BAD KREUZNACH / NEURUPPIN. Auf Einladung des Neuruppiner Bürgermeisters Nico Ruhle hat eine Delegation der Stadt Bad Kreuznach anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober die brandenburgische Partnerstadt besucht. Im Mittelpunkt des Arbeitstreffens standen aktuelle kommunale Zukunftsthemen und ein intensiver Erfahrungsaustausch. Für die Gäste von der Nahe bot die Reise insbesondere Gelegenheit, sich über Entwicklungen in den Bereichen Energieversorgung, Geothermie und alternative Wärmegewinnung zu informieren. Darüber hinaus standen Klimaanpassung, Stadtentwicklung, Kultur, Wirtschaftsförderung sowie aktuelle Herausforderungen der Kommunalverwaltung auf der Agenda.
Ein besonderer Schwerpunkt des Programms war der Besuch bei den Stadtwerken Neuruppin. Im Gespräch mit dem kaufmännischen Leiter Guido Gerlach sowie dem technischen Leiter Artur Dzasokhov erhielten die Bad Kreuznacher Einblicke in die aktuellen Überlegungen und Projekte rund um die Geothermie. Angesichts schwankender Energiepreise und der Notwendigkeit einer klimafreundlichen Versorgung gewinnen erneuerbare Energiequellen zunehmend an Bedeutung. Für Bad Kreuznach waren die Impulse besonders wertvoll, da sich die Stadt selbst mit innovativen Ansätzen beschäftigt – unter anderem der Überlegung, Flusswasser als natürliche Wärmequelle zu nutzen. Auch modulare Bauweisen wurden erörtert, um künftig flexibel und effizient auf Infrastrukturbedarfe reagieren zu können.
Oberbürgermeister Emanuel Letz unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Städtepartnerschaften leben davon, dass wir nicht nur freundschaftliche Beziehungen pflegen, sondern auch voneinander lernen. Das Arbeitstreffen in Neuruppin zeigt, wie wertvoll es ist, kommunale Zukunftsfragen gemeinsam zu betrachten. Gerade bei Themen wie Energieversorgung, Klimaanpassung und Stadtentwicklung stehen unsere Städte vor vergleichbaren Aufgaben.“
Bürgermeister Thomas Blechschmidt hob insbesondere die wirtschaftlichen und strategischen Aspekte hervor: „Die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten zeigen, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit alternativen Formen der Energiegewinnung auseinanderzusetzen. Für uns als Stadt ist es entscheidend, innovative Ansätze nicht nur technisch zu betrachten, sondern auch Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen. Der Austausch mit Neuruppin liefert uns hierfür wertvolle Impulse.“
Auch Jörg Fritz, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuruppin, betonte die Chancen der Kooperation: „Die Energiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Umso wichtiger ist es, technologische Alternativen wie die Geothermie konsequent zu prüfen. Das Nahwärmekonzept in Bad Kreuznach mit der geplanten Nutzung von Flusswasserwärme zeigt, dass auch andere natürliche Wärmequellen interessante Möglichkeiten bieten. Der interkommunale Austausch ist dafür eine wertvolle Grundlage.“
Neben den Fachthemen nahm auch der kulturelle Austausch einen wichtigen Platz ein. Die Delegation erhielt Einblicke in das Kunstprojekt „Zwischenorte“ und besuchte das 13. Europäische Literaturfest Brandenburg „Neben der Spur“ mit einer Lesung der Autorin Peggy Mädler. Zudem wurden in Gesprächen mit der Neuruppiner Verwaltungsspitze Themen wie Verwaltungsaustausch, Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Wirtschaftsförderung sowie Events wie der Hubertuslauf besprochen.
Dass das Treffen im zeitlichen Zusammenhang mit dem Tag der Deutschen Einheit stattfand, verlieh dem Besuch eine besondere Bedeutung. Die Städtepartnerschaft zwischen Bad Kreuznach und Neuruppin steht beispielhaft für Zusammenhalt und Verständigung: Aus historischer Verbundenheit ist eine aktive Zusammenarbeit erwachsen, die Raum für neue Ideen schafft und die Verbindung beider Städte nachhaltig stärkt.







