350 000 € Zusatzkosten: “Uns stinkt´s gewaltig“ – Stadt kämpft gegen illegale Müllentsorgungen

Hansjörg Rehbein, Thomas Blechschmidt und Georg Bürger präsentieren die Vorentwürfe der Plakat-Kampagne gegen die illegale Müllentsorgung.

07.12.2022
Von Markus Wolf
BAD KREUZNACH. Die wilden Müllablagerungen in der Stadt und teilweise in den Stadtteilen wird immer schlimmer. Täglich müssen die Mitarbeiter der Straßenreinigung extra ausrücken, um die Müllberge zu beseitigen. Diese Arbeiten belasten den städtischen Haushalt mit 350 000 Euro. Waren es 2020 insgesamt 216 Tonnen Müll, stieg dieser auf 290 Tonnen im Jahr 2021 an. In diesem Jahr, bis Ende September wurden bereits 291 Tonnen illegaler Müll eingesammelt. Das möchte Bürgermeister Thomas Blechschmidt künftig nicht mehr so hinnehmen.

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Unter dem Motto „So geht es nicht weiter – Der Müll muss weg“ soll auf seine Initiative für das kommende Jahr unter anderem eine Plakat-Kampagne durchgeführt werden.

„Wir brauchen Botschafter für eine saubere Stadt, die mit ihrem Namen und ihrem Foto klarstellen: so geht es nicht weiter. Wir hoffen auf eine breite Unterstützung, denn so kann es nicht weitergehen“, mahnt und appelliert Bürgermeister Blechschmidt.

So sah es am Dienstag in der Neustadt aus.

Unterstützung hofft er unter anderem von der Bevölkerung, die sich mit ihrem Gesicht für die Plakat-Kampagne zur Verfügung stellen. Die ersten Ideen für die Plakate gibt es bereits. So könnten die Slogans zum Beispiel lauten: „Uns stinkt´s gewaltig“, „Der Müll muss weg“ oder „Bad Kreuznach schämt sich fremd“.

Das man sich fremdschämen kann, das sieht man an den Müllbergen in der Innenstadt, die von Bewohner verursacht werden. Neben Hausmüll werden auch sehr oft Altöl, Reifen, Elektrogeräte und vieles andere entsorgt.

„Wenn wir den illegalen Müll entsorgen, dauert es nicht lange bis der nächste Müll dort wieder zu finden ist“, erzählt Georg Bürger.

Die Gründe, warum der Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, gibt es viele:

  • Viele Bürger bestellen sich nur eine kleine Mülltonne, um auch eine niedrige Gebühr zu zahlen.
  • Sehr oft wird auch festgestellt, dass die Biotonne nicht zur Leerung herausgestellt wird, und vieles in die Restmülltonne entsorgt wird.
  • Wenn der Sperrmüll abgeholt wird, sortieren die Bewohner nicht. Sie stellen einfach alles raus. Georg Bürgers Team bekommt regelmäßig vom Abfallwirtschaftsbetrieb die Adressen, wo Sperrmüll abgeholt wurde, um den Rest danach einzuladen.

Sollten Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei ihren Kontrollen Bürger antreffen, die den Müll entsorgen, dann passiert oft nicht viel. Man hat bereits Erfahrungen gemacht, dass man im Müll Adressen gefundet hat. Als man die Person darauf ansprach, machte er die Aussage, das sein Müll gestohlen wurde und an einer anderen Stelle abgestellt wurde.

Da das Thema Müll zur Kreisverwaltung Bad Kreuznach gehört, hofft Thomas Blechschmidt, dass der Kreis die Stadt bei dem illegalen Müll künftig unterstützt. Ziel von Blechschmidt ist es, in einem Gespräch mit Landrätin Bettina Dickes und Oberbürgermeister Emanuel Letz Lösungen zu finden.

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„Es ist einfach unerträglich, was die Mitarbeiter täglich wegräumen müssen“, so Blechschmidt der die Zusatzkosten von 350 000 Euro extra unter einem eigenen Posten im Haushalt aufgelistet hat. Für die 350 000 Euro könnte wichtigere Dinge in der Stadt angeschafft werden, ist sich Blechschmidt sicher.

Die Plakataktion wird durch Pressesprecher Hansjörg Rehbein geplant. „Es ist eine Respektlosigkeit, welchen Müll die Mitarbeiter zu sehen bekommen“, so Rehbein. Für eine Reportage ist er vor einiger Zeit bei einer Tour der Müllentsorgung mitgefahren.

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Eine einfache Möglichkeit, die Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen, wäre das Aufstellen von Überwachungskameras. Doch das scheitert an der Gesetzeslage. Denn das Anbringen der Kameras wird durch den Datenschutzbeauftragten untersagt.

Wer bei der Plakat-Kampagne mitmachen möchte, kann sein Porträtfoto mit einem kurzen Text und Einverständniserklärung an hansjoerg.rehbein@bad-kreuznach.de mailen.

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