Besuch beim Gründer der Kinderfachabteilung der Diakonie
BAD KREUZNACH. „Wir haben die Sterblichkeitsrate bei den Neugeborenen von 20 auf drei bis vier Prozent gesenkt“. Dr. Heinz Wilutzky ist der Stolz auf sein Lebenswerk anzumerken. Er sitzt mit seiner Frau Ingrid und Emanuel Letz im Appartement im Kurstift. Die Drei stoßen mit Sekt auf seinen 102. Geburtstag an. Der Oberbürgermeister ist von der Vitalität und Lebensfreude des Ehepaares beeindruckt.
In die Reihe der bedeutenden Ärzte gehört auch Dr. Heinz Wilutzki. Er gründete in der Kreuznacher Diakonie die Kinderabteilung mit 60 Betten damals noch im ehem. Brüderhaus Paulinum, gegen die damals noch landläufige Medizinermeinung, es brauche keine eigene Einrichtung für kranke Kinder. In der Schwesternschule wurde ab sofort auch Kinderkrankenschwestern ausgebildet. Rasch erarbeiteten sich Wilutzky und sein Team einen guten Ruf zwischen Mainz und Idar-Oberstein. Wir hatten einen Transport-Inkubator und Tag und Nacht Bereitschaft“. Damit wurden durch diesen mobilen „Brutkasten“ vielen erkrankten Neugeborenen das Leben gerettet.
Von 1966 bis 1987 leitete Dr. Wilutzky die Kinderfachabteilung der Kreuznacher Diakonie. Nach Kriegsgefangenschaft in Russland beendete er sein Medizinstudium an der Freien Universität in Westberlin. Nach seiner ersten Station, die Kinderklinik in Bremen-Mitte, kam er 1966 nach Bad Kreuznach. Noch heute wird er regelmäßig zu den Treffen der ehemaligen Kinderkrankenschwestern eingeladen.
Manchmal begleitet ihn auch seine Ehefrau Ingrid. Die hätte auch gern Medizin studiert. Doch damals wurden die Spätheimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft bei der Studiums-Zulassung bevorzugt. Sie engagierte sich als Kommunalpolitikerin im Stadtrat und war die erste Frau, die den Jahrmarktsausschuss (Ausschuss für Messen und Märkte) gewählt wurde, erzählt sie schmunzelnd.
Oberbürgermeister Emanuel Letz wünscht dem sympathischen Paar Gesundheit und alles Gute hat würde sich freuen, mit den beiden auch zum 103. Geburtstag wieder ein Glas Sekt zu trinken.
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