StartNachrichtenKreis Bad KreuznachVom Sparschwein bis zum Kinderdepot: Weltspartag bei der Sparkasse Rhein-Nahe

Vom Sparschwein bis zum Kinderdepot: Weltspartag bei der Sparkasse Rhein-Nahe

REGION. Das Sparschwein hat noch lange nicht ausgedient. Auch wenn Kinder und Jugendliche heute immer häufiger mit Bankkarten bezahlen und ihr Geld über das Smartphone verwalten, bleibt der Weltspartag für die Sparkasse Rhein-Nahe ein fester Bestandteil des Jahres. Am heutigen Donnerstag, 29. Oktober, und am morgigen Freitag, 30. Oktober, dreht sich in den Beratungs-Centern wieder alles um das Sparen. Unter dem Motto „Mach was aus deinem Geld“ möchte das Kreditinstitut vor allem junge Menschen für einen bewussten Umgang mit Geld begeistern.
Bei einem Pressegespräch im Beratungs-Center Bad Kreuznach Süd erläuterten das designierte Vorstandsmitglied Kai Wilhelm, Vertriebsdirektor Jürgen Saurwein und Regionalleiter Kevin Becker, wie sich das Sparverhalten verändert hat und welche Bedeutung die persönliche Beratung in Zeiten zunehmender Digitalisierung hat.Für Kai Wilhelm ist der Weltspartag weit mehr als eine traditionelle Veranstaltung. Seit über 100 Jahren soll er Menschen dazu anregen, Geld zurückzulegen und für die Zukunft vorzusorgen. In diesem Jahr wird der Weltspartag bereits zum 102. Mal begangen. „Digitaler werden, aber trotzdem Sparkasse bleiben“, brachte Wilhelm die Entwicklung auf den Punkt.

Dabei spielt es aus seiner Sicht keine entscheidende Rolle, ob das Geld auf einem klassischen Sparbuch, einem Tagesgeldkonto oder in Wertpapieren angelegt wird. Viel wichtiger sei, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen und regelmäßig Rücklagen zu bilden. Gerade mit Blick auf die Altersvorsorge werde dies für die jüngere Generation zunehmend wichtiger.

Das klassische Sparbuch bleibt erhalten
Obwohl immer mehr Bankgeschäfte digital erledigt werden, hält die Sparkasse am traditionellen Sparbuch fest. Eltern können bereits unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes entscheiden, ob sie ein klassisches Sparbuch eröffnen oder eine digitale Sparmöglichkeit nutzen möchten.

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Anforderungen. Ab zehn Jahren können Kinder ein eigenes Girokonto mit Bankkarte und Online-Banking erhalten. Die Eltern behalten dabei die Kontrolle über die Finanzen. So können sie beispielsweise festlegen, welche Beträge auf dem Konto zur Verfügung stehen. Eine Überziehung des Kontos ist bei Minderjährigen nicht möglich.

Dass der Umgang mit Geld längst nicht mehr ausschließlich über Münzen und Scheine gelernt wird, erleben auch die Sparkassenmitarbeiter im Alltag. Bereits Grundschulkinder nutzen Bankkarten, um kleinere Einkäufe zu bezahlen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass mehrere kleine Kartenzahlungen zusammen einen überraschend hohen Betrag ergeben. Für die Verantwortlichen ist dies ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Kindern frühzeitig den Wert des Geldes und den Umgang mit einem begrenzten Budget zu vermitteln.
Eine Möglichkeit bieten digitale Spartöpfe. Damit können Kinder und Jugendliche in der Sparkassen-App Geld für bestimmte Wünsche zurücklegen. Wer beispielsweise auf eine Anschaffung für 100 Euro spart, kann regelmäßig kleinere Beträge auf ein entsprechendes Sparziel verschieben und den Fortschritt verfolgen.

Foto: Nahe News

Frühzeitig für die Zukunft vorsorgen
Neben dem klassischen Sparen gewinnen nach Angaben der Sparkasse langfristige Geldanlagen an Bedeutung. Eltern können für ihre Kinder ein Depot eröffnen und regelmäßig kleinere Beträge in Fonds oder börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs, investieren.

Die Sparkasse bietet dazu derzeit eine besondere Aktion an: Wer ein neues Kinderdepot eröffnet und einen Sparplan ab 25 Euro einrichtet, kann einen Startbonus von 50 Euro erhalten. Die Aktion läuft bis zum 31. Dezember 2026 beziehungsweise solange der dafür vorgesehene Prämientopf reicht.

Die Verantwortlichen verwiesen dabei auf die Bedeutung des langfristigen Sparens. Schon monatliche Beträge von 25 Euro können über viele Jahre eine beträchtliche Summe ergeben. Allerdings sind Wertpapieranlagen auch mit Risiken verbunden, weshalb die Sparkasse auf eine individuelle Beratung setzt.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die geplante Frühstartrente. Nach den vorgestellten Plänen sollen Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren künftig monatlich zehn Euro vom Staat für die Altersvorsorge erhalten. Der Einstieg ist für die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 vorgesehen. Auch über weitere staatliche Fördermöglichkeiten, etwa die Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen, informiert die Sparkasse.

Persönliche Beratung bleibt wichtig
Trotz der zunehmenden Digitalisierung setzen die Verantwortlichen weiterhin auf den direkten Kontakt mit ihren Kunden. Kai Wilhelm machte deutlich, dass nicht jede Geldanlage für jeden Menschen gleichermaßen geeignet sei. Während rein digitale Anbieter häufig einzelne Produkte in den Vordergrund stellten, wolle die Sparkasse verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und gemeinsam mit den Kunden passende Lösungen finden.

Auch Vertriebsdirektor Jürgen Saurwein sieht in der Verbindung von digitalen Angeboten und persönlicher Betreuung eine wichtige Aufgabe. Die Anforderungen an die Mitarbeiter hätten sich deutlich verändert. Neben klassischen Bankgeschäften gehörten inzwischen auch technische Fragen zum Alltag. Kunden benötigten beispielsweise Unterstützung bei der Einrichtung der Sparkassen-App, nach einem Smartphonewechsel oder bei Problemen mit dem Online-Banking. Mit dem neuen digitalen Broker S-Neo bietet die Sparkasse inzwischen auch die Möglichkeit, Aktien und ETFs direkt über die Sparkassen-App zu verwalten. Dennoch soll die persönliche Beratung weiterhin ein zentraler Bestandteil des Angebots bleiben.

Eine weitere digitale Neuerung ist der europäische Bezahldienst Wero. Eltern können diesen nach Angaben der Sparkasse auch für ihre Kinder ab zehn Jahren freischalten. Damit lassen sich Geldbeträge direkt über die App an Familienmitglieder oder Freunde senden und von ihnen empfangen.

Ein besonderes Anliegen ist den Sparkassenverantwortlichen die finanzielle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Wie Regionalleiter Kevin Becker erläuterte, bietet das Kreditinstitut auch Schulbesuche an, um jungen Menschen grundlegende Kenntnisse über Geld, Sparen und den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie ein Konto funktioniert. Kinder sollen auch lernen, zwischen notwendigen Ausgaben und persönlichen Wünschen zu unterscheiden und größere Anschaffungen zu planen.

Die Sparkasse würde sich wünschen, dass solche Angebote von den Schulen noch stärker genutzt werden. Gerade angesichts der zahlreichen Finanzinformationen in sozialen Netzwerken sei es wichtig, jungen Menschen eine fundierte Orientierung zu geben. Nicht alle Empfehlungen von sogenannten Finanzinfluencern auf Plattformen wie YouTube oder TikTok seien unabhängig oder für die jeweilige Lebenssituation geeignet.

Glücksrad, Kinderschalter und Kinokarten
Beim Weltspartag selbst stehen traditionell die jüngsten Kunden im Mittelpunkt. In den Beratungs-Centern wurden wieder besondere Kinderschalter eingerichtet, an denen die Kinder ihre gefüllten Sparschweine abgeben können. Als Belohnung warten kleine Geschenke und weitere Aktionen.

Auch ein Glücksrad gehört zum Programm. Darüber hinaus können Kinder an einem Gewinnspiel teilnehmen und Eintrittskarten für den Kinder-Kino-Tag am 8. November im Cineplex Bad Kreuznach gewinnen. Gezeigt wird der Film „Der frechste Troll der Welt“. Die Sparkasse hat die Aktionen in diesem Jahr bewusst auf eineinhalb Tage ausgeweitet. Bereits am heutigen Donnerstag können Familien die Angebote nutzen. Damit soll insbesondere Eltern entgegengekommen werden, die am Freitag nur wenig Zeit haben.

Dass der Weltspartag trotz digitaler Bezahlmöglichkeiten weiterhin seine Berechtigung hat, zeigt sich nach Angaben der Verantwortlichen auch an den zahlreichen Münzen, die jedes Jahr abgegeben werden. Gelegentlich tauchen dabei sogar noch alte D-Mark- oder Pfennigstücke auf.

Neben den Aktionen für Kinder und Familien unterstützt die Sparkasse Rhein-Nahe rund um den Weltspartag auch gemeinnützige Projekte. Über die Spendenplattform WirWunder können Vereine und Initiativen aus der Region finanzielle Unterstützung erhalten.
Am 29. und 30. Oktober verdoppelt die Sparkasse jede Spende bis zu einem Betrag von 50 Euro. Damit sollen insbesondere ehrenamtliche Projekte in der Rhein-Nahe-Region gefördert werden.

Für Kai Wilhelm, Jürgen Saurwein und Kevin Becker steht beim Weltspartag vor allem eine Botschaft im Vordergrund: Wer früh lernt, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen und regelmäßig etwas zurückzulegen, schafft eine wichtige Grundlage für die eigene finanzielle Zukunft. Ob das Geld dabei aus dem Sparschwein kommt oder per Smartphone verwaltet wird, spielt letztlich eine untergeordnete Rolle.


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