Bleiverglasungen im “Haus der Stadtgeschichte” erfasst

Viktoria Reutershan vom Team Haus der Stadtgeschichte inmitten der erschlossenen Bleiverglasungen aus dem Nachlass Best.

BAD KREUZNACH. Im Haus der Stadtgeschichte steht alles unter dem Zeichen der Bestandserschließung eines Konvoluts von Bleiverglasungen aus dem Nachlass der Bad Kreuznacher Künstler Hans und Friedrich Best.

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Dazu hatte die Leiterin des Hauses Franziska Blum-Gabelmann die Diplomrestauratorin und Glasermeisterin Ulrike Kunert um ihre Expertise gebeten. Unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs wurden über 60 Bleiverglasungen darunter einige Bleiglasfenster unterschiedlicher Farbigkeit, Formate und Motive in Augenschein genommen. Dazu wurden die sehr fragilen Objekte mit Auf- und Durchlicht hinsichtlich ihres Materials, der verwendeten Techniken und des Erhaltungszustandes untersucht, gereinigt, fotografiert und die Ergebnisse für die Archiv-Datenbank dokumentiert. Insbesondere für solche wichtigen und aufwendigen Erschließungsarbeiten muss das Haus der Stadtgeschichte zeitweise für Besucher*innen geschlossen bleiben.

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Bei diesen Erschließungsarbeiten ist insbesondere die Materialbestimmung durch die Restauratorin, ein aufschlussreicher Aspekt, denn sie ist über stilistische Zuordnungen hinaus für die Datierung der Glas-Fenster hilfreich. Vorgefunden wurden Tonglas, Echt-Antikglas, Neu-Antikglas, Kathedralglas, Linienglas und Ornamentglas. Aber auch die Technik kann Hinweise für eine Datierung liefern. Im Konvolut befinden sich sowohl mit Braun- und Schwarzlot bemaltes als auch mit Schablonen bedrucktes Glas. Außerdem zeigte sich, dass auch hier – wie in der Malerei im späten 19. Jahrhundert bis um die vorletzte Jahrhundertwende – vermeintliche Alterungsspuren, künstlich aufgebracht waren. Damit wurde bei genauerer Betrachtung unter der Lupe erkennbar, dass es sich nicht um ein Fenster aus der Zeit um 1500, wie Motiv und Stilistik nahelegten, handeln kann, sondern um eine Arbeit aus dem 20. Jahrhundert.

Im Überblick über das Konvolut konnte das Team des Stadtarchivs nun Varianten eines Motivs in verschiedenfarbiger Ausführung nebeneinanderstellen und einzelne Fensterfelder zu größeren Einheiten zusammenführen. Wo die einzelnen Fenster Verwendung fanden oder finden sollten, bleibt die Arbeit weiterer Forschung. Befestigungen wie Ösen legen nahe, dass einzelne Glas-Fenster als Bilder aufgehängt wurden. Was den Erhaltungszustand und die Schadensbilder betrifft, sind die Objekte überwiegend in einem stabilen Zustand. Partiell wurden Fehlstellen und Beschädigungen fixiert.

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Insgesamt stellt das Konvolut einen interessanten Einblick in die Arbeit des Bad Kreuznacher Glas- und Kunstmalers Friedrich Best (1880-1946) dar, der zeitweise zusammen mit seinem Bruder, dem Architekten Hans Best (1874-1968), zusammenarbeitete.

red – 11.08.22

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