BAD KREUZNACH. Die Stadt Bad Kreuznach wird das im Herbst 2024 eingeführte Verkehrskonzept mit sogenannten „Schulstraßen“ um die Grundschule Hofgartenstraße nicht weiterverfolgen. Die angestrebte Wirkung und Akzeptanz konnte trotz umfangreicher Maßnahmen und eines aufwendigen Planungs- und Beteiligungsprozesses nicht erreicht werden. Die Stadt sieht derzeit keine realistischen Optionen zusätzliche verkehrsrechtliche oder bauliche Maßnahmen umzusetzen, die unter den gegebenen Bedingungen einen nachhaltigen Erfolg versprechen würden.
Trotz der umgesetzten Regelungen waren zahlreiche Eltern nicht bereit, auf das direkte Vorfahren an die Schule zu verzichten, sondern fanden weiterhin Wege, ihre Kinder möglichst nah an den Schuleingängen aus dem Auto aussteigen zu lassen. Hinzu kommt, dass Schulstraßen mit temporären Fahrverboten für die Anwohnerinnen und Anwohner mit erheblichen Einschränkungen verbunden sind.
Diese Belastungen lassen sich nur rechtfertigen, wenn das Verkehrskonzept zu einer spürbaren Entlastung und zu mehr Sicherheit führt. Dies ist nach Einschätzung der Stadt nicht in ausreichendem Umfang der Fall. Zudem sind Anwohner bereits rechtlich gegen die Schulstraßen vorgegangen; das Thema war unter anderem Gegenstand im Stadtrechtsausschuss. Dies zeigt, wie konfliktträchtig und belastend die Umsetzung des Konzepts vor Ort ist.
Die Verkehrssituation rund um die Hofgartenschule beschäftigt die Stadtverwaltung bereits seit mehr als 30 Jahren. Ziel aller Maßnahmen war es, die Sicherheit der Schulkinder auf ihrem Schulweg zu verbessern und die Belastungen für das Wohnumfeld zu reduzieren. Seit 1994 wurden an dem Standort zahlreiche verkehrslenkende und verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt.
Dazu zählten Einengungen an Fußgängerüberwegen, Park- und Halteverbote, die Ausweisung einer Tempo-30-Zone, Verkehrsberuhigungen durch wechselseitige Parkflächen, die Schaffung von Kiss-and-Ride-Stellplätzen, eine Verkehrsuntersuchung mit Bestandsanalyse, Elternbefragung und Handlungsempfehlungen, die Einrichtung von Fußgängerüberwegen, ein Verkehrskonzept mit zusätzlichen und neu geordneten Kiss-and-Ride-Plätzen sowie Einbahnstraßenregelungen, Anwohnerinformation und Anwohnerversammlung, die spätere Aufhebung der Einbahnstraßenregelung, der Bau eines provisorischen kleinen Kreisverkehrs sowie weitere Maßnahmen wie Drängelgitter, Pfosten und Markierungen.
Mit den im Herbst 2024 eingeführten „Schulstraßen“ wurde ein weiterer Versuch unternommen, die Situation zu verbessern. Das Konzept war in einem moderierten Beteiligungsprozess gemeinsam mit Schule, Anwohnern und Eltern erarbeitet worden. Kern des Modells waren temporäre Fahrverbote in der Hofgartenstraße, Glockengasse, Schillerstraße, Reitschule und im Steinweg zu den Bring- und Abholzeiten. Zugleich wurden einige Kiss-and-Ride-Stellplätze in die Rüdesheimer Straße verlagert bzw. in reguläre Parkplätze für Anwohner und den allgemeinen ruhenden Verkehr umgewandelt. Ziel war es, den Pkw-Verkehr in unmittelbarer Nähe der beiden Schulstandorte deutlich zu reduzieren und damit die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.
„Die Stadt setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, die Verkehrssituation rund um die Hofgartenschule zu verbessern und die Sicherheit insbesondere für die Kinder auf dem Schulweg zu erhöhen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen entwickelt und erprobt, darunter auch das Konzept der Schulstraßen. Damit solche Lösungen nachhaltig wirken können, braucht es die Unterstützung aller Beteiligten. Ich appelliere daher erneut an die Eltern, im Interesse der Sicherheit ihrer Kinder und aus Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner nach Möglichkeit auf das direkte Vorfahren zur Hofgartenschule zu verzichten“, so Oberbürgermeister Emanuel Letz.
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