MORBACH. Ein ungewöhnlicher Einsatz sorgte am Freitag, 9. Oktober, auf der Hunsrückhöhenstraße (B327) für Aufregung. Zwei freilaufende Hunde hielten nicht nur die Polizei auf Trab, sondern sorgten auch für eine kurzzeitige Straßensperrung und einen rund einen Kilometer langen Rückstau. Am Ende fanden sich die beiden Vierbeiner sogar als vorübergehende „Hilfskräfte“ auf der Polizeiinspektion Morbach wieder.
Gegen 11.20 Uhr meldeten gleich mehrere aufmerksame Verkehrsteilnehmer zwei größere Hunde, die zwischen Hinzerath/Wederath und Hochscheid auf der vielbefahrenen Bundesstraße unterwegs waren.
Die alarmierten Beamten der Polizeiinspektion Morbach rückten aus und mussten die B327 kurzzeitig vollständig sperren, um die beiden Ausreißer gefahrlos einfangen zu können. Dabei war durchaus sportlicher Einsatz gefragt, bis die Vierbeiner schließlich in Polizeigewahrsam genommen werden konnten. Durch die Sperrung bildete sich ein Rückstau von rund einem Kilometer Länge. Zusätzlich wurde eine Meldung über den Verkehrswarnfunk verbreitet, um andere Verkehrsteilnehmer auf die ungewöhnliche Situation aufmerksam zu machen.

Dort sorgten die ungewöhnlichen Gäste für eine willkommene Abwechslung im Dienstalltag. Die Polizei nahm die Situation mit Humor und bezeichnete die beiden Vierbeiner kurzerhand als neue „Hilfskräfte“.Allerdings zeigten sich die tierischen Kollegen bei den Ermittlungen zu ihrem eigenen Vermisstenfall bislang wenig auskunftsfreudig. Immerhin verlief die Zusammenarbeit mit den beiden Hunden nach Angaben der Polizei ausgesprochen unkompliziert.
Polizei sucht dringend die Besitzer
Nun hofft die Polizeiinspektion Morbach, dass sich die Besitzer der beiden Hunde schnellstmöglich melden. Sie werden gebeten, sich umgehend mit der Dienststelle in Verbindung zu setzen und ihre Vierbeiner abzuholen. Hierfür ist ein entsprechender Eigentums- beziehungsweise Halternachweis erforderlich.
Da beide Hunde weder eine Halsbandmarke noch eine Ohrtätowierung besitzen, nimmt die Polizei den Vorfall außerdem zum Anlass, an alle Hundehalter zu appellieren, ihre Tiere ausreichend zu kennzeichnen. Insbesondere eine Registrierung der Chipnummer bei der Tierschutzorganisation TASSO könne dabei helfen, entlaufene Vierbeiner schneller ihren Besitzern zuzuordnen und wieder nach Hause zu bringen.
Mit einem Augenzwinkern fasst die Polizei den ungewöhnlichen Einsatz zusammen: „Nicht jeder Einsatz endet mit einer Anzeige – manchmal beginnt er auch mit zwei freundlichen Hunden auf Abwegen“, teilten die Beamten mit.
Update: 16 Uhr:
Die zwei Hunde inzwischen wieder wohlbehalten bei ihrem Besitzer angekommen. Wie die Polizeiinspektion Morbach weiter berichtete, hatten sich die beiden tierischen „Praktikanten“ mittlerweile bestens auf der Polizeidienststelle eingelebt. Dennoch durften sie ihre vorübergehende Tätigkeit bei der Polizei nun beenden und die Heimreise antreten. Inzwischen ist auch geklärt, warum die beiden Vierbeiner überhaupt ausgebüxt waren. Bei den Ausreißern handelt es sich um zwei Jagdhunde, die ihren „Auftrag“ offenbar etwas zu ernst genommen hatten. Auf der Verfolgung einer Fährte waren die beiden so eifrig unterwegs, dass sie schließlich auf der vielbefahrenen B327 landeten.
Dass die Ausreißer so schnell wieder nach Hause zurückkehren konnten, ist auch der großen Unterstützung aus der Bevölkerung zu verdanken. Zahlreiche Anwohner aus dem Hunsrück hatten die ursprüngliche Polizeimeldung in den sozialen Netzwerken geteilt. Dadurch konnte der Besitzer innerhalb kurzer Zeit ausfindig gemacht werden. Der glückliche und erleichterte Hundehalter bedankte sich bei den aufmerksamen Verkehrsteilnehmern und den Beamten der Polizeiinspektion Morbach. Auch die Polizei sprach der lokalen Presse sowie den zahlreichen Hunsrücker Bürgerinnen und Bürgern ihren Dank für die große Unterstützung bei der Suche aus.
Damit endet der ungewöhnliche Polizeieinsatz mit einem Happy End: Die beiden vierbeinigen „Praktikanten“ haben ihren kurzen Ausflug in den Polizeidienst beendet und sind wieder zu Hause.








