HÜFFELSHEIM. Eigentlich wurde der Mitfahrerparkplatz am Lohrer Wald geschaffen, damit Berufspendler Fahrgemeinschaften bilden und gemeinsam zur Arbeit fahren können. Doch immer häufiger wird der Platz für einen ganz anderen Zweck genutzt: Unbekannte laden dort ihren Müll ab. Für Hüffelsheims Ortsbürgermeister Elmar Silbernagel ist das ein Ärgernis, das längst nicht mehr hinnehmbar ist.
Bei einem Gespräch mit Nahe News machte Silbernagel am Samstag, 31. Oktober seinem Unmut Luft. Ob ausrangierte Kühlschränke, alte Sofas, Plastikabfälle, Haus- oder Gewerbemüll, auf dem Parkplatz und in den angrenzenden Grünflächen werde regelmäßig alles Mögliche entsorgt. Besonders problematisch seien Abfälle, die umweltgefährdende Stoffe enthalten könnten.
Was den Ortsbürgermeister besonders ärgert: Kaum seien die Hinterlassenschaften beseitigt, liege wenige Tage später schon wieder neuer Müll dort. Die regelmäßigen Aufräumaktionen würden dadurch zu einer Daueraufgabe.
Dabei gebe es für die ordnungsgemäße Entsorgung entsprechende Möglichkeiten. Wertstoffhöfe nähmen zahlreiche Abfälle entgegen, teilweise sogar kostenlos. Dass manche Menschen ihren Müll stattdessen einfach in der Natur abladen, kann Silbernagel nicht nachvollziehen.
Ehrenamtliche sammeln tonnenweise Müll
Wie groß das Problem inzwischen ist, zeigt sich auch bei den örtlichen Umweltsammelaktionen. Nach Angaben Silbernagels beteiligen sich daran regelmäßig rund 35 Menschen, darunter zwölf bis 15 Kinder vom Kindergartenalter bis zur fünften oder sechsten Klasse.Bei einer solchen Aktion seien bereits acht bis zehn Kubikmeter Müll zusammengekommen. Besonders ernüchternd sei gewesen, dass sich die Menge am Sammelplatz bis zum nächsten Morgen durch weitere Ablagerungen nahezu verdoppelt habe.Silbernagel würdigte ausdrücklich das Engagement der freiwilligen Helfer. Besonders ein Umweltpate aus Hüffelsheim setze sich mit großem persönlichem Einsatz für die Sauberkeit ein. Ohne solche Menschen wäre die Situation nach Einschätzung des Ortsbürgermeisters noch deutlich schlimmer.

Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung funktioniert
Wichtig ist Silbernagel, dass seine Kritik nicht an die zuständigen Behörden gerichtet ist. Die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und den für den Abtransport Verantwortlichen funktioniere gut. Man arbeite Hand in Hand, um die illegalen Ablagerungen möglichst schnell zu beseitigen.Allerdings könne es keine dauerhafte Lösung sein, dass Ehrenamtliche und öffentliche Stellen immer wieder den Müll anderer Menschen wegräumen müssten. Neben dem zusätzlichen Arbeitsaufwand entstünden Kosten, die letztlich die Allgemeinheit tragen müsse.
Ortsbürgermeister appelliert an Autofahrer und Spaziergänger
Silbernagel hofft vor allem auf mehr Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung. Wer am Mitfahrerparkplatz verdächtige Beobachtungen mache, beispielsweise wenn Fahrzeuge mit Anhängern dort halten und Abfälle ausgeladen werden, solle nicht einfach wegsehen.
Hilfreich seien Hinweise an die zuständigen Behörden oder die Polizei. „Wer eine illegale Müllablagerung beobachte, könne das Geschehen aus sicherer Entfernung dokumentieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, so Silbernagel.
Auch über die sozialen Medien will Silbernagel auf die Situation aufmerksam machen und für einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt werben. Für den Ortsbürgermeister steht fest: Der Mitfahrerparkplatz am Lohrer Wald soll wieder das sein, wofür er ursprünglich angelegt wurde – ein Platz für Fahrgemeinschaften und keine kostenlose Entsorgungsstelle für Menschen, die ihren Müll einfach loswerden wollen.







