KREIS BIRKENFELD. Bei strahlendem Sonnenschein – passend zum kalendarischen Frühlingsanfang und zum Weltglückstag am 20. März – haben Landrat Miroslaw Kowalski, Dezernentin Kathrin Alfers und der Leiter der Sozialabteilung, Dirk Köbrich, am Freitagmorgen zwei bepflanzte Kübel vor Gebäude 2 der Kreisverwaltung in der Birkenfelder Schneewiesenstraße aufgestellt. In ihnen blühen Vergissmeinnicht, die symbolisch für eine landkreisweite Aktion stehen.
Mit der Aktion wird ein Zeichen des Erinnerns und der Solidarität mit Menschen gesetzt, die an Demenz erkrankt sind, sowie mit ihren Angehörigen. Eine begleitende Infotafel informiert Besucherinnen und Besucher der Kreisverwaltung über Ursachen und Folgen der mit Demenz verbundenen krankhaften Veränderungen des Gehirns.
Nach aktuellen Schätzungen leben in Deutschland rund 1,84 Millionen Menschen mit Demenz, wobei die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form darstellt. Täglich erkranken etwa 900 Menschen neu. Aufgrund der demografischen Entwicklung könnte die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen ansteigen.
Demenz tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Zu Beginn zeigen sich häufig leichte Beeinträchtigungen wie Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme oder das Verlegen von Gegenständen. In fortgeschrittenen Stadien verschlechtert sich die Situation jedoch meist deutlich.
Die Betroffenen sind dann auf umfassende Unterstützung und Pflege angewiesen. Häufig fällt die sprachliche Verständigung schwer, und vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Gleichzeitig bleiben emotionale Wahrnehmungen erhalten: Zuwendung, Blickkontakt und Berührungen werden weiterhin wahrgenommen.
„Mit der Vergissmeinnicht-Pflanzaktion wollen wir ein sichtbares Zeichen der Unterstützung setzen und an die betroffenen Menschen erinnern“, erklärt Dirk Köbrich stellvertretend für die Akteure des Demenz-Netzwerks Landkreis Birkenfeld.
Das Netzwerk wurde Ende 2023 gegründet. Ihm gehören neben der Kreisverwaltung Birkenfeld die Pflegestützpunkte Birkenfeld/Baumholder, Herrstein-Rhaunen und Idar-Oberstein, die Gemeindeschwestern plus in den Verbandsgemeinden Herrstein-Rhaunen und Baumholder, die Seniorenzentren der AWO in Baumholder und Idar-Oberstein, das Krankenhaus der Elisabeth-Stiftung Birkenfeld (ESB), das Haus Schönewald in Birkenfeld, das Zentrum Pflege und Betreuung Lorettahof in Herrstein, die Selbsthilfegruppen Demenz der Alzheimer Gesellschaft in Birkenfeld und Idar-Oberstein sowie die Seniorenwohnanlage Grimm in Idar-Oberstein (Tiefenstein) an. Mehrere Netzwerkpartner beteiligen sich ebenfalls an der Aktion und stellen an ihren Standorten Kübel mit blau oder violett blühenden Vergissmeinnicht auf.
Gefördert wird das Demenz-Netzwerk Landkreis Birkenfeld im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie der Bundesregierung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Für den Zeitraum 2024 bis 2026 erhält das Netzwerk jährlich 10.000 Euro zur Unterstützung seiner Arbeit. Dazu zählte zuletzt unter anderem eine vierteilige Vortragsreihe im Herbst 2025, bei der Angehörige und Interessierte in Baumholder und Herrstein bei teils sehr gut besuchten Veranstaltungen von fachkundigen Referenten umfassende Informationen zu verschiedenen Aspekten des Themas Demenz erhielten.
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