StartNachrichtenKreis Bad KreuznachFDP-Kreisverband wählte im Windesheimer Orgel-Art-Museum sein Führungsteam – Kontinuität und neue Gesichter

FDP-Kreisverband wählte im Windesheimer Orgel-Art-Museum sein Führungsteam – Kontinuität und neue Gesichter

WINDESHEIM/KREIS BAD KREUZNACH. Mit einer kämpferischen Rede eröffnete der Kreisvorsitzende Thomas Bursian die Mitgliederversammlung. Er betonte, die FDP stehe für Freiheit, Leistung und Verantwortung – gerade in Zeiten von Krisen, wachsender Bürokratie und politischer Beliebigkeit. Deutschland brauche Reformen statt Ideologien, weniger Staat, mehr Eigenverantwortung und verlässliche Rahmenbedingungen für Bürger und Unternehmen. Er kritisierte den ineffizienten Umverteilungsmechanismus des Staates. Erst werde den Bürgern das Geld entzogen, um dann bürokratisch in ineffiziente und bürokratische und obendrein noch schuldenfinanzierte  Programme gesteckt zu werden. Auch im Landkreis müsse Schluss sein mit Stillstand und überbordender Verwaltung. Politik müsse den Menschen dienen. Die FDP wolle gestalten – mit Digitalisierung, starken Kommunen, guten Bildungs- und Wirtschaftsstandorten sowie einer Politik, die Leistung wieder belohnt.

Der ausgeschiedene Justizminister und Direktkandidat Philipp Fernis bedankte sich für die große Unterstützung durch die Basis, deren fester Teil er bleiben möchte. Bursian lobte das Wirken von Fernis: „Dem Liberalen ist die Justiz auf den Leib geschnitten.“ Seinem Nachfolger Dr. Helmut Martin (CDU) wünschte er Können und Erfolg.

Die anschließenden Vorstandswahlen verliefen in großer Geschlossenheit. Nach langjähriger Vorstandsarbeit gaben die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Klaus-Jürgen Friedrich (11 Jahre) und Irene Wach (8 Jahre) ihre Ämter ab. Beide umschrieben ihr Wirken im Verband mit dem Leitsatz: „Freiheit ist undenkbar ohne die Verantwortung für sich selbst und gegenüber der Mitwelt, Umwelt und Nachwelt!“ Beide arbeiten weiter mit: Klaus-Jürgen Friedrich als Beisitzer für Wirtschaft und Ressourcen, Irene Wach als Rechnungsprüferin.

In geheimer Wahl wurde Thomas Bursian als Kreisvorsitzender, wie alle anderen Mitglieder auch,  einstimmig bestätigt. Stellvertretende Vorsitzende sind erneut der Bad Kreuznacher Rechtsanwalt Christoph Anheuser sowie die neu gewählten Diplom-Volkswirt Torsten Straube aus Bretzenheim und der Vorsitzende der Jungen Liberalen sowie Soldat Linsay-Dean Eisenmann. Ebenfalls bestätigt wurden Schatzmeisterin Annen Freund, Schriftführer Sven Essig sowie Beisitzer Dr. Detlev Koepke, Mitglied des Verbandsgemeinderates Rüdesheim. Kooptiert sind automatisch die Kommunalvertreter Emanuel Letz, Frank Ensminger und Marlene Hölz. Christoph Anheuser sprach von einer gelungenen Mischung aus Kontinuität und neuen Gesichtern und sieht den Kreisverband damit gut für die Zukunft aufgestellt.

Der Tierarzt und Vorsitzende des Ortsverbandes Nahe-Glan, Dr. Alois Schwahn, forderte zudem, dass die Bundespartei ihren Vorsitz künftig direkt von den Mitgliedern wählen lassen solle. Die FDP habe sich in der Corona-Krise als Bürgerrechtspartei profiliert, später jedoch als Wirtschaftspartei während der Ampel-Regierung an Profil verloren.

Der neue Landesvorsitzende und Bildungspolitiker Stefan Thoma betonte, die FDP müsse das Aufstiegsversprechen durch Leistung und Selbstständigkeit wieder glaubwürdig vertreten. Leistung müsse sich in Wirtschaft, Bildung und Sport lohnen. Als außerparlamentarische Opposition wolle die FDP Rheinland-Pfalz stärker auf die Beteiligung ihrer Mitglieder setzen und sich auf die Kernthemen Wirtschaft, Bildung und Meinungsfreiheit konzentrieren. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige benötigten weniger Bürokratie und einfachere Verfahren. Zudem müssten Schulen mehr Eigenverantwortung erhalten und Bildungsabschlüsse wieder an Wert gewinnen.

Gastgeber, Orgelbauer und Museumsleiter Wolfgang Oberlinger hob die Bedeutung von Kultur und Werten für die Gesellschaft hervor und forderte die FDP auf, hier deutlicher Position zu beziehen. Mit Blick auf den Appell von Bundespräsident Roman Herzog, es müsse „ein Ruck durch Deutschland gehen“, warb er für mehr Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft und Mut zur Veränderung – in Politik und Gesellschaft gleichermaßen.


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