KIRN. Meterhohe Flammen, dichte Rauchwolken und ein Großaufgebot der Feuerwehr: Ein verheerender Brand hat am Samstagabend die Dhauner Straße in Kirn erschüttert. Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich aus dem Feuer eines Holzschuppens ein Großbrand, der auf zwei Wohnhäuser übergriff. Dank des schnellen und professionellen Einsatzes von rund 90 Feuerwehrkräften konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Gegen 20.50 Uhr wurde der Brand eines Nebengebäudes gemeldet. Bereits während der Anfahrt der ersten Einsatzkräfte aus Kirn verschärfte die Integrierte Leitstelle Mainz aufgrund der zahlreichen Notrufe die Alarmstufe auf einen Gebäudebrand. Als die Feuerwehr eintraf, stand der Holzschuppen bereits in Vollbrand. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ein angrenzendes Wohnhaus sowie den Dachstuhl eines weiteren Gebäudes erfasst. Da sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Personen mehr in den betroffenen Gebäuden befanden, konnten sich die Einsatzkräfte unmittelbar auf die Brandbekämpfung konzentrieren.
Um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern, errichteten die Feuerwehrkräfte eine sogenannte Riegelstellung zum Schutz eines dritten Wohnhauses. Insgesamt kamen vier C-Rohre im Außenangriff, zwei C-Rohre im Innenangriff sowie ein weiteres Strahlrohr über die Drehleiter zum Einsatz. Mehr als 15 Atemschutztrupps arbeiteten unter schwierigen Bedingungen, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Unterstützt wurden die Kirner Feuerwehren von Kräften aus Hennweiler, Oberhausen und Monzingen sowie dem Führungsdienst der Verbandsgemeinde Nahe-Glan. Die Einsatzstelle wurde in vier Abschnitte gegliedert, um die umfangreichen Maßnahmen effizient koordinieren zu können.
Neben den Feuerwehren waren auch der Rettungsdienst, das Technische Hilfswerk, der Energieversorger, der Bauhof der Stadt Kirn sowie Polizei und Kriminalpolizei im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht, konnte seine Arbeit anschließend jedoch fortsetzen. Während der stundenlangen Löscharbeiten blieb die Dhauner Straße vollständig gesperrt. Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine Gefahr für weitere bewohnte Gebäude bestand jedoch nicht.
Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei war das Feuer zunächst in einem Holzschuppen ausgebrochen. Von dort griffen die Flammen auf zwei Wohnhäuser über. Beide Gebäude standen zwischenzeitlich in Vollbrand. Ein drittes Haus wurde durch die enorme Hitzeentwicklung leicht beschädigt. Eines der betroffenen Wohnhäuser ist derzeit unbewohnbar; die Bewohner kamen bei Angehörigen unter. Das zweite Gebäude befand sich zum Zeitpunkt des Brandes in Renovierung. Der entstandene Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich liegen.
Die Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht an. Im Anschluss richtete die Feuerwehr eine Brandwache ein, um verbliebene Glutnester zu überwachen. Die Kriminalpolizei sicherte den Brandort und hat die Ermittlungen zur bislang ungeklärten Brandursache aufgenommen.
Vor Ort verschafften sich unter anderem Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Jung und Landrätin Bettina Dickes einen Eindruck von der Lage. Beide dankten den Einsatzkräften für ihren engagierten und professionellen Einsatz. Die rund 90 Kräfte des Brand- und Katastrophenschutzes wurden von Andreas Kaiser, dem stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kirner Land, geleitet.





