IDAR-OBERSTEIN. Als im Dezember mehrere Haushalte in Rimsberg ohne Strom waren, rückten die Monteure der Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber der OIE, sofort aus, um die Ursache der Störung zu finden. Der Blick nach oben brachte schließlich Klarheit: Ein Storchennest auf einem Strommast hatte mehr Einfluss auf die Energieversorgung, als man zunächst vermuten würde. Damit begann eine besondere Geschichte, in der Technik, Naturschutz und verantwortungsvolles Handeln eng miteinander verknüpft sind.
Mehrere Kundinnen und Kunden meldeten damals eine Versorgungsunterbrechung. Die Ursache wurde schnell gefunden: Äste aus einem Storchennest hatten eine Stromklemme beschädigt und damit den Ausfall ausgelöst. Die defekte Klemme wurde umgehend erneuert – doch schnell war klar: Ohne weitere Maßnahmen könnte sich das Problem wiederholen. Zunächst wandte sich der Verteilnetzbetreiber an den Naturschutzbund (NABU), um das weitere Vorgehen abzustimmen. Kurz darauf meldete sich die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord), mit der gemeinsam eine ebenso sichere wie tierfreundliche Lösung erarbeitet wurde. Das Ergebnis: Das bestehende Nest sollte vorübergehend abgenommen, ein spezielles Gestell am Strommast montiert und das Storchennest anschließend wieder darauf platziert werden – so, dass weder Leitungen noch Klemmen künftig gefährdet sind. Für dieses Vorgehen erteilte die SGD Nord eine schriftliche Genehmigung, die es erlaubte, das Nest im Januar zu versetzen.
Mit viel Engagement und handwerklichem Geschick baute Jan Knebel, Netzbetriebsmeister Obere Nahe bei Westnetz, eigens ein maßgeschneidertes Gestell. Vergangene Woche wurde es schließlich mithilfe eines Steigerfahrzeugs erfolgreich montiert. Das Storchennest konnte wieder sicher seinen Platz einnehmen – nun mit ausreichend Abstand zur Technik.
Die Hoffnung ist groß, dass der Storch schon bald zurückkehrt. Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist das Nest weit mehr als nur ein Bauwerk auf einem Mast. Es ist eine kleine Attraktion, ein Stück Natur direkt vor der Haustür und ein vertrauter Teil des Ortsbildes.
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