Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen und ChancenSchaffen ermöglichen ausgelagerten Arbeitsplatz
VG SPRENDLINGEN-GENSINGEN/BAD KREUZNACH. Berufliche Teilhabe wird dort besonders sichtbar, wo Menschen mit Behinderung tatsächlich Teil des Arbeitsalltags werden. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen mit ChancenSchaffen, einem Angebot des Lebenshilfe Chancen-Zentrums Bad Kreuznach.
Gemeinsam wurde für einen Beschäftigten aus einer Werkstatt ein ausgelagerter Arbeitsplatz bei der Verbandsgemeinde geschaffen. Seine Aufgabe besteht darin, bei der Digitalisierung von Akten zu unterstützen, die sich über viele Jahre in der Verwaltung angesammelt haben. Die Tätigkeit bietet dabei einen konkreten Mehrwert für die Verwaltung und gleichzeitig eine sinnvolle berufliche Perspektive für den Beschäftigten. Besonders wichtig: Er ist mit seiner Aufgabe zufrieden, fühlt sich an seinem Arbeitsplatz wohl und erlebt, dass seine Arbeit gebraucht wird.
Vorbereitet wurde der Übergang bereits in der Werkstatt. Dort wurde eine Arbeitsgruppe Digitalisierung eingerichtet, in der der Beschäftigte die entsprechenden Tätigkeiten kennenlernen und sich auf die Anforderungen des neuen Arbeitsplatzes vorbereiten konnte. Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase bei der Verbandsgemeinde erfolgte nun der Wechsel auf den ausgelagerten Werkstattplatz.
„Wir freuen uns sehr, dass aus einer zunächst erprobten Tätigkeit eine konkrete berufliche Perspektive entstanden ist“, sagt Stefan Brandt von ChancenSchaffen. „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Fähigkeiten außerhalb der Werkstatt einzubringen und dabei echte Wertschätzung für ihre Arbeit zu erfahren.“
ChancenSchaffen unterstützt Menschen mit Behinderung beim Übergang aus der Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie interessierten Unternehmen werden passende Tätigkeiten und individuelle Lösungen entwickelt. Dabei werden Praktika und betriebliche Erprobungen während des gesamten Prozesses begleitet. Auch die Betriebe haben einen festen Ansprechpartner.
Für Unternehmen bietet eine solche Erprobung die Möglichkeit, einen engagierten Menschen kennenzulernen und gleichzeitig Erfahrungen mit inklusiver Beschäftigung zu sammeln. Für die Teilnehmenden eröffnet sich die Chance, den eigenen beruflichen Horizont zu erweitern und praktische Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu sammeln. Während eines Praktikums sind die Teilnehmenden über die Einrichtung versichert; für die Unternehmen entstehen keine Kosten oder finanziellen Verpflichtungen.
„Wir erleben immer wieder, dass Menschen mit Behinderung Unternehmen durch ihre Zuverlässigkeit, Motivation und Einsatzbereitschaft positiv überraschen“, so Brandt. „Oft gibt es in Betrieben bereits Tätigkeiten, die sich hervorragend eignen. Man muss diese Möglichkeiten nur gemeinsam entdecken.“
Ein besonderer Dank für gelebte Inklusion
Ein besonderer Dank gilt der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen für ihre Offenheit und die Bereitschaft, neue Wege der beruflichen Teilhabe zu gehen. „Wir möchten uns ganz herzlich bei der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen bedanken. Unser besonderer Dank gilt Bürgermeister Herrn Scherer und Büroleiter Herrn Hilger, die diesem Vorhaben offen gegenüberstanden und die Umsetzung unterstützt und begleitet haben“, betont Stefan Brandt.
„Es ist nicht selbstverständlich, dass Verwaltungen und Unternehmen bereit sind, sich auf neue Wege einzulassen und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen. Umso mehr freuen wir uns über diese Zusammenarbeit. Sie zeigt, dass Inklusion dann besonders gut funktioniert, wenn alle Beteiligten offen sind, Vertrauen haben und gemeinsam Lösungen entwickeln.“
Das Beispiel der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen zeigt: Inklusion muss nicht kompliziert sein. Sie beginnt häufig mit einer konkreten Aufgabe, einem offenen Gespräch und der Bereitschaft, einem Menschen eine Chance zu geben.
ChancenSchaffen möchte deshalb weitere Unternehmen und Einrichtungen in der Region ermutigen, sich über Möglichkeiten der beruflichen Teilhabe zu informieren. Interessierte Betriebe können sich an Stefan Brandt und das Team von ChancenSchaffen – Lebenshilfe Chancen-Zentrum Bad Kreuznach wenden, um gemeinsam zu besprechen, welche Tätigkeiten und Formen der Zusammenarbeit im jeweiligen Betrieb möglich sind.
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