INGELHEIM. Einkaufen vor Ort, persönliche Beratung und die Vielfalt der Innenstadt neu entdecken: Vom 12. bis 27. September steht Ingelheim wieder im Zeichen der bundesweiten Aktion „Heimat shoppen“. In diesem Jahr beteiligen sich 26 Betriebe. Bei einem Presserundgang am Montag stellten Vertreter der Stadt, der IHK für Rheinhessen und drei Einzelhändler die Aktion und die Vorzüge des stationären Handels vor.
Oberbürgermeisterin Eveline Breyer machte zum Auftakt deutlich, dass die Menschen weiterhin dafür gewonnen werden sollen, bewusst in Ingelheim einzukaufen. Gerade die persönliche Beratung und die Möglichkeit, Produkte direkt anzusehen, anzuprobieren und gegebenenfalls anzupassen, seien Vorteile, die der Onlinehandel nicht bieten könne. Auch mit Blick auf zahlreiche Rücksendungen bei Onlinebestellungen sei der Einkauf vor Ort eine Alternative. In Ingelheim gebe es ein breites Angebot. Wer seine Einkäufe gezielt bündele, könne vieles an einem Tag in der Innenstadt erledigen. Breyer dankte auch den Medienvertretern dafür, die Botschaft des lokalen Einkaufens in die Öffentlichkeit zu tragen.
IHK-Geschäftsführer Dr. Florian Steidl erläuterte, dass „Heimat shoppen“ als bundesweite Imagekampagne vor allem die Menschen erreichen soll, die ohnehin in den Städten unterwegs sind. Deshalb werde die Ingelheimer Aktion bewusst mit Veranstaltungen verbunden, die bereits für eine hohe Besucherfrequenz sorgen. Dazu gehören das Rotweinfest und der verkaufsoffene Sonntag. „Ingelheim hat einen vielfältigen, oft inhabergeführten Handel“, betonte Steidl. Mit dem gemeinsamen Engagement der Unternehmen wolle man dazu einladen, die Innenstadt bewusst zu erleben und vielleicht auch Geschäfte zu entdecken, die bislang noch nicht bekannt waren.
Für die teilnehmenden Betriebe stellt die IHK verschiedene Werbematerialien kostenlos zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem 4.750 Papiertaschen, 75 Plakate und 550 Luftballons. Die Händler können darüber hinaus eigene Aktionen anbieten.
Shoppen-Block soll Kunden in die Geschäfte locken
Eine Ingelheimer Besonderheit ist der sogenannte Shoppen-Block. Darin bieten die beteiligten Händler und Dienstleister Vergünstigungen, kleine Zugaben oder besondere Angebote an. Organisiert wird dieser vom Gewerbeverein Ingelheim aktiv. Matthias Thier von der Wirtschaftsförderung der Stadt Ingelheim erläuterte beim Presserundgang das weitere Programm. Zum Auftakt am 12. September ist unter anderem ein Marktfrühstück vorgesehen. Ihren Abschluss finden die Aktionstage am 27. September mit dem verkaufsoffenen Sonntag zum Auftakt des Rotweinfestes.
Persönliche Beratung als entscheidender Vorteil
Wie wichtig das persönliche Einkaufserlebnis ist, wurde beim Besuch der teilnehmenden Geschäfte deutlich. Jens Zeller, Inhaber des Herrenbekleidungsgeschäfts Dressman, setzt beispielsweise stark auf individuelle Beratung und eine angenehme Atmosphäre.
Riechen, fühlen, probieren und die persönliche Begegnung seien Dinge, die der Onlinehandel nicht ersetzen könne. Gleichzeitig helfe die Aktion „Heimat shoppen“ den Händlern dabei, über ihre Stammkundschaft hinaus wahrgenommen zu werden. Denn wer als Einzelhändler nicht regelmäßig auf sich aufmerksam mache, könne schnell in Vergessenheit geraten.
Zeller plant zudem ein weiteres Projekt. In Zusammenarbeit mit der Stadt soll in einem Eiscafé für vier Monate eine zusätzliche Verkaufsfläche entstehen. Zunächst soll dort ein Weihnachts-Pop-up-Store eingerichtet werden. Nach Weihnachten ist bis Februar eine Nutzung als Outlet vorgesehen. Läuft das Konzept erfolgreich, könnte es künftig wiederholt werden und gleichzeitig einen Beitrag gegen Leerstände leisten.

Leder Hagemann setzt auf Beratung und Service
Auch Michael Hanne von Leder Hagemann sieht die persönliche Beratung als eine der großen Stärken des stationären Handels. Das wird inzwischen in sechster Generation geführt. Die Ingelheimer Niederlassung wurde 2014 eröffnet.
Das Sortiment reicht von Handtaschen und Koffern bis zu Rucksäcken und Schulartikeln. Dabei werde das Angebot gezielt auf die jeweiligen Standorte abgestimmt. Was beispielsweise in Rüdesheim gefragt sei, müsse in Ingelheim nicht zwangsläufig funktionieren. Kundenwünsche und persönliche Gespräche spielten deshalb bei der Sortimentsplanung eine wichtige Rolle.
Zum stationären Einkauf gehören für Michael Hanne auch Dienstleistungen, die über den eigentlichen Verkauf hinausgehen. Dazu zählen Reparaturen an Taschen und Koffern, der Austausch von Ersatzteilen sowie das Kürzen von Ledergürteln. Hochwertige Produkte sollen dadurch möglichst lange genutzt werden können. Für den Standort Ingelheim sieht Hanne weiterhin großes Potenzial. Die Entwicklung rund um die „Neue Mitte“ habe wichtige Impulse gegeben, auch wenn es Zeit brauche, bis neue Geschäfte bei allen potenziellen Kunden bekannt seien.
Elektro Dick: Beratung ohne zusätzliche Gebühr
Auch bei Elektro Dick in der Fußgängerzone spielt die Beratung eine wichtige Rolle. Das Geschäft ist seit 2021 am Standort vertreten und bietet eine große Auswahl an Haushaltsgeräten der sogenannten „Weißen Ware“.
Mitarbeiter Markus Bernath berichtete, dass viele Kunden, die sich im Geschäft beraten lassen, anschließend dort auch kaufen. Eine Beratungsgebühr sei nicht vorgesehen. Ein weiterer Vorteil des Einkaufs vor Ort: Die gekaufte Ware werde bis zum gewünschten Standort gebracht und bei Bedarf auch angeschlossen.
Die Aktionstage laufen vom 12. bis 27. September. Ihren Abschluss bildet der verkaufsoffene Sonntag am 27. September, der gleichzeitig den Auftakt des Ingelheimer Rotweinfestes darstellt. Die Aktion wird gemeinsam von der IHK Rheinhessen, dem Gewerbeverein „Ingelheim aktiv“ und der Stadt Ingelheim umgesetzt.
„Heimat shoppen“ ist Teil einer bundesweiten Initiative der Industrie- und Handelskammern. Sie soll zeigen, welchen Beitrag Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe für lebendige und attraktive Innenstädte leisten. In Rheinhessen beteiligen sich neben Ingelheim unter anderem auch Bingen, Büdesheim, Alzey, Mainz und Worms.






