SIMMERN. Nicht immer ist eine Schwangerschaft nur mit Glücksgefühlen verbunden. Nicht immer gelingt der Start ins Familienleben reibungslos. Unabhängig von Einkommen, Bildung oder sozialem Umfeld kann aus dem erhofften „Kindersegen“ schnell eine Überforderung entstehen – mit möglichen Folgen für Eltern und Kind. Dann sind verlässliche Unterstützung und ein vertrauensvolles Netzwerk gefragt.
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Seit Januar 2023 bieten die Diakonie Kliniken Hunsrück in Simmern mit dem Kinderschutzprojekt „Guter Start ins Kinderleben“ eine wichtige Anlaufstelle für Schwangere, werdende Väter und junge Familien. Das Krankenhaus ist aktives Mitglied im Netzwerk „Frühe Hilfen“ des Rhein-Hunsrück-Kreises, dem auch zahlreiche Beratungsstellen, Hebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen sowie weitere Fachkräfte gehören. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Eltern frühzeitig zur Seite zu stehen und sie von Anfang an zu stärken.
„Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt erleben viele Eltern Momente der Unsicherheit“, berichtet Heidi Märker, Stationsleiterin der Geburtshilfe. „Besonders herausfordernd wird es, wenn das soziale Umfeld wenig Unterstützung bietet, die Eltern sehr jung sind oder ein Elternteil die Verantwortung allein trägt.“ Märker begleitet das Projekt „Guter Start ins Kinderleben“ von der ersten Stunde an und bildet gemeinsam mit Kinderkrankenschwester Gabi Konrad und Hebamme Annika Greis das zentrale Team auf der Wochenbettstation und im Kreißsaal.
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Die drei Fachkräfte stehen den Familien mit Rat und Erfahrung zur Seite, beantworten Fragen und können so frühzeitig mögliche Belastungen und Probleme erkennen. „Schon bei der Anmeldung zur Geburt oder direkt danach können wir unkompliziert über verschiedene Hilfsangebote informieren“, erklärt Gabi Konrad. „Wir vermitteln etwa zu Hebammen, Eltern-Kind-Gruppen oder anderen passenden Unterstützungsangeboten in Simmern und Umgebung.“ Ein wesentliches Anliegen des Projektes ist es, Überforderung gar nicht erst entstehen zu lassen. Familien werden dabei auf Wunsch auch über die Entlassung hinaus begleitet. Besonders wichtig ist das Angebot auch für Frauen ohne festen Wohnsitz oder mit geringen Deutschkenntnissen. „Niemand soll sich in dieser sensiblen Lebensphase alleingelassen fühlen“, so Konrad. Ihre Arbeit versteht sie als präventive Aufgabe – immer freiwillig, immer auf Augenhöhe.
Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen über das Land Rheinland-Pfalz. Es verfolgt das Ziel, mögliche Entwicklungsrisiken bei Kindern frühzeitig zu erkennen und Eltern passende Unterstützung an die Hand zu geben – damit jedes Kind die Chance auf ein gesundes Aufwachsen erhält.
Dabei geht es nicht nur um medizinische oder pflegerische Themen. Auch psychosoziale, pädagogische und finanzielle Aspekte werden berücksichtigt. Auf der Wochenbettstation im dritten Stock stehen Heidi Märker und Gabi Konrad montags und mittwochs von 8 bis 12 Uhr für Gespräche zur Verfügung (Telefon: 06761/81 13 70, E-Mail: si-guterstart@kreuznacherdiakonie.de). Mehr als 300 Familien haben sie im vergangenen Jahr beraten. Vor allem für Eltern in belastenden Lebenslagen bietet das Team praktische und unbürokratische Hilfe – stets mit Respekt für die individuelle Situation.
„Was viele Eltern in dieser Phase brauchen, ist ein Gespräch – jemanden, der zuhört“, sagt Heidi Märker. „Wir nehmen uns Zeit, um Sorgen und Ängste aufzufangen. Unser Anliegen ist es, Mütter und Väter in ihrer neuen Rolle zu stärken, damit sie diesen wichtigen Lebensabschnitt selbstbewusst und gut vorbereitet gestalten können.“
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