StartNachrichtenKreis Bad KreuznachKirmesdämmerschoppen: Bockenau blickt auf große Projekte und starkes Ehrenamt

Kirmesdämmerschoppen: Bockenau blickt auf große Projekte und starkes Ehrenamt

BOCKENAU. Der traditionelle Kirmesdämmerschoppen gehört seit vielen Jahren fest zur Bockenauer Kirmes. Auch in diesem Jahr nutzte Ortsbürgermeister Jürgen Klotz die Veranstaltung, um gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf das Geschehen im Ort zurückzublicken, verdiente Bürger zu würdigen und einen Ausblick auf die kommenden kommunalen Projekte zu geben. Dabei wurde deutlich: In Bockenau stehen in den nächsten Jahren einige größere Vorhaben an.
Unter den Gästen begrüßte Klotz unter anderem Staatssekretär Dr. Dennis Alt aus dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Kommunen, Frauen, Wohnen und Kultur, Vertreter der Verbandsgemeinde sowie zahlreiche Repräsentanten aus Vereinen, Institutionen und dem öffentlichen Leben.
Einen breiten Raum nahm der Dank an diejenigen ein, die sich das ganze Jahr über für Bockenau engagieren. Besonders würdigte Klotz die Mitarbeiter des Bauhofs für die Pflege und Sauberkeit im Ort sowie ihre Unterstützung bei Veranstaltungen, an der Grundschule und in der Kindertagesstätte. Lob gab es ebenso für das Kollegium der Grundschule und die Arbeit in der Kita. Martina Wilbert bezeichnete der Ortsbürgermeister dabei als „Seele der Kita“.
Große Bedeutung maß Klotz den insgesamt 31 Vereinen und Gruppierungen in Bockenau bei. Sie seien ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Sein Dank galt den vielen Menschen, die als Vorstandsmitglieder, Abteilungsleiter oder Helfer ehrenamtlich Verantwortung übernehmen.
Auch die Feuerwehr wurde ausdrücklich gewürdigt. Die Einsatzkräfte seien rund um die Uhr für die Bevölkerung da und leisteten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gemeinschaft.

Neue T-Shirts für Bockenau
Beim Dämmerschoppen wurden auch die neuen Bockenauer Dorf-T-Shirts vorgestellt. Diese gibt es in zwei Ausführungen sowie in den Farben Rot, Weiß und Schwarz. Unter anderem ist eine Variante mit einer Silhouette von „Bockenau“ auf der Rückseite erhältlich. Die Shirts kosten 25 Euro und können in verschiedenen Größen bestellt werden.

Für die schnelle Umsetzung des Projektes dankte Klotz Sophia Will, die als Marketing-Studentin ihre Kenntnisse in die Gestaltung eingebracht hatte.

Zahlreiche Investitionen stehen an
Ein Schwerpunkt der Rede lag auf den kommunalen Vorhaben. Mehrere Projekte sollen mit Unterstützung eines Förderprogramms umgesetzt werden. Dazu gehören ein Sitzlift im Rathaus und ein Plattformlift in der Bockenau-Schweiz-Halle.

Auch der Spielplatz wird aufgewertet. Ein neues Klettergerüst soll bereits in Kürze geliefert werden. Zudem stehen Arbeiten an Rad- und Wirtschaftswegen an. Unter anderem sollen Bereiche in Höhe des Unternehmens Musashi sowie in Richtung der Gemarkungsgrenze erneuert werden. Der derzeit schlecht befahrbare Wirtschaftsweg am Stromberg soll ebenfalls saniert werden.
Darüber hinaus steht die Umstellung der Beleuchtung in der Halle und der Kindertagesstätte auf LED-Technik auf der Agenda. Die entsprechenden Vergaben sollen zeitnah erfolgen.

Bis zu 37 Bauplätze in neuem Baugebiet
Ein großes Zukunftsprojekt ist das geplante Baugebiet „Am Brückelchesgraben 2“. Dort könnten nach den derzeitigen Planungen bis zu 37 Bauplätze entstehen. Das Plangebiet umfasst rund 40.000 Quadratmeter. Vorgesehen sind zudem zwei weitere Rückhaltebecken. Bodenuntersuchungen wurden bereits durchgeführt. Allein für den Straßenbau rechnet die Gemeinde mit Kosten von mehr als einer Million Euro. Auch die Entwässerung wird nach den bisherigen Berechnungen die Millionengrenze überschreiten.

Klotz machte gleichzeitig deutlich, dass das Baugebiet langfristig entwickelt werden soll. Es sei nicht davon auszugehen, dass innerhalb weniger Jahre sämtliche Grundstücke verkauft würden. Ziel sei vielmehr, Bockenau sowohl für Einheimische als auch für Menschen von außerhalb als Wohnort attraktiv zu halten und Grundstücke zu fairen Konditionen anbieten zu können.

Lkw-Verkehr bleibt ein Ärgernis
Weiterhin Sorgen bereitet der Gemeinde die Verkehrsbelastung auf der L108. Insbesondere der Lkw-Durchgangsverkehr durch Bockenau beschäftigt die Verantwortlichen seit vielen Jahren. Da es sich um eine Landesstraße handelt, sind die direkten Einflussmöglichkeiten der Ortsgemeinde begrenzt.
Klotz erinnerte an einen bereits 2023 initiierten Runden Tisch und sprach sich dafür aus, die Gespräche über mögliche Lösungen wieder aufzunehmen.
Auch die Sperrung der K21 war Thema. Vertreter des Landesbetriebs Mobilität waren beim Dämmerschoppen zu Gast. Klotz bat darum, die Hintergründe der mehrmonatigen Sperrung und der zusätzlichen Verlängerung nochmals zu erläutern.

Foto: Nahe News

In seinem Rückblick ging der Ortsbürgermeister auch auf die Entwicklung beim Unternehmen Musashi ein. Nach dem 100-jährigen Firmenjubiläum im vergangenen Jahr hatten Tarifauseinandersetzungen für Unruhe gesorgt. Im Dezember konnte schließlich eine Einigung erzielt werden. Klotz unterstrich die große Bedeutung des Unternehmens und der Arbeitsplätze für Bockenau und die Region.

Veränderungen gibt es auch im kirchlichen Bereich. Seit Januar besteht die neue Evangelische Kirchengemeinde „Nahe-Soonwald“, in der vier bisherige Kirchengemeinden zusammengeführt wurden. Klotz verband damit die Hoffnung auf neue Synergien, äußerte zugleich aber Bedauern darüber, dass künftig auch Veränderungen bei kirchlichen Gebäuden und Jugendheimen möglich sind.

Mit der Bürgerbefragung „Wohnen und Leben im Alter“ beschäftigt sich die Gemeinde mit einer weiteren Zukunftsfrage. Ein klassisches Seniorenheim sei derzeit nicht vorgesehen. Stattdessen sollen kleinere und für Bockenau realisierbare Wohnformen untersucht werden. Dabei könnten auch genossenschaftliche Modelle eine Rolle spielen. Klotz rief die Bürger dazu auf, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Gemeinderat und Dorferneuerungsausschuss beschäftigen sich intensiv mit dem Thema.

Besondere Leistungen gewürdigt
Traditionell bietet der Kirmesdämmerschoppen auch den Rahmen, besondere Leistungen von Bockenauer Bürgern zu würdigen. Eine Auszeichnung ging an die 23-jährige Charlotte Schuster, die im Handwerk große Erfolge feiern konnte. Sie wurde als „Malerin des Jahres“ ausgezeichnet und überzeugte zudem bei ihrer Weiterbildung zur geprüften Betriebsmanagerin. Bei einer praktischen Prüfung setzte sie sich als Beste unter 44 Teilnehmern durch. Als Anerkennung überreichte die Gemeinde Blumen und ein Weinpräsent.

Auch sportlich gab es Grund zum Feiern. Die zweite Tischtennismannschaft wurde für ihren Aufstieg in die 1. Kreisliga geehrt. Ortsbürgermeister Klotz gratulierte Mannschaftsführer Lukas Becker und seinen Teamkollegen und überreichte einen Gutschein für die Mannschaftskasse.

Besonders stolz blickt Bockenau zudem auf eine 16-jährige Nachwuchsschwimmerin. Mia Herrmann hat sich mit der DLRG Bad Sobernheim für die Weltmeisterschaften im Dezember in Port Elizabeth qualifiziert. Auf dem Weg dorthin überzeugte sie bei internationalen Wettkämpfen und gewann bereits Bronze in ihrer Altersklasse. Die Ortsgemeinde unterstützt die junge Sportlerin finanziell bei der Anschaffung eines wettkampftauglichen Badeanzugs. Für ihre Reise erhielt sie zudem eine Gemeindefahne, mit der sie Bockenau bei der Weltmeisterschaft vertreten kann.

Nach dem Abstieg der Fußballmannschaft aus der Bezirksliga in die A-Klasse soll mit dem neuen Trainer Sebastian Zorn ein sportlicher Neuanfang gelingen. Unterstützt wird er unter anderem von Marc und Sascha. Klotz zeigte sich zuversichtlich, dass die Mannschaft wieder stärker als Einheit zusammenwächst.

Zum Abschluss galt der Dank des Ortsbürgermeisters nochmals den zahlreichen Menschen, die sich für Bockenau einsetzen – ob in den Vereinen, bei der Feuerwehr, in kommunalen Einrichtungen oder ganz im Stillen. So wurde unter anderem auch Katja Doggendorf gewürdigt, die sich seit mehr als zehn Jahren um den öffentlichen Bücherschrank kümmert.

Der traditionelle Kirmesdämmerschoppen machte damit einmal mehr deutlich, dass in Bockenau neben großen Investitionen und Zukunftsprojekten vor allem eines eine entscheidende Rolle spielt: das ehrenamtliche Engagement und der Zusammenhalt innerhalb der Dorfgemeinschaft.

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