VG RÜDESHEIM. Gleich zwei Verkehrsunfälle haben am Wochenende, 19. und 20. September die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim beschäftigt. Sowohl bei einem Unfall auf der K40 zwischen Dalberg und Spabrücken als auch bei einem nächtlichen Unfall auf der L236 zwischen Hargesheim und Windesheim wurde der Notruf automatisch durch das eCall-System der beteiligten Fahrzeuge ausgelöst.
18-Jährige prallt auf der K40 gegen Baum
Am Freitagabend kam es gegen 21.20 Uhr auf der K40 zwischen Dalberg und Spabrücken zu einem Verkehrsunfall. Nach Angaben der Polizei war eine 18-jährige Autofahrerin aus Richtung Dalberg kommend in Richtung Spabrücken unterwegs. In einer leichten Linkskurve kam sie aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet auf den Grünstreifen. Anschließend kollidierte ihr Wagen mit einem Baum.
Durch den Aufprall löste das Fahrzeug automatisch einen eCall-Notruf aus. Neben Polizei und Rettungsdienst wurden die Ausrückegemeinschaft der Feuerwehren Spabrücken und Hergenfeld sowie die Führungsunterstützung mit Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) und Einsatzleitwagen (ELW 1) alarmiert.

Unter der Leitung von Zugführer Dirk Zimmermann übernahmen die Feuerwehrkräfte zunächst die Versorgung der jungen Frau bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Zudem wurde die Unfallstelle ausgeleuchtet, auslaufendes Motoröl aufgefangen und die Fahrzeugbatterie abgeklemmt. Für die Dauer des Einsatzes wurde die K40 gesperrt.
Die 18-Jährige erlitt leichte Verletzungen und wurde nach der Erstversorgung zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Sachschaden am Fahrzeug wird auf rund 15.000 Euro geschätzt. Der Wagen musste abgeschleppt werden.
Ford Fiesta landet auf der L236 im Straßengraben
Der zweite Verkehrsunfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag gegen 2.55 Uhr auf der L236 zwischen Hargesheim und Windesheim. Auch in diesem Fall wurden die Rettungskräfte durch den automatischen eCall eines Fahrzeugs auf den Unfall aufmerksam gemacht. In Höhe der Abfahrt zum Breitenfelser Hof kam eine Autofahrerin mit ihrem Ford Fiesta aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Der Kleinwagen landete im Straßengraben und stieß dort gegen Büsche und Sträucher.
Als die Feuerwehren Hargesheim-Roxheim und Rüdesheim eintrafen, befand sich die Fahrerin noch in ihrem Wagen. Eingeklemmt war sie jedoch nicht. Die Einsatzkräfte leuchteten die Unfallstelle aus und stellten den Brandschutz sicher.

Nach der medizinischen Sichtung durch den Rettungsdienst wurde die Frau von der Feuerwehr mithilfe einer Schleifkorbtrage aus dem Fahrzeug gerettet und über die Böschung zum Rettungswagen gebracht. Anschließend erfolgte der Transport in ein Bad Kreuznacher Krankenhaus. Angaben zur Schwere ihrer Verletzungen lagen der Feuerwehr nicht vor. Insgesamt waren 25 Feuerwehrkräfte unter der Leitung des stellvertretenden Wehrleiters Jörn Trautmann im Einsatz. Gegen 3.40 Uhr konnten die Einsatzkräfte wieder einrücken.
Feuerwehr: eCall kann im Ernstfall wichtige Zeit sparen
Nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Rouven Ginz wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim in den vergangenen Wochen mehrfach aufgrund von eCall-Meldungen alarmiert. Zwar habe es darunter auch Fehlalarme gegeben, beispielsweise durch eine falsche Bedienung. Die beiden aktuellen Unfälle zeigten jedoch den Nutzen des automatischen Notrufsystems.
Bei einem eCall werden unter anderem Informationen über den Standort des Unfallfahrzeugs sowie Fahrzeugtyp und Antriebsart an die Leitstelle übermittelt. Dadurch können sich die Einsatzkräfte frühzeitig auf das beteiligte Fahrzeug einstellen und die entsprechende Rettungskarte des Herstellers abrufen. Darin finden sich beispielsweise wichtige Angaben zu verstärkten Karosserieteilen sowie zu den Einbauorten von Airbags und Batterien.








