StartNachrichtenKreis BirkenfeldTorsten Wahl wird zum Ständigen Diakon geweiht 

Torsten Wahl wird zum Ständigen Diakon geweiht 

Unermüdlich im Einsatz für die Gemeinschaft
Trier/Neuhütten/Heimbach
. „Immer hilfsbereit sein, niemanden ausgrenzen und keine Vorurteile haben: Das hat meine Mutter mir schon beigebracht, als ich noch ganz klein war.“ Nächstenliebe und der Einsatz für die Gemeinschaft wurden Torsten Wahl also gewissermaßen in die Wiege gelegt. Am 12. September wird der Neuhüttener im Trierer Dom zum Diakon geweiht.  

Klassisch katholisch sozialisiert, engagierte sich der gebürtige Heimbacher (Kreis Birkenfeld) schon früh in seiner Gemeinde, zunächst als Messdiener, später als Jugendlicher im Pfarrgemeinderat. Nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann leistete Wahl Dienst bei der Bundeswehr, war acht Jahre lang Soldat, und auch dort riss der Faden zu Gott nie ab. Im Gegenteil: Als Stabsunteroffizier stationiert in Baumholder, war er Mitglied im dortigen Militärseelsorge-Rat. Inzwischen ist Wahl Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn, wo er im Betriebsrat tätig ist, und lebt mit seiner Ehefrau Natascha und den beiden Töchtern in Neuhütten im Pastoralen Raum Hermeskeil. Als er 2007 der Liebe wegen in das Hochwalddörfchen am Rande des Nationalparks zog, übernahm er rasch Verantwortung in der Dorfgemeinschaft: bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Karnevalsverein KuKI Neuhütten, als Vorsitzender im Förderverein der Kita und Grundschule, als Lektor und Kommunionhelfer – und natürlich im Pfarrgemeinderat der damaligen Pfarrei Züsch (seit 2016 St. Franziskus Hermeskeil). Denn: „Gott hat mich immer angezogen, mich immer begleitet.“  

Der Einsamkeit entgegentreten
Sich jenseits der Erwerbstätigkeit einzubringen und fortzubilden, ist für den Mittvierziger (Jahrgang 1980) glücklicherweise selbstverständlich. Denn um Diakon zu werden, braucht es ein fundiertes theologisches Grundwissen. Dafür absolvierte Wahl von 2021 bis 2025 den Fernkurs Theologie (Würzburg). Nach der Weihe ist man als Ständiger Diakon auch nach Feierabend und an Wochenenden aktiv, leitet Wortgottesdienste und Begräbnisse, führt Trauergespräche, assistiert bei Trauungen, bringt die Kommunion zu Alten und Kranken, tauft Kinder oder ist einfach als Seelsorger für jene da, die ein offenes Ohr brauchen. Und davon gibt es immer mehr, berichten etwa die TelefonSeelsorge und die Lebensberatungsstellen im Bistum. „Einsamkeit ist ein Problem, das immer mehr Menschen belastet, und zwar nicht nur im städtischen, sondern auch im ländlichen Raum. Das nehmen wir inzwischen nicht nur bei der älteren Generation wahr, sondern auch schon bei jungen Menschen“, sagt Wahl. Einrichtungen wie das Mehrgenerationenhaus in Hermeskeil oder Treffpunkte in den Gemeinden vor Ort, die Austausch ermöglichen, sowie Besuchsdienste seien daher ungemein wichtig und sollten gefördert werden.  

Als Familienmensch, ehemaliger Soldat und künftiger Diakon hat Wahl einen differenzierten Blick auf das, was in der Welt geschieht – im kirchlichen wie im säkularen Kontext. Die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung des Wehretats, der bis 2029 schrittweise auf rund 150 Milliarden Euro anwachsen soll, betrachtet er zum Beispiel mit gemischten Gefühlen: „Wir leben in einer Zeit, in der die Auswirkungen von Kriegen für alle spürbar werden, spätestens seit Beginn des Ukrainekriegs, der zunehmend hybrid geführt wird.“ Es sei jahrelang viel gespart worden bei der Bundeswehr, dieses Defizit müsse nun ausgeglichen werden. „Mit wachem Auge beobachte ich allerdings die derzeitigen Kürzungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich.“ Aus diakonischer Sicht ein absolutes No-Go – insbesondere wenn Kinder und Jugendliche von den Kürzungen betroffen sind. In Zeiten sinkender Kirchensteuereinnahmen werde es für die Kirche jedoch zunehmend schwierig, diese Lücken im Sozialsystem zu stopfen. Engagement zu fördern, sei es haupt- oder ehrenamtlich, sei daher nun umso wichtiger. Aktuellen Diskussionen um Neuerungen in der katholischen Kirche begegne er aufgeschlossen, sagt der künftige Diakon. Andere Standpunkte zu hören und „auch mal sacken zu lassen“ gehöre einfach dazu. „Oft denke ich dann: Was würde uns Jesus heute dazu sagen?“ 

Torsten Wahl hat sich entschieden, für die Menschen da zu sein – und seinen persönlichen Lebensweg gemeinsam mit der Kirche zu gehen. Zusammen mit zwei weiteren Männern – Raphael Collinet und Manuel Hauth – wird er von Bischof Dr. Stephan Ackermann am Samstag, 12. September, um 9.30 Uhr im Trierer Dom zum Diakon geweiht. Zum Weihegottesdienst sind alle Interessierten herzlich eingeladen.  

Derzeit gibt es im Bistum Trier 174 Diakone, von denen 97 im aktiven Dienst sind und 25 das Amt haupt- und 72 nebenberuflich ausüben (Stand Juli 2026). Die Mehrzahl ist verheiratet und hat Kinder, einige haben den Zölibat als ehelose Lebensform gewählt. Weitere Informationen zur Ausbildung zum Diakon gibt es bei Axel Berger, Ausbildungsleiter für Diakone im Haupt- und Zivilberuf, unter Telefon 0651-7105130 oder unter https://www.wirglaubenandich.de/seelsorgeberufe/diakon/


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