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Julia Klöckner besucht Jobcenter Bad Kreuznach

BAD KREUZNACH. Qualifizieren, vermitteln und Menschen wieder eine Perspektive durch Arbeit geben. Auch ein Stück Lebensberatung ist es, was die Mitarbeiter leisten: Die Aufgaben der Jobcenter sind vielfältig und haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Wie sieht die Situation konkret im Landkreis Bad Kreuznach aus? Darüber hat sich die heimische Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner mit dem Leiter des hiesigen Jobcenters, Joey Isted und seiner Stellvertreterin Patricia Reidenbach, ausgetauscht.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen Bewegung: Im August waren im Landkreis Bad Kreuznach 6 217 Menschen arbeitslos gemeldet, weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 7,1 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit lag sie bei 6,5 Prozent. Gleichzeitig gibt es wieder mehr Beschäftigungsmöglichkeiten: 1 373 offene Stellen waren zuletzt im Kreis im Bestand. Das sind 13,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte und unterschiedlichen Voraussetzungen. Unser Ziel muss sein, Menschen nicht in Arbeitslosigkeit zu verwalten, sondern ihnen den Weg in eine möglichst dauerhafte Beschäftigung zu eröffnen. Dass gleichzeitig wieder mehr offene Stellen vorhanden sind als vor einem Jahr, bietet Chancen, die wir nutzen müssen“, betont Julia Klöckner MdB.

Dabei zeigt die tägliche Erfahrung des Jobcenters: Sprache ist der Schlüssel. „Wer Deutsch spricht und versteht, hat bessere Chancen auf Ausbildung und Arbeit, kann sich im Betrieb einbringen und seinen Alltag selbstständiger gestalten. Spracherwerb und Arbeitsmarktintegration müssen deshalb eng zusammengedacht werden“, so Julia Klöckner MdB. Besonders wichtig sei es, junge Menschen frühzeitig zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen wird deshalb intensiviert. Mit der geplanten Jugendberufsagentur sollen verschiedene Ansprechpartner und Institutionen enger zusammenarbeiten, damit beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf möglichst niemand verloren geht. Dass hier weiterhin Chancen bestehen, zeigen auch die Zahlen zum Ausbildungsmarkt in der Region: Rund 1 500 junge Menschen haben sich seit Oktober bei der Berufsberatung ausbildungsstellensuchend gemeldet. Ihnen stehen mehr als 2 000 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Aktuell sind noch rund 470 Ausbildungsplätze unbesetzt, während etwa 360 Jugendliche noch auf der Suche sind.

Auch über die ersten Erfahrungen mit der Neuen Grundsicherung wurde gesprochen, die seit dem 1. Juli 2026 das Bürgergeld abgelöst hat. Der Fokus liegt stärker auf der Vermittlung in Arbeit und Ausbildung sowie auf verbindlicher Eigenverantwortung. Und wer sich konsequent verweigert, muss dann auch mit Konsequenzen rechnen und leben. Qualifizierung und Weiterbildung bleiben dort möglich, wo sie für eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt sinnvoller sind. Die ersten Rückmeldungen aus der Praxis vor Ort sind positiv. Ein wichtiger Wunsch der Jobcenter-Leitung an die Politik ist mehr Entscheidungsspielraum vor Ort. „Nicht jede Lebenssituation passt in ein starres Raster. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Menschen und die konkreten Fälle. Deshalb brauchen sie dort, wo es sinnvoll ist, auch die Möglichkeit, flexibel zu entscheiden, statt ausschließlich nach pauschalen Vorgaben handeln zu müssen“, so Julia Klöckner MdB.

Auch der Datenschutz könne bei der Zusammenarbeit verschiedener Stellen zum Hemmnis werden. Der Schutz persönlicher Daten sei wichtig und notwendig, dürfe aber eine sinnvolle Zusammenarbeit verschiedener Behörden und Ansprechpartner nicht unnötig erschweren. „Die aktuellen Zahlen zeigen: Es gibt Bewegung auf unserem Arbeitsmarkt und es gibt Chancen. Entscheidend ist, Menschen und offene Stellen zusammenzubringen. Dafür brauchen wir gute Sprachkenntnisse, Qualifizierung, Eigenverantwortung. Und Jobcenter, die vor Ort den nötigen Handlungsspielraum haben“, erläutert Julia Klöckner MdB abschließend.


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