StartNachrichtenKreis Bad KreuznachTag der Architektur: Rekordhitze bremste das Interesse an der Disibodenberger Kapelle nicht

Tag der Architektur: Rekordhitze bremste das Interesse an der Disibodenberger Kapelle nicht

BAD SOBERNHEIM. Bei Temperaturen zwischen 37 und 40 Grad zog die Disibodenberger Kapelle am Wochenende zahlreiche Besucher im Rahmen des bundesweiten Tags der Architektur an. Trotz der extremen Hitzebedingungen nutzten 94 Gäste die Gelegenheit, die eindrucksvolle Transformation des spätgotischen Bauwerks zur DENKMALz Kapellenbrauerei kennenzulernen.

Die Besucher reisten aus der Region sowie aus Rheinhessen, dem Rhein-Main-Gebiet, der Pfalz und Nordrhein-Westfalen an. Das Publikum war ebenso vielfältig wie das Projekt selbst: Architekten, Kunst- und Kulturinteressierte, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Familien sowie Gäste verschiedener Nationen kamen nach Bad Sobernheim. Damit präsentierte sich die Felkestadt einmal mehr als Kulturstandort mit wachsender überregionaler Ausstrahlung.

Im Mittelpunkt der Führungen stand eine ganzheitliche Betrachtung des Projekts – von den Anfängen des Disibodenbergs über die Zeit Hildegards von Bingen, die Spätgotik bis in die Gegenwart. Gerald Müller, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Disibodenberger Kapelle, ordnete das Bauwerk kulturhistorisch ein und zeichnete diesen historischen Bogen nach. Harald Erbeldinger von der DENKMALz Kapellenbrauerei schilderte die bewegende Geschichte der Rettung und Revitalisierung und machte deutlich, wie aus privater Eigeninitiative ein lebendiger Ort der Begegnung entstanden ist. Architekt Manfred Lenhardt vom Kasseler Büro „Baufrösche“ erläuterte die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs, die Leitidee sowie die technischen und baulichen Herausforderungen der denkmalgerechten Umsetzung.

Großes Interesse fand auch die vom Förderverein herausgegebene Publikation „Geschichte der Disibodenberger Kapelle in Bad Sobernheim“, die viele Gäste zur Vertiefung der Bau- und Kulturgeschichte mitnahmen. Das Buch ist im Restaurant Helzle’s Cesar & Morian sowie im DENKMALz Biergarten erhältlich.

Nahezu alle Besucher zeigten sich trotz der extremen Temperaturen beeindruckt und signalisierten Interesse, das Ensemble zu einem späteren Zeitpunkt erneut in ruhigerer Atmosphäre zu erleben und dabei auch das gastronomische Angebot der DENKMALz zu entdecken.

Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein frisch gezapftes Manufakturbier aus Deutschlands einziger Kapellenbrauerei im angenehm kühlen historischen Gewölbekeller – ein passender Ausklang eines außergewöhnlich heißen Wochenendes, an dem Geschichte, Architektur und Braukunst auf eindrucksvolle Weise zusammenfanden.

Die Veranstaltung machte einmal mehr deutlich, welches Potenzial in der behutsamen Verbindung von Denkmalpflege, Architektur, Geschichte, Gastronomie und privatem Engagement steckt – und welche überregionale Strahlkraft die Disibodenberger Kapelle heute für Bad Sobernheim entfaltet.


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