VG LANGENLONSHEIM-STROMBERG. Wie sieht die Zukunft der Dörfer in der ehemaligen Verbandsgemeinde Stromberg aus? Wo drückt der Schuh bei Kitas, im Ehrenamt und in der regionalen Wirtschaft? Um diese Fragen zu klären, begab sich der SPD-Gemeindeverband Langenlonsheim-Stromberg am vergangenen Wochenende auf eine umfassende Infotour. Begleitet wurden die Mitglieder von der Landtagsabgeordneten Dr. Claudia Eider, die sich vor Ort ein Bild von den aktuellen Herausforderungen machte.
Der Tag begann bei einem gemeinsamen Frühstück in Schweppenhausen. Im Dialog mit Ortsbürgermeisterin Anke Denker und Dr. Claudia Eider wurde schnell deutlich: Die Kommunalpolitik steht vor komplexen Aufgaben. Besonders im Fokus stand die frühkindliche Bildung. Beim anschließenden Besuch der Kindertagesstätte „Naseweis“ erläuterte Kitaleiterin Frau Krieger-Klein das innovative pädagogische Konzept.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Sanierungsarbeiten verzögern sich hier massiv, da Förderbescheide auf sich warten ließen. Dr. Eider lobte die Professionalität des Teams, kritisierte jedoch die bürokratischen Hürden: „Die Kreativität der Erzieherinnen ist beeindruckend, aber wir müssen die Verwaltungsprozesse beschleunigen, damit Investitionen dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“
In der Stadt Stromberg präsentierte sich ein Kontrast aus Geschichte und Moderne. Im frisch sanierten historischen Rathaus informierte die Beigeordnete Dr. Gertrud Bendix über den geplanten Kita-Neubau und aktuelle stadtpolitische Weichenstellungen. Dass Stromberg am Puls der Zeit bleibt, bewies der Besuch im Coworking Space „FACHWERK“. Das Projekt bietet Bürgern moderne Arbeitsplätze im ländlichen Raum und zeigt, wie New Work die Region stärken kann.
Nach einer Stärkung in der Taverne „Meteora“ in Dörrebach – einem der letzten klassischen Dorfgasthöfe und wichtigem sozialen Ankerpunkt – führte die letzte Etappe zum Waldhof Kemmer nach Warmsroth. Der beliebte Hofladen mit eigener Fleischproduktion ist ein Aushängeschild für regionale Vermarktung. Im Gespräch mit der Unternehmensführung wurde jedoch ein deutlicher Wunsch laut: Weniger Bürokratie. Um weiter expandieren und die regionale Versorgung sichern zu können, sei eine Deregulierung unumgänglich.
Am Ende eines ereignisreichen Tages zog die Delegation eine klare Bilanz. Die Tour habe gezeigt, wie groß das Engagement der Bürger und Ehrenamtlichen vor Ort ist. Ob in der Kita oder im ländlichen Handwerk – die Menschen wollen gestalten.
„Das Fazit dieser Tour ist eindeutig“, so die Vertreter des Gemeindeverbandes. „Wir brauchen eine nachhaltige Entbürokratisierung. Nur durch Deregulierung können wir unsere Kommunen effizienter und zukunftsfähiger gestalten.“ Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun direkt in die politische Arbeit auf Kreis- und Landesebene einfließen.
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