StartNachrichtenKreis Bad KreuznachGefahr im Lieblingsterrain: Wie Mähroboter und Trimmer den Igel bedrohen

Gefahr im Lieblingsterrain: Wie Mähroboter und Trimmer den Igel bedrohen

REGION. Die Bestände des Igels schrumpfen rasant – heimische Gärten und Parks entwickeln sich für das nützliche Wildtier zunehmend zu einer tödlichen Falle. Aus diesem Grund schlagen Igelstationen und Naturschutzgruppen Alarm und warnen vor allem vor dem unsachgemäßen Einsatz automatisierter Gartengeräte und Trimmer.

Mähroboter erkennen kleinere Hindernisse oft nicht und überrollen nachts die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere, was zu gravierenden Verletzungen führt. Zudem verwandelt ständiges Mulchen die Rasenflächen in artenarme Monokulturen, wodurch Nahrung wie Käfer und Larven fehlt. Auch handgeführte Freischneider im Unterholz bergen große Gefahren: Da Igel bei Bedrohung nicht fliehen, sondern sich einrollen, werden sie leicht von rotierenden Messern getroffen.

Naturschützer bitten Gartenbesitzer daher um einfache Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Tiere:

  • Nachtfahrverbot: Mähroboter niemals in der Dämmerung oder nachts laufen lassen und das Unterholz auch tagsüber vor dem Mähen kontrollieren.
  • Mut zur Wildnis: Ecken mit Totholz, Laub und Wildpflanzen bieten Schutz und Nahrung – Totholzhaufen vor dem Abbrennen immer prüfen.
  • Durchgänge schaffen: Zaunöffnungen (mindestens 10 cm x 10 cm) verbinden Gärten und ersparen Igeln gefährliche Straßenüberquerungen.
  • Verzicht auf Chemie: Keine Gifte wie Schneckenkorn oder Pestizide im Garten einsetzen.
  • Gefahren entschärfen: Kellerschächte, Gruben und Fallrohre abdecken, Ausstiegshilfen an Wasserstellen anbringen und Mülltüten unzugänglich aufbewahren.

Sollte ein hilfsbedürftiger Igel gefunden werden, gilt es, diesen sofort zu sichern (etwa mit einem Kleidungsstück und in einem mindestens 40 cm hohen Karton bzw. in der Badewanne). Fliegeneier oder Maden sollten umgehend trocken mit einer Pinzette oder Bürste abgesammelt und rasch Kontakt zu Pflegestellen aufgenommen werden. Als Ansprechpartner stehen unter anderem die Naturschutzgruppe Nahe (Tel. 0177-6287588) sowie Annette Prusensky von der Wildtierhilfe Rhein-Nahe e. V. (Tel. 0160-3724096) zur Verfügung. Weitere Auskünfte gibt es zudem online auf igelpfade.de.


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