HUNSRÜCK–NAHE. Der Tourismus entwickelt sich in der Region Hunsrück-Nahe immer mehr zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Das belegt die aktuelle Wertschöpfungsstudie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“, die von den Industrie- und Handelskammern Koblenz, Saarland und Trier gemeinsam mit der Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH in Auftrag gegeben wurde. Vorgestellt wurden die Ergebnisse beim ersten Tourismusforum Hunsrück-Nahe am 25. März 2026 in Langweiler, zu dem mehr als 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammenkamen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jährlich werden in der Region rund 31,4 Millionen Aufenthaltstage generiert. Daraus ergibt sich ein Bruttoumsatz von etwa 1,21 Milliarden Euro. Mit aktuell 298 gewerblichen Beherbergungsbetrieben und rund 22.260 Betten sowie mehr als zwei Millionen Übernachtungen zählt Hunsrück-Nahe bereits zu den fünf größten Tourismusregionen in Rheinland-Pfalz.

„Die neue Destination Hunsrück-Nahe umfasst Anteile mehrerer Landkreise und verfügt über ein solides Budget, damit ist ein sehr guter Grundstein für die zukünftige Entwicklung gelegt“, erklärte Jörg Lenger.
Besonders deutlich wird die wirtschaftliche Bedeutung in den einzelnen Branchen: Das Gastgewerbe erzielt Umsätze von rund 547,6 Millionen Euro, der Einzelhandel etwa 360 Millionen Euro und Dienstleistungsunternehmen rund 305,7 Millionen Euro. Insgesamt ergibt sich daraus eine touristische Wertschöpfung von 591,3 Millionen Euro. Rechnerisch entspricht dies dem Einkommen von rund 20.720 Menschen in der Region.
Ein wesentlicher Faktor sind dabei auch die Tagesgäste. Rund 22,5 Millionen Tagesreisen machen etwa 70 Prozent aller Aufenthaltstage aus und generieren rund die Hälfte der gesamten touristischen Umsätze. „Diese Effekte werden häufig unterschätzt“, betonte Leander Wappler.
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Auch für den Arbeitsmarkt hat der Tourismus große Bedeutung. „Gerade im ländlichen Raum sichern diese nicht exportierbaren Arbeitsplätze Existenzen – sowohl im Gastgewerbe als auch bei Zulieferbetrieben wie Bäckereien oder Brauereien. Tourismus ist ein Plus für alle“, so Jan Heidemanns.
Neben den aktuellen Zahlen standen beim Tourismusforum auch Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Diskutiert wurde unter anderem die Weiterentwicklung der Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz. Dabei spiele vor allem die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure eine entscheidende Rolle, erklärte Ute Meinhard.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der neuen Struktur der Region: Ende Januar fusionierten die bisherigen Organisationen Hunsrück Touristik GmbH und Naheland Touristik GmbH zur gemeinsamen Dachorganisation Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und die Region gemeinsam stärker am Markt zu positionieren.
„Wir wollen Synergien nutzen und Hunsrück-Nahe künftig schlagkräftig im Wettbewerb aufstellen“, betonte Geschäftsführerin Katja Hilt.
Das neu geschaffene Tourismusforum soll künftig regelmäßig stattfinden und als zentrale Plattform für Austausch, Vernetzung und strategische Weiterentwicklung des Tourismus in der Region dienen.





