Harmonische Innungsversammlung im Haus des Kfz-Gewerbes – Friedhelm Lenhart als Obermeister bestätigt – Als Dienstleister überzeugen und Angebot ausbauen
BAD KREUZNACH. Die Kfz-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück stellt sich neu auf und blickt trotz großer Herausforderungen in der Autoindustrie mit gewaltigen Auswirkungen auf die Region zuversichtlich in die Zukunft. In einer harmonischen Sitzung im Haus des Kfz-Gewerbes in der Riegelgrube wurde Innungsobermeister Friedhelm Lenhart einstimmig im Amt bestätigt. Bei der Wahl der drei stellvertretenden Obermeister, der Lehrlingswarte und Beisitzer wurden – ebenfalls einstimmig – die Landkreise paritätisch bedacht. Stellvertreter Lenharts sind Mikel Stein (Birkenfeld), Jeffrey Kilian (Bad Kreuznach) und Hans-Peter Giesen (Simmern), Lehrlingswarte sind Joachim Gaß, Thorsten Knoth und Manuel Stiel, Beisitzer Werner Kaiser, Dominik Schwarz und Markus Kasper. Lenhart und sein amtierender Vorstand um Geschäftsführer Tim Florian Frick waren dankbar, dass es gelungen war, dass in dieser „Friedenswahl“ für zehn Wahldurchgänge (unter anderem Delegierte, Arbeitgebervertreter für Prüfungsausschüsse, Berufsbildung, Rechnungsprüfungsausschuss) alle Kandidaten einstimmig bestätigt wurden. Die sehr umfangreiche Tagesordnung mit Jahresrechnung 2025, Haushaltsplan 2026 und einer komplett zu beschließenden Satzungsneufassung gelang unkompliziert, wie Geschäftsführer Frick zufrieden anmerkte, obwohl es sich überwiegend um „trockene“ Themen handelte.
Nach gut zweieinhalb Stunden schalteten die Autospezialisten der Kfz-Innung optimistisch in den Vorwärtsgang. Es gelte, die Herausforderungen der Schlüsselindustrie Mobilität mit rasanten Marktveränderungen anzunehmen. Die Voraussetzungen dafür seien sehr gut, sagte Lenhart. Geschäftsführer Frick ging in seinem Geschäftsbericht auf die Entwicklung seit Jahresbeginn ein, legte detaillierte Zahlen vor, berichtete von Problemen etwa bei der Übernahme der Geschäftsführung. Tenor: Alles ist jetzt auf dem tagesaktuellen Stand, alle Zahlen können centgenau abgefragt werden. Was trotz Umzug in die Riegelgrube klar ist: Die Kfz-Innung bleibt mit Grundbeiträgen kraft Gesetzes Mitglied der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück. Als Innung mit den mit Abstand höchsten Umsätzen teilt man die Geschäftsanteile der Service GmbH zu je 50 Prozent mit der KHS RNH.
Finanziell ist die Innung gut aufgestellt, die Beiträge bleiben stabil, die Vorteile der Mitgliedschaft sollen jetzt deutlich herausgearbeitet werden. So sind Tankrabatt-Karten in Arbeit, ein exklusiv für Kfz-Betriebe erarbeitetes Versicherungspaket mit lukrativen Festbeträgen und hohem Einsparpotenzial (teils 10 000 Euro) wird angeboten, und es gibt über eine Agentur sehr gute Preise für Neuwagen.
Mit Fachvorträgen über brisante und aktuelle Autothemen, einer Digital-Plattform des Landes RLP für Schülerpraktika, Angebote für Azubis (Messefahrten) und geplanten Rabattverträge bei der Energieversorgung soll der Nutzen einer Innungsmitgliedschaft deutlich ausgebaut werden. „Wir müssen uns weiterentwickeln,“ sagt Obermeister Friedhelm Lenhart. Auch als Dienstleister will man überzeugen, das Weiterbildungsangebot ausbauen, die hoheitlichen Aufgaben konsequent wahrnehmen. Die geräuschlos und einstimmig gefassten Satzungsbeschlüsse, Vorstands- und Etat-Entlastungen und Neuwahlen ziehen einen Schlussstrich unter die zurückliegenden aufreibenden Debatten und markieren einen gelungenen Neustart der Innung im Haus des Kfz-Gewerbes.
Die Innung will ihre Angebote an die Mitglieder ausdehnen und bietet unter anderem Schulungen an. Vorteile sind heimatnahe Schulungsmöglichkeiten mit kurzen Anfahrtswegen und günstigen Konditionen für Mitgliedsbetriebe. Bisher wurden seit 2023 schon 22 AU-Schulungen durchgeführt. Anfang des Jahres wurde zudem eine G607-Erstschulung für Gasprüfungen an Wohnmobilen und Freizeitheimen durchgeführt.
In naher Zukunft wird das Portfolio erweitert um folgende Schulungen: Hochvolt-Schulungen (Stufen 2S und 3S), Airbag-Schulungen, Klima-Schulungen (aufgrund von gesetzlichen Änderungen müssen bis 2029 bestehende Sachkundenachweise aufgefrischt werden).
Auch Berufsschulfahrten wurden angeboten: Je ein Bus von jeder Berufsschule, fuhr – gefördert durch die Kfz-Innung – Anfang September zur Automechanika nach Frankfurt. Die Auszubildenden hatten die Möglichkeit, an einem interaktiven Programm teilzunehmen, den Beruf, die Branche und Zulieferer kennen zu lernen und Informationen zu aktuellen Themen mitzunehmen. An diesen Projekten zeigt sich auch eine immer enge verzahnte Zusammenarbeit mit den Berufsschulen der drei Landkreise. Ziel ist es, den Betrieben eine starke Gemeinschaft zu bieten, in der sie finanzielle Vorteile aber auch fachliche Rückendeckung in den branchenspezifischen Themen erhalten.
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