WALDALGESHEIM. Mit einer fulminanten Herrensitzung hat der Karnevalverein Waldalgesheim (KVW) am Freitag die Saalfastnacht eingeläutet. Im Zeichen des stolzen 121-jährigen Jubiläums bot das Programm alles, was das närrische Männerherz begehrt: Politische Breitseiten, akrobatische Tänze und eine Stimmung, die erst in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt fand.

Wenn der Sitzungspräsident Klemens Jung zur Herrensitzung lädt, dann weiß die Männerwelt in Waldalgesheim: Es wird laut, es wird bunt und es wird scharfzüngig. Dass der KVW in dieser Kampagne sein elf mal elfjähriges Jubiläum feiert, verlieh dem Abend in der vollbesetzten Keltenhalle einen besonders festlichen Glanz.
Ein Fest für die Augen und die Ohren
Der Startschuss fiel spektakulär: Der Damenelferrat und die Gruppe „Kaleidoskop“ entführten das Publikum in einer Tanzrevue von Rio über Venedig direkt ins „Epizentrum“ Waldalgesheim. Es war der Auftakt zu einem Marathon aus vier Vorträgen, vier Gesangsdarbietungen und stolzen acht Tänzen.
Bevor die „Verschwörung der Männer“ jedoch so richtig loslegen durfte, schwor Klemens Jung die Anwesenden auf die Hausregeln ein. Für die Verschwörung der Männer präsentierte der Sitzungspräsident eine neue Vorgehensweise. Vor dem Nachsprechen der wichtigsten Regeln sangen sie das bekannte Bergwerkslied „Glück auf der Steiger kommt“ in einer speziellen Herrenform.

Für die intellektuellen Spitzen sorgten hochkarätige Gäste aus der Fastnachtshochburg Mainz. Bernhard Knab glänzte in seiner Paraderolle als „Deutscher Michel“ und nahm kein Blatt vor den Mund. Er kritisierte den Umgangston im Bundestag und zog den Vergleich zu Polit-Größen wie Strauß und Wehner, die sich einst noch „mit Respekt gestritten“ hätten.
Nicht weniger zimperlich ging Andreas Schmitt als „Obermessdiener“ mit der aktuellen Politik ins Gericht. Der bekennende Sozialdemokrat sparte nicht mit Kritik an der SPD. „Über die tote Partei sollte man nicht reden. Was haben die Luschen aus der Partei gemacht“, fragte sich der Messdiener. Er bemängelte auch den Bürokratiewahnsinn in Deutschland. „In fünf Jahren wurde Notre-Dame in Paris aufgebaut. In dieser Zeit wäre in Deutschland erst der Bauantrag durch“, stellte Schmitt fest.

Für die Lachmuskeln und die „zweideutigen“ Momente, die eine Herrensitzung ausmachen, war Ciro Visone zuständig. Als Pizzabäcker berichtete er aus 30 Jahren Eheleben und brachte mit seinem Hit „Ciro mach Amore mit mir“ die Halle zum Mitsingen.
Musikalisch und tänzerisch bewegte sich der Abend auf höchstem Niveau:
Die „Survivor Stars“ verzauberten als Peter Pan.Die Gruppe „Funken“ und die „Spaßvögel“ entführten das Publikum mit Hits wie „Space Taxi“ und „Sternenhimmel“ in den Weltraum. Zu den Klängen von „Wahnsinn“ präsentierte die Prinzengarde ihre sportliche Klasse.

Die „Sweet Dreams“ heizten mit ihrem Tanz auf dem Vulkan die ohnehin schon heiße Atmosphäre in der Halle weiter auf. In ihrer bekannten Rolle als „Penner“ sorgten Ede Eckes und Dieter Straube mit ihren Liedern für viel Stimmung. Neben einer Hommage an Ingrid, dass sie so schön ist, durften natürlich auch das Lewwerworschtebrot und die „gerollte Markklösche“ nicht fehlen. Das Mainzer Duo „Doppelbock“ brachte die Narrhalla schließlich endgültig zum Kochen, bevor Stefanie Stumpe und Rafael Seitz die Herzen der Männer im Sturm eroberten.
Dass es in der Keltenhalle bei diesem Programm hitzig zuging, war wörtlich zu nehmen: Zur Abkühlung und zur Freude der Herren durfte die traditionelle, leicht bekleidete Wasserträgerin natürlich nicht fehlen. Mit den „Finalos“ fand ein rundum gelungener Herrenabend seinen würdigen Abschluss.
Fotoalbum zur Herrensitzung:



































































































