Beide Gesundheitsämter betonen, wie wichtig ein achtsamer Blick auf Mitmenschen ist. Ein kurzer Anruf oder Besuch bei alleinlebenden älteren Nachbarn oder chronisch Kranken kann im Ernstfall entscheidend sein. Hier kann aktive Hilfe beim Einkaufen, Lüften oder Erinnern ans Trinken geleistet werden. Zudem gilt die strikte Warnung: Kinder und Tiere dürfen niemals – auch nicht bei vermeintlich milden Temperaturen – im geparkten Auto zurückgelassen werden.

Wann ist es ein Notfall? Bei Warnsignalen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, extremer Müdigkeit oder sehr trockener Haut trotz Hitze muss sofort gehandelt werden: den Betroffenen kühlen, ihm zu trinken geben und für Ruhe sorgen. Verbessert sich der Zustand nicht, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht werden. Bei schweren hitzebedingten Notfällen ist sofort die 112 zu wählen.


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