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22. April 2024
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FDP-Landtagsfraktion zeichneten sich beim Impulsvortrag von Gewobau und FUTUREhaus genaues Bild vom Wohnen der Zukunft

BAD KREUZNACH. Das Wohnen der Zukunft wird nachhaltig, bezahlbar und komfortabel, wenn es nach Karl-Heinz Seeger und Thomas Sapper geht. Im Rahmen der Herbsttour der rheinland-pfälzischen FDP-Landtagsfraktion stellten die Geschäftsführer von GEWOBAU und FUTUREhaus ihre Visionen, Innovationen und Projekte in Bad Kreuznach und Umgebung vor.

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Am zweiten Tag ihrer Herbsttour lud die rheinland-pfälzische FDP-Landtagsfraktion gemeinsam mit GEWOBAU-Geschäftsführer Karl-Heinz Seeger und FUTUREhaus-Geschäftsführer Thomas Sapper zur öffentlichen Veranstaltung „Wohnen der Zukunft: Bezahlbar – Innovativ – Nachhaltig“ ein.

Thomas Sapper (li.) und Karl-Heinz Seeger bei ihrem Vortrag.

Das Interesse war groß – neben FDP-Politikerinnen und -Politikern aus Land, Kreis und Stadt befanden sich unter den Anwesenden auch politische Angehörige von CDU, SPD, FWG und der Liste Faires Bad Kreuznach. In der Kaiserremise des Bonnheimer Hofs in Hackenheim musste sogar nachträglich ein Tisch angebaut werden. Viele Menschen wollten einen Blick in die Zukunft nachhaltigen Wohnens werfen. Emanuel Letz, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes, eröffnete und moderierte den Abend.

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Der FDP-Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag, Philipp Fernis wies in seiner Ansprache auf die Sonderstellung der Wohnraumsituation der Stadt Bad Kreuznach im Vergleich zu anderen Teilen des Landkreises hin. Die gute Anbindung der Stadt an das Rhein-Main-Gebiet führen zu einer angebotsübersteigenden Nachfrage, steigende Grundstückspreise und eine Reduktion bezahlbaren Wohnraums seien die Folge.

Unternehmer wie Thomas Sapper und Karl-Heinz Seeger würden mit der Entwicklung und Umsetzung zukunftsorientierter Wohnkonzepte einen wichtigen Beitrag zur Entspannung der Situation leisten.

Karl-Heinz Seeger begrüßt Daniela Schmitt.

„Wir glauben an die Innovationskraft von Menschen, die gute Ideen haben“, sagte Philipp Fernis und bezog sich dabei auf Themen wie Klimaneutralität und nachhaltige Energieversorgung bei Wohnprojekten.

Karl-Heinz Seeger und Thomas Sapper nutzten ihren Impulsvortrag, um den Sammelbegriff „modernes und nachhaltiges Wohnen“ zu dekonstruieren und ihn mit Inhalt zu füllen. Dazu diente ihnen das in den letzten Zügen der Umsetzung befindliche Projekt „Solarquartier“ als erstes Beispiel. Hier greifen alle Komponenten so ineinander, dass sie ein durchdachtes Wohn- und Versorgungskonzept bilden: Die 28 Häuser des klimapositiven Wohnquartiers in Bad Kreuznach verwenden vollintegrierte Photovoltaikanla-gen als Stromquelle. Diese liefern den Betriebsstrom des Quartiers – auch für die Sole-Wärme- pumpen, welche die Heizung und Warmwasserversorgung sichern – und darüber hinaus noch Überschüsse, welche im sogenannten Quartierspeicher gepuffert werden. Die gespeicherten Überschüsse sollen in Zukunft sechs E-Ladesäulen mit Energie versorgen. So können die künftigen Solarquartier-Bewohnerinnen und -Bewohner ihre Elektrofahrzeuge in der unmittelbaren Wohnumgebung laden. Für zusätzlichen Wohnkomfort sorge neben der Architektursprache mit ihren großen Fensterflächen auch die technische Ausstattung: Karl-Heinz Seeger und Thomas Sapper nannten hier beispielhaft integrierte Smart Home-Systeme, CO2- und Feuchtwertesensorik und automatisierte Frischluftfenster.

Für Seeger und Sapper beginne Nachhaltigkeit beim Bau. Man setze auf nachhaltige Materialien. So bestünden die Außenwände der Häuser aus Holzspanstein, bei dessen Herstellung zweitverwertetes Holz als Verschalung und ein Betonrezyklat als Füllung verwendet wird. Abbruchmaterialien würden so Rohstoffe generieren. Dies sei eine Weiterentwicklung des Holzspansteins als bereits bewährter Baustoff. Man wollte einen massiven Baustoff, aus dem sich relativ einfach eine fertige Wand herstellen ließe. „Damit man einfach auf der Baustelle richtig Speed entwickeln kann“, so Thomas Sapper. Zudem würden die Wände lokal in Bad Kreuznach produziert, „sodass wir hier mit regionaler Arbeit und regionalen Mitarbeitern regionale Produkte herstellen können“. Ein weiterer Vorteil für die Vorproduktion in KH sei, dass die kurzen Transportwege erheblich zur CO2-Reduktion beitragen würden.

Ein Blick in die nahe Zukunft: Das Wasserstoffquartier
In Anbetracht des derzeitigen Wärmeenergieverbrauchs prognostizierte Karl-Heinz Seeger das Ende der Erdgasnutzung als verlässliche Energiequelle in 15 Jahren – bis dahin verbunden mit einer erheblichen Kostensteigerung für Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Anteil der strombasierten Wärmeerzeugung wachse zwar, doch gerade in Dunkelphasen seien diese Energiequellen nicht suffizient. Eine Lösung für dieses Problem sehen Karl-Heinz Seeger und Thomas Sapper in hybriden Systemen, welche die parallele Energiegewinnung aus Photovoltaiktechnik und Brennstoffzellen ermöglichen.

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In diesem Zusammenhang stellten die beiden Unternehmer ihr geplantes Projekt in Sprendlingen vor: Hier sollen auf dem Areal „Neben dem Brühl“ 10 bis 20 Reihenhäuser mit hybrider Energiegewinnung gebaut werden. Zunächst würde der Brennstoffanteil des Hybridsystems noch mit Biogas betrieben, doch schon bald solle er auf Wasserstoffbasis laufen. Man ginge davon aus, dass hybride Anlagen bereits in drei Jahren so weit entwickelt seien, dass sie auch saisonale Spitzenlasten auffangen können. Hybride Energietechnologie sei aber nicht nur für nur Einfamilien- und Doppelhäuser denkbar, auch im Bereich Mehrfamilienhäuser könne sie Einzug halten. Das zeige das Projekt in der Bad Kreuznacher Schubertstraße. Das klimapositive, mit Photovoltaikanlagen und Brennstoffzellen ausgestatte Bauprojekt wird 14 Wohneinheiten umfassen.

In der anschließenden Diskussion erfragten die Zuhörerinnen und Zuhörer unter anderem, was nicht-städtische Auftraggebende die Errichtung einer solchen Wohneinheit koste. Dies konnten Thomas Sapper und Karl-Heinz Seeger genau beziffern: Bei einer einfachen Ausstattung beliefe sich der Quadratmeterpreis auf etwa 2.200 Euro. Mit zusätzlichen Features wie CO2- und Feuchtwertesensorik, einer Alarmanlage, Kameraüberwachung und Zugangskontrolle, Kühlung und automatisch gesteuerten Frischluftfenstern ließen sich Wohnkomfort und Preis noch hochskalieren – auf etwa 2.700 Euro pro Quadratmeter. Im Gegenzug verringerten sich durch diese Investitionen auch die Betriebskosten. Die Investitionskosten würden also mit der technischen Ausstattung variieren, welche individuell angepasst werden könne.

Marco Weber, der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, gab zu bedenken, dass die potentiell hohen Investitionskosten bei Bauherrinnen und Bauherren zu Finanzierungsproblemen durch die Banken führen könnten. Dem entgegnete Karl-Heinz Seeger, dass die GEWOBAU als städtische Wohnungsbaugesellschaft Grundstücke zu vergleichsweise niedrigen Preisen anbieten könne. Thomas Sapper ergänzte, dass man die Bauinteressenten auch hier unterstützend begleite. Die hochkomplexe Technologie müsse als Argumentationsgrundlage für die Investitionssumme verständlich an die Banken herangetragen werden. Da Marco Weber ursprünglich aus dem nördlichen Teil des Bundeslandes stammt, interessierte ihn die regionale Eingrenzung der Umsetzung der Projekte von GEWOBAU und FUTUREhaus.

Thomas Sapper betonte, dass ihm bei der Entwicklung von FUTUREhaus wichtig gewesen sei, den Produktionsprozess zu dezentralisieren und in Bad Kreuznach ein „Regionalprinzip“ zu fahren. Dies ließe sich auf einen Umkreis von 42 km um die derzeitige regionale Produktionsstätte ausweiten. Bei entsprechenden Anfragen könne man mit relativ geringem Investitionsaufwand weitere Produktionsstätten aufbauen.

Die Diskussionsrunde wurde auch genutzt, um Lob auszusprechen. Fitnessunternehmer und Stadtratsmitglied Hans Gerhard Merkelbach („Faire Liste“) sprach sich für die gute Organisation der Bauprojekte aus und empfahl den Anwesenden, sich die Häuser einmal persönlich anzuschauen.

Auch Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt lobte den Vortrag. „Uns hat er in unserer politischen Arbeit einige Impulse mit auf den Weg gegeben.“ Wer politische Verantwortung trüge, sei dankbar für solche Hinweise aus der Praxis. Zudem sah sie in Karl-Heinz Seeger und Thomas Sapper nicht nur wichtige Signalgeber für mehr Regionalität und baulich-technische Innovationen, sie merkte auch an, dass die beiden Unternehmer mit ihren modernen Ansätzen Berufe in dieser Branche attraktiver für junge Menschen mache, was in der Folge dem Fachkräftemangel entgegenwirken könne. Ihre Begeisterung für die vielfältigen Ansätze zum Lösen der unterschiedlichsten Probleme brachte sie mit einem Zitat zum Ausdruck, welches Philipp Fernis eingangs schon erwähnte: „Sie könnten noch mehr, wenn man Sie nur ließe.“

Alice Schäfer – 25.10.21

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