BAD KREUZNACH. Verwaiste Brunnenbecken und staubige Fontänen gehörten in den letzten Jahren leider zum gewohnten Stadtbild – oft fehlte es am nötigen Wasser oder die Betriebskosten waren schlicht zu hoch. Doch damit ist nun Schluss. Dank eines neuen Förderprogramms des Landes Rheinland-Pfalz zur „Revitalisierung urbaner Wasserläufe“ hat die Stadtverwaltung in Absprache mit einem Innovations- und Architektenteam eine spektakuläre Lösung entwickelt: Die Thermalwasser-Pipeline.
Bisher floss das überschüssige Thermalwasser aus den Quellen im Salinental weitgehend ungenutzt ab. Eine Nutzung für die städtischen Zierbrunnen scheiterte bislang an der chemischen Zusammensetzung: Der hohe Salzgehalt hätte die historischen Leitungen in Rekordzeit zerfressen.
Rettung durch Landesmittel und High-Tech:
Die Wende bringt nun ein satter Zuschuss aus Mainz. Mit den Fördergeldern wird die Installation einer mobilen „Hochleistungs-Entsalzungsanlage“ finanziert. Diese filtert das Thermalwasser direkt an der Quelle, reinigt es auf Trinkwasserqualität und speist es in ein neues, hocheffizientes Pipeline-System ein. Dieses Netz soll künftig alle Brunnen von der Neustadt bis zum Salinenplatz dauerhaft mit fließendem Wasser versorgen – und das nahezu zum Nulltarif beim Eigenverbrauch.
Damit die Fördermittel fließen können, muss der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung einen 5-Punkte-Plan absegnen. Da das Projekt die Stadtkasse langfristig entlastet und das Stadtklima verbessert, gilt die Zustimmung als sicher. Besonders erfreulich: Auch die Ortsteile haben bereits Bedarf angemeldet. Winzenheim und Planig hoffen, durch einen Anschluss an die „warme Leitung“ ihre Dorfbrunnen künftig sogar im Winter eisfrei halten zu können.
Die Eckpunkte des Konzepts:
1. Nachhaltige Wassernutzung: 100 % Recycling des Thermal-Überschusses.
2. Infrastruktur-Bonus: Bau von 12 Kilometern Spezial-Leitungen mit Landesförderung.
3. Klimaschutz: Kühlung der Innenstadt durch permanente Wasserzerstäubung.
4. Wartungsfreiheit: Dank Entsalzung sinkt der Reinigungsaufwand der Brunnen um 80 %.
5. Tourismus-Magnet: Beleuchtete „Thermal-Fontänen“ als neue Attraktion.
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