StartNachrichtenKreis Bad KreuznachTorben Hammerle ist das neue Gesicht des Naheweins

Torben Hammerle ist das neue Gesicht des Naheweins

29-jähriger Architekt aus Sponheim in der Römerhalle gekrönt – Weinland Nahe schlägt mit neuem Konzept einen anderen Weg ein

REGION. Die Weinregion Nahe hat wieder eine Weinmajestät: Torben Hammerle aus Sponheim wird in den kommenden zwölf Monaten als Botschafter für die Nahe und ihre Weine werben. Der 29-jährige Architekt wurde am Freitagabend, 30. Oktober bei einer festlichen Veranstaltung im stimmungsvollen Ambiente der Römerhalle in Bad Kreuznach offiziell gekrönt. Mit ihm beginnt zugleich ein neues Kapitel in der Geschichte der NaheWeinMajestäten.

Erstmals fand die Wahl nicht mehr im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung statt. Bereits am 8. Oktober hatte sich Hammerle bei einem nicht öffentlichen Auswahlverfahren gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Die Jury, der Vertreter aus Weinwirtschaft, Politik, Tourismus und ehemalige Weinmajestäten angehörten, überzeugte er mit seinem Fachwissen, seiner Persönlichkeit und seiner Begeisterung für die Heimatregion.

Ein neues Konzept für die NaheWeinMajestät
Dass sich bei Weinland Nahe einiges verändert hat, wurde bereits bei der Begrüßung durch die zweite Vorsitzende Laura Schneider deutlich. Sie erläuterte die Neuausrichtung des Amtes, das künftig weit mehr als eine rein repräsentative Aufgabe sein soll. Gesucht werde eine Persönlichkeit, die sich mit der Region identifiziert, Menschen für den Nahewein begeistert und dabei eng in die Arbeit von Weinland Nahe eingebunden wird. „Unsere Tradition, die gibt uns Wurzeln, unsere Leidenschaft, die lässt uns wachsen und unsere Zukunft entsteht nun mal aus dem Mut, beides miteinander zu verbinden“, brachte Schneider den Gedanken hinter dem neuen Konzept auf den Punkt.

Das bisherige Ehrenamt wird zu einem Talent-, Förder- und Mentorenprogramm weiterentwickelt. Neben weinfachlichen Kenntnissen sollen insbesondere kommunikative Fähigkeiten und der Umgang mit digitalen Medien gefördert werden. Dabei setzt Weinland Nahe auch auf die Erfahrungen ehemaliger Weinmajestäten. Unter den Gästen des Festabends waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Weinwirtschaft und Gesellschaft.

Ehemalige Majestäten hielten die Fahne hoch
Bevor die neue NaheWeinMajestät vorgestellt wurde, blickten vier ehemalige Weinmajestäten auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Da das Amt im vergangenen Jahr unbesetzt geblieben war, hatten zahlreiche frühere Amtsinhaberinnen die Repräsentation der Weinregion übernommen.

Mehr als 40 ehemalige Majestäten erklärten sich bereit, bei Veranstaltungen einzuspringen und für die Nahe zu werben. Stellvertretend berichteten Daniela Hermes, Karina von Keitz, Tina Haas und Pauline Baumberger-Brand über ihre Erlebnisse und die besondere Verbundenheit mit ihrer Heimat.

Dabei wurde deutlich, dass das Amt auch lange nach der offiziellen Amtszeit eine wichtige Rolle im Leben der ehemaligen Majestäten spielt. Persönliche Begegnungen, Freundschaften und die Begeisterung für den Nahewein verbinden die Generationen.

Ein Architekt mit Leidenschaft für Wein und Heimat
Anschließend gehörte die Bühne Torben Hammerle. Der 29-Jährige ist in Sponheim verwurzelt und hat bereits seit seiner Kindheit eine enge Verbindung zum Weinbau. Seine Großmutter stammt aus einer Winzerfamilie. Erinnerungen an die Weinlese, das gemeinsame Arbeiten und die Geselligkeit nach einem langen Erntetag haben ihn geprägt. Bis heute unterstützt er einen befreundeten Winzer bei der Arbeit. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Architekt engagiert sich Hammerle seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit. Auch internationale Erfahrungen bringt er mit: Ein Auslandsjahr in Schottland hat seine Englischkenntnisse gefestigt.

Wie eng er mit seiner Heimat verbunden ist, machte er bereits in seiner Bewerbung deutlich. Den Satz „Ein Leben ohne Nahewein ist möglich, aber …“ ergänzte er mit den Worten: „… es würde ein Stück unserer Regionalität fehlen und unserer regionalen Identität.“ Für Hammerle zeichnet sich die Nahe nicht allein durch ihre Weine aus. Es sind ebenso die Menschen, die Gastfreundschaft, die Geselligkeit und die landschaftliche Vielfalt, die für ihn das besondere Lebensgefühl der Region ausmachen.

Erste Weinprobe souverän gemeistert
Dass der neue Botschafter nicht nur über seine Heimat, sondern auch über deren Weine einiges zu erzählen weiß, bewies er bei seiner ersten öffentlichen Weinprobe. Gemeinsam mit Rebecca Crusius stellte Hammerle zwei Weine und einen Sekt vor und nahm die Gäste mit auf eine geschmackliche Reise durch die Weinregion.

Den Auftakt bildete ein Winzersekt aus dem Weingut und Sektgut Bamberger. Es folgte eine trockene Scheurebe vom Weingut Bauer aus Sponheim, bevor ein Riesling Kabinett aus der Lage Kupfergrube bei Schlossböckelheim die Probe abrundete. Besonders die Scheurebe hat es dem neuen Weinbotschafter angetan. Die aromatische Rebsorte zählt zu seinen persönlichen Favoriten. Mit Fachwissen, einer lockeren Art und persönlichen Geschichten gelang es Hammerle, die Gäste für die unterschiedlichen Facetten der Naheweine zu begeistern.

Auch die Vielfalt der Böden und die Arbeit der Winzer kamen zur Sprache. Dabei machte Hammerle deutlich, wie viel handwerkliches Können und Leidenschaft hinter einem guten Glas Wein stecken.

Festlicher Abschluss und viele persönliche Gespräche
Durch den abwechslungsreichen Abend führte die ehemalige Naheweinkönigin und Deutsche Weinprinzessin Katharina Gräff- Mit ihrer Erfahrung und ihrer Verbundenheit zur Weinregion begleitete sie die Gespräche auf der Bühne und die Vorstellung des neuen Botschafters.

Nach der offiziellen Krönung und zahlreichen Glückwünschen nutzten die Gäste die Gelegenheit, Torben Hammerle persönlich kennenzulernen. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Bürgermeister der VG Rüdesheim, Markus Lüttger, Landrätin Bettina Dickes und Oberbürgermeister Emanuel Letz. Sehr stolz war Markus Lüttger, das wieder eine Naheweinmajestät aus seiner Verbandsgemeinde kommt. Für den kulinarischen Ausklang sorgte Johannes Metzler. An den Ständen verschiedener Naheweingüter konnten weitere Weine probiert und Gespräche mit den Winzern geführt werden.

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Mehr Informationen

Mit dem neuen Konzept und der Wahl von Torben Hammerle möchte Weinland Nahe künftig auch Menschen erreichen, die bislang nur wenig Berührung mit dem regionalen Weinbau hatten. Für den 29-Jährigen stehen zahlreiche Veranstaltungen und öffentliche Auftritte bevor. Unter anderem soll er die Weinregion im Januar bei der Grünen Woche in Berlin vertreten.

Wer die neue NaheWeinMajestät persönlich kennenlernen möchte, hat dazu bereits am Donnerstag, 5. November, Gelegenheit. Um 19 Uhr findet im Weingut Höhn in Langenlonsheim ein Empfang für Torben Hammerle statt.

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