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NGG fordert 3000€ Start-Lohn für Gastro-Profis – Für DEHOGA denkbar, wenn Rahmenbedingungen stimmen

24.08.2023
RHEINLAND-PFALZ (red). Die Küche bleibt kalt – und das immer öfter: Ob Restaurant, Gaststätte oder Biergarten – in der Gastronomie im Kreis Bad Kreuznach gehören „neue Öffnungszeiten“ zum Alltag.

„Immer häufiger stehen Gäste vor verschlossenen Türen. Wer zum Essen rausfährt oder etwas trinken möchte, sollte sich besser vorher im Internet oder per Anruf erkundigen, ob das Lokal auch offen hat. Und vor allem, wie lange es warme Küche gibt“, rät Guido Noll von der Gastronomie-Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Viele Gaststätten und Restaurants hätten bereits einen zusätzlichen Ruhetag eingelegt.

„Einige Häuser streichen den Mittagstisch komplett. Und oft schließt die Küche abends deutlich früher. Der Trend ist klar: Die Gastronomie kocht und bedient nur noch auf Sparflamme“, sagt Noll. Der Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz schlägt „Küchen-Alarm“ für die Gastro-Szene. Der Grund liege auf der Hand: „Zu wenig Personal. Hotels, Restaurants, Gaststätten, Biergärten, Cafés, Caterings … – fast alle suchen händeringend Unterstützung“, so Guido Noll.

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Allein für den Landkreis Bad Kreuznach hat die Bundesagentur für Arbeit in der Hotellerie und Gastronomie aktuell 64 offene Stellen registriert. „Wer in der Küche klarkommt, kann sofort anfangen: 38 unbesetzte Jobs warten auf einen Küchen-Profi. Aber auch um den Nachwuchs macht sich das Gastgewerbe Sorgen: Für die Azubi-Suche läuft der Countdown. Und es sieht nicht gut aus. Denn eigentlich müssten die Verträge für das neue Ausbildungsjahr schon längst abgeschlossen sein“, sagt NGG-Geschäftsführer Noll.

In der Gastro-Branche müsse sich einiges ändern: „Höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten sind der Schlüssel für mehr Personal“, macht Guido Noll klar. Konkret peilt er dabei für die Zukunft einen „Gastro-Start-Lohn“ von 3.000 Euro brutto pro Monat für alle an, die in der Hotellerie und Gastronomie nach ihrer Ausbildung in einem Vollzeit-Job weiterarbeiten.

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„Das muss die Branche hinbekommen. Denn wer seine Ausbildung in der Küche, im Service oder im Hotel abgeschlossen hat, braucht eine klare Perspektive. Egal, wo eine Köchin, ein Kellner oder eine Hotelfachfrau hingeht – egal, an welcher Hotelbar, an welcher Rezeption, bei welchem Caterer oder in welchem Biergarten es einen neuen Job gibt: Der faire Einstiegslohn liegt bei mindestens 3.000 Euro.“

Von fairen Löhnen seien viele Beschäftigte der Branche heute immer noch weit entfernt: „Tatsächlich schrammen Köche und Kellnerinnen im Kreis Bad Kreuznach ziemlich oft nah an der Mindestlohnkante von 12 Euro pro Stunde entlang. Ein Großteil der Gastro-Betriebe zahlt noch immer keinen Tariflohn. Das ist ein Unding, wenn man gute Leute sucht“, so Guido Noll.

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Bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen ist für den rheinland-pfälzischen DEHOGA-Präsidenten Gereon Haumann der konkrete Vorschlag eines „Gastro-Start-Lohns“ von 3.000 Euro brutto für Vollzeitkräfte nach der Ausbildung denkbar, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Haumann erläutert diese Bedingungen wie folgt: „Die Gastgeber von Rheinland-Pfalz haben ihre Hausaufgaben gemacht und den Lohn für ausgebildete Fachkräfte am 1. April von 1.800 Euro auf 2.535 Euro erhöht; das entspricht einer Lohnsteigerung von über 40 Prozent. Ungeachtet dieser historischen Lohnerhöhung heben wir die Löhne in dieser Bewertungsgruppe ab dem 1. April 2023 erneut auf dann 2.704 Euro an. Nun muss endlich auch die Politik ihre Hausaufgaben machen, um den Gastgebern einen verlässlichen Rahmen für eine planbare und verantwortungsvolle Kostenkalkulation und erfolgreiche Betriebsführung zu geben“.

Wichtig für den DEHOGA sind:

  • die umgehende Entfristung der Mehrwertsteuer auf Speisen
  • die mittelfristige Gewährung einer reduzierten Mehrwertsteuer auf ALLE Leistungen des Gastgewerbes getreu dem Grundsatz: „eine Branche, eine Steuer“
  • die weitestgehende Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes mit einer Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeit
  • die Anerkennung eines Arbeitsvertrages (Ausbildungsvertrages) als Einreiseerlaubnis, um den Zuzug von Arbeitswilligen außerhalb Europas zu erleichtern

„Wenn die Politik diesen Rahmen kurzfristig schafft, kann sich unser Landesverband eine (weitere) schrittweise Entwicklung zu einem Ecklohn für ausgebildete Fachkräfte von bis zu 3.000 Euro brutto monatlich im Rahmen eines langfristigen Tarifabschlusses nach Ablauf des jetzigen Tarifvertrages vorstellen. Der aktuelle Tarifvertrag ist unbefristet und läuft bis mindestens März 2025“, so Haumann abschließend.


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