KREIS BIRKENFELD. Der Nationalparklandkreis Birkenfeld setzt bei seinen Investitionen einen klaren Schwerpunkt auf seine Schulen. Mit der Nahetal-Schule in Idar-Oberstein/Weierbach und der Realschule plus/Fachoberschule (RS plus/FOS) Birkenfeld erweitert der Kreis derzeit gleich zwei Bildungsstätten in seiner Trägerschaft. Für die Fortführung der Arbeiten vergab der Ausschuss für Infrastruktur, Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (IWUK) in seiner Sitzung am Dienstagabend insgesamt sechs Aufträge.
Die Sitzung fand in der Nahetal-Schule statt, sodass sich die IWUK-Mitglieder vor Ort ein Bild vom Stand der Bauarbeiten machen konnten. Auf dem bisherigen Schulhof und Verkehrsübungsplatz ist inzwischen die Fläche geschottert, auf der in den kommenden Monaten der 25 mal 35 Meter große Erweiterungsbau entstehen soll. Die Ende August gestarteten Erdarbeiten führt die Firma Behnke aus Birkenfeld aus.
Die Nahetal-Schule – eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – ist seit 1983 Teil des Schulzentrums „Auf der Bein“ in Weierbach und beherbergt in ihrem Gebäude auch die Räume der Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache. Da das bestehende Gebäude bereits deutlich über die Kapazitätsgrenzen belegt ist und weiterhin steigende Schülerzahlen prognostiziert werden, errichtet der Kreis dort einen eingeschossigen, barrierefreien Erweiterungsbau mit Flachdach.

In dem Gebäude in Holzständerbauweise werden künftig sieben zusätzliche Klassenräume, drei Kursräume, eine offene Lernlandschaft sowie ein Technikraum, Toilettenanlagen und Behinderten-WC zur Verfügung stehen. Nach der aktuellen Kostenschätzung investiert der Kreis mithilfe einer Landesförderung rund 4,2 Millionen Euro in das Projekt. Die Planung und Bauleitung übernimmt die Bauabteilung der Kreisverwaltung in Eigenregie. Für die Zimmer- und Holzarbeiten am Rohbau gab der IWUK der Firma Michel GmbH aus Tiefenbach (Rhein-Hunsrück-Kreis) den Zuschlag. Mit rund 775.300 Euro hatte sie das wirtschaftlichste von drei eingegangenen Angeboten abgegeben.
Auch bei drei weiteren Gewerken kommen Unternehmen aus der Region zum Zuge. Die Firma Roehn Metallbautechnik aus Simmertal (Kreis Bad Kreuznach) übernimmt die Metallbauarbeiten zum Angebotspreis von rund 337.400 Euro. Die Verlegung von Kabeln, Leitungen und Installationsgeräten wird für rund 126.600 Euro von der Firma A+F Elektrotechnik aus Theley übernommen, die auch eine Niederlassung in Birkenfeld hat.
Den Auftrag für die Installation der Wärmeversorgungsanlagen und Betriebseinrichtungen erhielt die Heizungsbaufirma Wenz aus Hoppstädten-Weiersbach zum Angebotspreis von knapp 71.900 Euro. „Hier gehen wir mit der Nutzung einer Erdwärmepumpe einen für uns neuen Weg“, informierte Dezernent Roland Praetorius die Ausschussmitglieder. In Verbindung mit der bereits bestehenden Photovoltaikanlage auf dem Dach des Altbaus und dem dort erzeugten Strom soll die Nahetal-Schule künftig besonders energieeffizient betrieben werden können.
Noch nicht vergeben ist der Auftrag für die Wasser- und Trinkwasserinstallationen sowie den Einbau der Sanitäranlagen. Bei der ersten Ausschreibung für dieses Gewerk war kein wirtschaftliches Angebot eingegangen. Eine erneute Ausschreibung läuft bereits. Der entsprechende Auftrag könnte daher in der Kreistagssitzung Ende September vergeben werden.
Auf Nachfrage der IWUK-Mitglieder erläuterten Oliver Klein und Harald Feis von der Bauaubteilung der Kreisverwaltung den geplanten zeitlichen Ablauf. Demnach soll bereits im Oktober mit der Errichtung des Holzständerbaus begonnen werden. Im November folgen die Metallbauarbeiten. Wenn die Arbeiten planmäßig voranschreiten, soll bis Ende des Jahres das Dach auf dem Neubau aufgesetzt sein. Die Wintermonate können anschließend für den weiteren Innenausbau genutzt werden. Ziel ist es, den Erweiterungsbau bis zum Beginn des Schuljahrs 2027/2028 fertigzustellen.
Deutlich weiter fortgeschritten sind die Arbeiten am Erweiterungsbau der RS plus/FOS in Birkenfeld, die im Mai 2025 begonnen haben. Dort wird derzeit die Fußbodenheizung verlegt, in der kommenden Woche sollen die Estricharbeiten folgen. Außerdem werden in Kürze die Außenplatten an der Fassade angebracht. Anschließend kann das Gerüst abgebaut werden. „Dann wird es auf der Baustelle also eine deutliche optische Veränderung geben“, kündigte Oliver Klein an.

Für die Fortsetzung der Arbeiten vergab der IWUK zwei weitere Aufträge. Die Fliesenarbeiten übernimmt die Firma Bodtländer aus Bundenbach zum Angebotspreis von rund 74.200 Euro. Mit den Malerarbeiten wurde die Firma Pauli aus Merzig beauftragt, die mit rund 82.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte.
Insgesamt investiert der Kreis voraussichtlich rund 8,5 Millionen Euro in den dreigeschossigen Erweiterungsbau sowie die umfassenden Modernisierungsarbeiten, die anschließend im bestehenden Gebäude der Birkenfelder Schule vorgesehen sind. „Wir liegen bei diesem Projekt gut im Zeitplan und erfreulicherweise im Kostenplan“, betonte Praetorius.
Landrat Miroslaw Kowalski verwies auf einen weiteren positiven Aspekt der Bauarbeiten in Birkenfeld, der auch bei der Erweiterung der Nahetal-Schule zum Tragen kommen soll: die Beteiligung von Unternehmen aus der Region. „Wenn Firmen aus der Region im Einsatz sind, bedeutet das kürzere Wege und eine verlässlichere Kostenkalkulation. Nachtragsforderungen kommen dann seltener vor“, sagte Kowalski.
Auch die IWUK-Mitglieder begrüßten ausdrücklich, dass die Kreisverwaltung – soweit dies im Rahmen der Vergabe möglich ist – bei Bauprojekten bevorzugt beschränkte Ausschreibungen vornimmt, um Unternehmen aus der Region für die Ausführung der Arbeiten zu gewinnen.
Armin Korpus (CDU) würdigte die Investitionstätigkeit des Kreises insbesondere mit Blick auf die Schulen: „Ich finde es schon bemerkenswert, was wir mit unseren beschränkten Haushaltsmitteln gerade im Bereich der Schulen alles an Projekten umsetzen.“
Yannick Simon (SPD) stimmte dem ausdrücklich zu. Gerade die Investitionen in die Schulen zeigten, „dass sich in unserem Kreis etwas bewegt und wir nicht die Hände in den Schoß legen, sondern anpacken und unsere Zukunft aktiv gestalten“, sagte Simon.
Auch Landrat Kowalski unterstrich abschließend, dass Investitionen in die Bildung für die Kreisverwaltung und die Kommunalpolitik einen sehr hohen Stellenwert hätten. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werde alles darangesetzt, an den Schulen in Kreisträgerschaft gute und zeitgemäße Lern- und Unterrichtsbedingungen zu schaffen.
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