LA SEU D’URGELL / BAD KREUZNACH. Auch wenn am letzten Tag des Weltcup-Finales im Kanuslalom und Kajak-Cross im spanischen La Seu d’Urgell das deutsche Team keine Medaille einfahren konnte, gab es für den KSV Bad Kreuznach und den Deutschen Kanu-Verband etwas zu feiern: Ricarda Funk hat im Gesamtweltcup der Disziplin Kajak-Cross den herausragenden zweiten Platz belegt. Sie teilte sich diese Platzierung punktgleich mit der Britin Kimberley Woods. Den Gesamtsieg sicherte sich knapp die Französin Camille Prigent mit lediglich drei Punkten Vorsprung – allerdings absolvierte die Siegerin im Gegensatz zu Funk und Woods alle fünf Weltcups. Die beiden Zweitplatzierten hatten jeweils ein Rennen ausgelassen.
In Spanien schied Funk nach großem Kampf im Halbfinale aus und belegte in der Tageswertung den fünften Rang. Ihr Nachteil im Halbfinale war erneut eine ungünstige Startposition auf der Rampe. Sie gelangte nicht optimal ins schnelle Wasser und hatte somit das Nachsehen gegen Monica Doria aus Andorra und die spätere Gesamtsiegerin Camille Prigent. Der Weg ins Halbfinale war jedoch von enormem Kampfgeist geprägt: Nach einem Fehler im ersten Lauf landete die Rheinländerin zunächst auf Platz vier und musste den Umweg über den Hoffnungslauf (Repechage) nehmen, was ihr als Zweite souverän gelang. Das anschließende Achtel- und Viertelfinale meisterte Funk bravourös, traf taktisch hervorragende Entscheidungen und entschied beide Rennen für sich.
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner gesamten Cross-Saison“, resümierte Ricarda Funk im Anschluss. „Mein Fokus lag zwar weiterhin auf dem Slalom, aber beim Cross war ich voll im Modus, konnte schnell umschalten und habe die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Auch von der Extrarunde über die Hoffnungsläufe habe sie sich gut erholt. „Dass jetzt noch der zweite Platz im Gesamtweltcup herausgekommen ist, überrascht mich sehr, da mir ein Weltcup gefehlt hat. Ich bin absolut happy.“
Auch die übrigen deutschen Athletinnen und Athleten zeigten leidenschaftliche Wettkämpfe. In der Herrenkonkurrenz präsentierte sich Marten Konrad (WSC Dormagen) als bester deutscher Starter stark. Im Halbfinale hatte der 21-Jährige auf einer schwierigen Startposition allerdings das Nachsehen gegen die Konkurrenz um den Neuseeländer Finn Butcher. Zuvor hatte Konrad im Viertelfinale bewiesen, dass sich Aufgeben lohnt: Bereits scheinbar abgeschlagen auf Platz vier liegend, attackierte er am letzten Aufwärtstor, schob sich vorbei und profitierte zudem von einer Strafe gegen den Franzosen Mathurin Madore, was ihm den Einzug ins Halbfinale einbrachte.
Im Achtelfinale hatte Konrad zudem von einer cleveren Aktion seines Teamkollegen Felix Sachers (Leipziger KC) profitiert. Sachers, der nach dem Hoffnungslauf ebenfalls mit einer ungünstigen Startposition kämpfen musste, verwickelte den Tschechen Vit Prindis am ersten Aufwärtstor in einen Zweikampf. Dadurch verschaffte er Konrad den nötigen Freiraum, um als Zweiter hinter Finn Butcher eine Runde weiterzuziehen. Sachers selbst schied als Vierter aus.
Ebenfalls bis ins Viertelfinale kämpfte sich Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) vor, musste sich dort jedoch als Drittplatzierte Monica Doria und Marjorie Delassus (Frankreich) geschlagen geben. Andrea Herzog (Leipziger KC) schied im Achtelfinale aus, nachdem sie im dichten Positionskampf mit Jessica Fox (Australien) ein Abwärtstor nicht korrekt befahren hatte und auf Rang vier zurückfiel. Für Stefan Hengst (KR Hamm) war der Wettkampf bereits frühzeitig beendet; der 32-Jährige konnte sich auch über den Hoffnungslauf nicht für das Achtelfinale qualifizieren.
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