RHEINLAND-PFALZ. Die Nachricht vom plötzlichen Tod des SPD-Landtagsabgeordneten Michael Simon in der Nacht zum Silvestertag hat das Land Rheinland-Pfalz tief erschüttert. Über alle Parteigrenzen hinweg herrscht Fassungslosigkeit über den unerwarteten Verlust des 54-Jährigen, der nicht nur als engagierter Parlamentarier, sondern vor allem als empathischer Mitmensch geschätzt wurde.
Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft
Michael Simon war ein Sozialdemokrat durch und durch. Seine politische Laufbahn begann er als Juso-Kreisvorsitzender und durchlief nahezu alle Ebenen der Parteiarbeit. Er war in Orts-, Verbandsgemeinde- und Kreisräten aktiv, führte seinen SPD-Gemeindeverband und übernahm 2021 schließlich den SPD-Kreisvorsitz sowie das Mandat im rheinland-pfälzischen Landtag. Dort setzte er sich in den Ausschüssen für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz sowie für Gleichstellung und Frauen leidenschaftlich für soziale Themen ein. Landtagspräsident Hendrik Hering würdigte Simon als einen Kollegen, der mit „Herzblut für soziale Gerechtigkeit“ gekämpft habe. Besonders sein beruflicher Hintergrund in der Wohnungslosenhilfe und beim Jugendamt habe sein politisches Handeln geprägt: Für Simon habe stets der einzelne Mensch im Fokus gestanden, insbesondere jene, die im Leben oft vergessen werden.
Bestürzung über Parteigrenzen hinweg
Die Lücke, die Simon hinterlässt, wird sowohl politisch als auch persönlich als schmerzhaft empfunden. Dr. Denis Alt, stellvertretender Kreisvorsitzender, und der Kreistagsvorsitzende Carsten Pörksen betonten in einer gemeinsamen Erklärung Simons enorme Einsatzbereitschaft und seinen feinsinnigen Humor. Auch die SPD-Landtagsfraktion zeigte sich tief erschüttert über den Verlust eines „herzensguten Menschen“.

Die Anteilnahme reicht weit über die eigene Fraktion hinaus. Die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) fand bewegende Worte des Abschieds und erinnerte an den aufrichtigen persönlichen Austausch ohne „parteipolitische Schere im Kopf“. Michael Simon sei ein kämpferischer Sozialdemokrat mit dem Herz am richtigen Fleck gewesen. Auch die Landtagsfraktion der Grünen drückte durch Pia Schellhammer ihr tiefes Mitgefühl aus und hob Simons Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie hervor.
Welle der Anteilnahme in den sozialen Medien
Seit Bekanntwerden der Nachricht füllen sich die sozialen Netzwerke mit Beileidsbekundungen. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie Weggefährten bringen dort ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck. Das Mitgefühl der Öffentlichkeit gilt in diesen schweren Stunden vor allem seiner Familie und seinen Eltern. Rheinland-Pfalz verliert mit Michael Simon eine markante politische Stimme, die stets die soziale Gerechtigkeit zum Kompass ihres Handelns gemacht hatte.





