StartNachrichtenKreis Bad KreuznachSeit 60 Jahren „Made in Bad Kreuznach“: Michelin feiert Jubiläum

Seit 60 Jahren „Made in Bad Kreuznach“: Michelin feiert Jubiläum

BAD KREUZNACH. Seit sechs Jahrzehnten werden in Bad Kreuznach Michelin-Reifen produziert. Dieses Jubiläum feierte der Reifenhersteller am Montag, 21. September mit einem Festakt im Werk an der Nahe. Mehr als 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Konzernführung und Belegschaft blickten gemeinsam auf die Entwicklung des Standorts zurück – und vor allem auf dessen Zukunft. Hohe Investitionen sollen in den kommenden Jahren die Wettbewerbsfähigkeit des größten deutschen Michelin-Reifenwerks weiter stärken.

Werkdirektor Guilhem Vogel begrüßte unter anderem den rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Michael Ebling, den französischen Generalkonsul Nicolas Bergeret, Landrätin Bettina Dickes und Oberbürgermeister Emanuel Letz. Aus den Michelin-Konzernzentralen waren unter anderem Welt-Industriedirektor Thirapol Muengnao, die Leiterin der Industrie in Nordeuropa Silvia Mata Nestares, Business-Direktor für Pkw-Reifen Daniele Rossi sowie der Managing Direktor für Deutschland, die Schweiz und Österreich, Markus Bast, angereist. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner konnte nicht persönlich teilnehmen und gratulierte per Videobotschaft.

„Unser Werk in Bad Kreuznach hat eine Tradition und eine Kultur, die uns zu etwas Besonderem machen“, sagte Vogel. Sein besonderer Dank galt den heutigen und früheren Beschäftigten, die über Jahrzehnte zur Entwicklung des Standorts beigetragen hätten. Gleichzeitig machte der Werkdirektor deutlich, dass der Blick nach vorne gerichtet sei. Die laufende Transformation könne nur gemeinsam mit den Menschen im Unternehmen gelingen.

Auch Personalleiterin Dr. Heike Notzon und Betriebsratsvorsitzender Thorsten Bayer stellten die Beschäftigten in den Mittelpunkt. Michelin sei über die Jahrzehnte zu einem wichtigen Arbeitgeber und zu einem festen Bestandteil Bad Kreuznachs geworden. Für Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und teilweise ganze Familien sei das Unternehmen ein Stück Heimat, betonte Bayer.

„Michelin und Bad Kreuznach gehören einfach zusammen“
In ihrer Videobotschaft hob Julia Klöckner die enge Verbindung zwischen dem Reifenhersteller und der Region hervor. „Bei allen Veränderungen in der Reifentechnologie ist eines über sechs Jahrzehnte geblieben: Michelin und Bad Kreuznach gehören einfach zusammen“, erklärte sie. Auch persönlich verbinde sie den Anblick des Michelin-Männchens bei der Fahrt nach Bad Kreuznach mit Heimat.

Wirtschaftsminister Michael Ebling überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Gordon Schnieder. 60 Jahre Michelin in Bad Kreuznach seien „ein beeindruckendes Stück rheinland-pfälzischer Industriegeschichte“ und zugleich ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.
Landrätin Bettina Dickes würdigte die Bedeutung des Unternehmens für den Landkreis und die gesamte Region. Bei ihren Besuchen im Werk erlebe sie immer wieder die Leidenschaft für Veränderung und die Schaffenskraft der Beschäftigten.
Für Oberbürgermeister Emanuel Letz sind Stadt und Region ohne Michelin kaum noch vorstellbar. Die Verbundenheit des Unternehmens mit Bad Kreuznach und die gelebte Gemeinschaft am Standort ließen das Werk eines weltweit tätigen Konzerns beinahe wie einen Familienbetrieb erscheinen.
Der französische Generalkonsul Nicolas Bergeret stellte die Bedeutung einer starken europäischen Industrie heraus. Michelin und das Bad Kreuznacher Werk seien mit ihrem Pioniergeist ein Beispiel dafür.

Hohe Investitionen in den Standort angekündigt
Ein klares Bekenntnis zum Standort kam auch von Michelin-Welt-Industriedirektor Thirapol Muengnao. Die Michelin Gruppe unterstreiche die Bedeutung von „Made in Germany“ durch hohe Investitionen, die in den kommenden Jahren nach Bad Kreuznach fließen sollen. Muengnao zeigte sich zuversichtlich, dass der Standort diese Investitionen in eine Erfolgsgeschichte verwandeln werde.

Auch die weiteren Vertreter der Michelin-Zentralen betonten die Rolle des Bad Kreuznacher Werks innerhalb des europäischen Produktionsverbunds. Innovationen, operative Exzellenz und die Nähe zu den Kunden seien wesentliche Stärken. Damit sehe man den Standort für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt.

Vom Produktionsstart zum größten deutschen Michelin-Reifenwerk
Die Geschichte des Werks reicht bis in die 1960er-Jahre zurück. Am 5. April 1965 erfolgte der Spatenstich, am 24. August 1966 startete offiziell die Reifenproduktion an der Nahe. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Standort kontinuierlich erweitert und modernisiert.
Heute ist Bad Kreuznach das größte Reifenwerk von Michelin in Deutschland und zugleich der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt. Mehr als 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort Hightech-Reifen sowie Mischungen der neuesten Generation, Textil- und Stahlcord.

Blick in die Vorproduktherstellung aus dem Jahr 1979. Foto: Michelin Archiv

Das Produktportfolio umfasst mehr als 30 Premiumprodukte in zahlreichen Dimensionen zwischen 15 und 20 Zoll. Gefertigt werden unter anderem Hochleistungs-, Ganzjahres-, Winter- und besonders kraftstoffsparende Reifen. Hinzu kommen Antipannenreifen mit MICHELIN Selfseal sowie besonders geräuscharme Reifen mit MICHELIN Acoustic Technology. Rund 75 Prozent der Erstausrüstungsreifen aus Bad Kreuznach gehen an Kunden in einem Umkreis von 1.000 Kilometern. Moderne Produktionsanlagen, Flexibilität, Teamarbeit und hohe Qualitätsstandards prägen nach Unternehmensangaben den Standort.

Anfangs war die Ansiedlung nicht unumstritten
Dass Michelin einmal eine solche Bedeutung für Bad Kreuznach erreichen würde, war zu Beginn keineswegs selbstverständlich. Die geplante Ansiedlung wurde in den 1960er-Jahren auch kritisch diskutiert. So gab es Befürchtungen, dass neue Arbeitsplätze den bereits ansässigen Betrieben Beschäftigte entziehen könnten.

Blick in die Vorproduktherstellung aus dem Jahr 1979. Foto: Michelin Archiv

Sechs Jahrzehnte später hat sich das Bild grundlegend verändert: Michelin ist zum größten industriellen Arbeitgeber Bad Kreuznachs geworden. Das Reifenwerk gehört seit 60 Jahren fest zur Stadt und zur Region – und mit den angekündigten Investitionen richtet das Unternehmen den Blick zugleich auf die kommenden Jahre.


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