REGION / BAD KREUZNACH. Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kolb die Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück zur ordentlichen Vertreterversammlung im Leonardo Hotel in Bad Kreuznach. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaftsbank, die Herausforderungen durch die weltpolitische Lage sowie der Jahresabschluss 2025. Die Vertreter bestätigten einstimmig den Jahresabschluss und beschlossen eine Dividende von insgesamt 3,25 Prozent. Zu Beginn bedankte sich Kolb bei den Mitarbeitern der Volksbank, die trotz der „tropischen Temperaturen“ für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten.
In seiner Ansprache ging Kolb auf die weltpolitischen Krisen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft ein. Neben den Kriegen in der Ukraine und Syrien bereiteten ihm insbesondere die Spannungen im Nahen Osten Sorge. Eine weitere Eskalation könne den weltweiten Warenverkehr erheblich beeinträchtigen. Auch Deutschland befinde sich wirtschaftlich weiterhin in einer schwierigen Lage. „Die gesamtwirtschaftliche Dynamik bleibt unterdurchschnittlich“, sagte Kolb und sprach von einer weiterhin fragilen Entwicklung.
Dennoch zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende für die Volksbank zuversichtlich. Das genossenschaftliche Leitbild „Wir für die Region“ sei weit mehr als ein Slogan. „Wir verstehen uns als Teil unserer Städte und Gemeinden und übernehmen Verantwortung für die Entwicklung unserer Region“, betonte Kolb. Die Volksbank begleite mittelständische Unternehmen bei Investitionen, sei für Privatkunden ein sicherer Partner in Finanzierungs- und Vorsorgefragen und unterstütze zahlreiche Vereine sowie soziale Projekte. „Trotz aller Belastungen bleiben wir auf stabilem Kurs und blicken vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2026 und die folgenden Jahre.“
Im Anschluss berichtete Vorstandsvorsitzender Patrick Miljes über das Geschäftsjahr 2025. Angesichts zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibe die Volksbank ein verlässlicher Partner. „Die Berechenbarkeit Ihrer Bank ist gegeben“, erklärte Miljes. Vertrauen, Nähe und Engagement seien weiterhin die Grundpfeiler des genossenschaftlichen Handelns. Erstmals wurde der Geschäftsbericht ausschließlich in digitaler Form veröffentlicht und kann per QR-Code oder über die Internetseite der Bank abgerufen werden.

Trotz sinkender Leitzinsen entwickelte sich das Kundengeschäft erfreulich. Die Bilanzsumme stieg auf rund 2,22 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage nach Baufinanzierungen. Das Neugeschäft legte gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent zu, wobei insbesondere Bestandsimmobilien und Fertigstellungen finanziert wurden. Auch das Firmenkundengeschäft wuchs um fünf Prozent.
Miljes machte deutlich, dass der Wohnungsneubau weiterhin unter den schwierigen Rahmenbedingungen leide. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach Bestandsimmobilien sowie energetischen Sanierungen. Auch die Altersvorsorge bleibe aufgrund steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Wohnkosten eines der wichtigsten Beratungsthemen.
Positiv entwickelte sich auch die Ertragslage der Bank. Trotz der früher als erwarteten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank konnte der Zinsüberschuss nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. Dazu trugen unter anderem frühzeitig umgeschichtete Eigenanlagen bei. Das Ergebnis vor Bewertung erreichte 1,12 Prozent und liegt damit nach Angaben des Vorstandes auf einem guten Niveau innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Mit Blick auf die Zukunft kündigte Miljes weitere Investitionen in Digitalisierung und Service an. Gleichzeitig wolle die Volksbank ihre genossenschaftlichen Werte stärker erlebbar machen und insbesondere jüngere Kunden für eine Mitgliedschaft gewinnen. Einen Schwerpunkt bildet außerdem das neue Bezahlsystem „Wero“, das als europäische Alternative zu internationalen Zahlungsdiensten etabliert werden soll. „Bitte schalten Sie Wero heute noch im Online-Banking frei und nutzen Sie es im Alltag“, appellierte der Vorstandsvorsitzende an die Vertreter.
Im Rahmen der Versammlung verabschiedete Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kolb außerdem langjährige Führungskräfte. Prokuristin Klaudia Schmunk wurde für ihre jahrzehntelange Tätigkeit unter anderem als Leiterin der Marketingabteilung gewürdigt. Auch der Prokurist und Leiter der „Marktfolge Aktiv“, Wolfgang Knoth wurde für seine langjährige Arbeit und Loyalität verabschiedet, konnte an der Versammlung jedoch nicht teilnehmen. Gleichzeitig stellte Kolb Christian Klingler vor, der seit Anfang des Monats den neu geschaffenen Bereich Immobilien leitet.
Anschließend stellten die Vertreter ohne Gegenstimmen den Jahresabschluss fest. Die Bilanzsumme beträgt 2.220.230.554,13 Euro, der Bilanzgewinn beläuft sich auf 3.149.428,05 Euro. Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die Verwendung des Jahresüberschusses. Neben der Stärkung der gesetzlichen und weiteren Ergebnisrücklagen erhalten die Mitglieder eine Dividende von insgesamt 3,25 Prozent.
Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Almudena Gräfin von Plettenberg einstimmig neu in das Gremium gewählt. Ebenfalls ohne Gegenstimmen wurden Annemarie Dhonau, Dr. Carl Thomas Ewald, Fred Jung und Dagmar Silvery in ihren Ämtern bestätigt. Zum Abschluss dankte Andreas Kolb allen Vertreterinnen und Vertretern für ihre Teilnahme und lud zum gemeinsamen Gedankenaustausch bei Wein und einem Abendessen ein. „Wir wollen auch künftig das Gefühl behalten, ob wir mit unserer Bank und unserer Marktposition richtig unterwegs sind“, so Kolb abschließend.





